Über „Die neue Seidenstraße“ kommen zeitgenössische Klänge

Der Güterzug Yuxinou, der seit März 2014 die chinesische Metropole Chongqing mit dem Hafen verbindet, hat offenkundig Bewegung in die Beziehungen zwischen China und Duisburg gebracht. Die Philharmoniker pflegen zwar schon seit langem Kontakte mit dem Orchester in der Partnerstadt Wuhan, aber das Konzert am Freitag, 13. November, um 20 Uhr im Theater am Marientor ist doch ein Besonderes. Unter dem Titel „Die neue Seidenstraße“ steht zeitgenössische Orchestermusik aus China auf dem Programm.

Am gleichen Tag läuft das Business und Investors Forum China 2015 in Duisburg, und den Gästen aus dem fernen Osten dürften manche Klänge vertraut vorkommen. Darunter „Da Tong Song“ von Kong Xiangkai, Konfuzius-Nachfahre in der 75. Generation. Kong hatte im letzten Jahr die Philharmoniker eingeladen, Kompositionen seines Landes kennenzulernen; ein Streichquintett, Orchestergeschäftsführer Wilfried Gehse und Kulturdezernent Thomas Krützberg begleiteten die Musiker. Am Freitag erlebt Kongs „Da Tong Song“ die europäische Erstaufführung.

„Wir hörten Werke von hohem symphonischen Charakter“, sagt Gehse. Allerdings gab es zum Beispiel von der Komposition „Han Tune“ von Fu Jiangning „keine einzige Note“. Sie wurde aufgenommen und anschließend notiert. Das Werk hat Fu für ein Festival in Wuhan komponiert und ist sozusagen zu dessen Erkennungsmelodie, berichtet Philharmoniker-Intendant Dr. Alfred Wendel. „Qiao’s Grand Courtyard Suite“ ist von Zhao Jiping, der auch die Musik für das Filmepos „Lebewohl meine Konkubine“ schrieb. Komponist der „Chu Symphony“ ist Ye Xiaogang, der 2008 das Klavierkonzert zur Eröffnung der Olympischen Spiele in Peking schrieb.

Mühsam war die Beschaffung der chinesischen Instrumente, so Gehses Nachfolger Martin Schie. Für zwei Bronzeglocken aus China wurden bei HKM Gestelle gebaut.

Mit James Liu, Chefdirigent des Wuhan Philharmonic Orchestra, begrüßen die Philharmoniker einen „alten Freund“, sagt Wendel. Er freue sich, dem Publikum „die wahre, moderne Kultur“ vorstellen zu können, so Liu. Mitwirkende sind Solisten aus China und der Philharmonische Chor Duisburg. Das Konfuzius-Institut hat die Philharmoniker bei der Konzertvorbereitung unterstützt und sorgt auch für die Einführung am Freitag um 19 Uhr.

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