Digitalisierung

UDE-Kooperation mit Siemens soll Schule machen

Durchblick beim Thema Digitalisierung: Prof. Dr. Arun Nagarajah mit einer Hololens-Brille von Microsoft.

Durchblick beim Thema Digitalisierung: Prof. Dr. Arun Nagarajah mit einer Hololens-Brille von Microsoft.

Foto: Tanja Pickartz

Duisburg.   Angehende Ingenieure der Universität Duisburg-Essen bieten Unternehmen Lösungen in Fragen der Digitalisierung an.

Mit Praxisbezug statt im luftleeren Raum zu arbeiten, erhöht die Motivation. Ein Projekt mit Siemens Power & Gas zur Digitalisierung in der Produktentwicklung endete für 16 Masterstudenten von Prof. Dr. Arun Nagarajah nun mit einer Bestätigung ihrer Arbeit: An einem Demonstrator zur Digitalisierung der Produktentwicklung, der angehenden Ingenieure wird das Unternehmen weiter arbeiten, um analoge Arbeitsprozesse zu digitalisieren.

„Heute wird ein Bauteil in 3-D am Bildschirm modelliert, daraus leitet man dann eine zweidimensionale Zeichnung ab, in der viele Informationen, etwa die Prüfmaße für die Qualitätskontrolle verzeichnet sind“, erklärt Nagarajah. Ein Nachteil: Das 2D-Modell ist nicht mehr maschinenlesbar. „Wenn wir aber alle Informationen im 3D-Modell hätten, würde die Zeichnung nicht mehr gebraucht“, erklärt der Fachmann für Produkt-Entwicklung und -Prozesse.

Virtuelles Modell für Bauteile entwickeln

Darum ging es für die Studierenden: Ein virtuelles Modell für Bauteile in den Siemens-Standorten Mülheim, Görlitz und Erlangen zu entwickeln, das mit sämtlichen Informationen versehen ist, die von der Fertigung bis zur Qualitätskontrolle erforderlich sind. „Diese Informationen werden dem Anwender durch eine Mixed-Reality-Anwendung an dem realen Bauteil in seiner Arbeitsumgebung dargestellt“, erklärt Nagarajah. Möglich macht das eine Hololens-Brille (Microsoft). „Die Herausforderung war, alle Prozessinformationen so in das 3D-Modell zu integrieren, dass ich sie anschließend auch abrufen kann“, erläutert Nagarajah.

Vorteile bringe Digitalisierung durch die technische, vor allem aber durch ihre organisatorische Integration in Arbeitsabläufe, betont der Wissenschaftler. „Die technische Lösung reicht nicht: 80 Prozent ist organisatorische Verankerung.“ Dazu gehöre nicht zuletzt, auch die Bereitschaft der Mitarbeiter, sich auf Veränderungen einzulassen.

„Solche Kooperationen bringen allen etwas“, sagt Nagarajah: Die Studierenden lernen, ein komplexes ingenieurtechnisches Problem zu lösen, üben zudem Planung und Projektmanagement und können sich einem potenziellen Arbeitgeber empfehlen. Das Unternehmen profitiert von der Arbeit – Gegenleistung war eine zweistündige Betreuung der Studierenden pro Woche. „Und als Universität zeigen wir, das wir gute Leute ausbilden“, so Nagarajah.

>> Studierende helfen Firmen bei Digitalisierung

- Mit Siemens setzt Prof. Dr. Arun Nagarajah die Kooperation bei Fragestellungen der Digitalisierung von Produktionsprozessen fort. Er und seine angehenden Ingenieure würden sich freuen, weitere Duisburger Unternehmen für gemeinsame Projekte zu gewinnen.

- „Der Aufwand für die Firmen hält sich in Grenzen“, verspricht Nagarajah. Bei Siemens waren es zwei Stunden pro Woche und eine Fragestunde für die Studierenden, Kosten entstehen nicht. Anfragen und Angebote per E-Mail an: arun.nagarajah@uni-due.de

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