Kom’ma-Theater

Titanic geht am Theater-Tresen unter – aber mit Stil

Zwischen Binnenschifffahrt und Marine navigieren Victoria Wiese und Jennifer Ewert am Tresen des Kom’ma-Theaters in Rheinhausen.

Foto: Zoltan Leskovar / FUNKE Foto Services

Zwischen Binnenschifffahrt und Marine navigieren Victoria Wiese und Jennifer Ewert am Tresen des Kom’ma-Theaters in Rheinhausen. Foto: Zoltan Leskovar / FUNKE Foto Services

Duisburg.   Die Schauspieler Till Beckmann, Jennifer Ewert und Victoria Wiese legen 20 Jahre nach dem Film zur Jungfernfahrt ihrer Kneipencomedy ab.

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Willkommen an der Bar des Komma-Theaters. Hier legen zwei frustrierte Frauen und ein Leichtmatrose ab zum Programm „Titanic – wenn schon untergehen, dann mit Stil“. Leonardo di Caprio schaut vorbei, Kate Winslet ist angefragt. Und was sonst noch passiert, erfährt das Publikum bei der Jungfernfahrt am Samstag, 22. April, um 20 Uhr.

Bis dahin wird noch intensiv gearbeitet an der Kneipencomedy, die allerdings nicht an der Oberfläche bleibt, sondern tief taucht nach dem Stoff, den James Cameron vor 20 Jahren zu einem der erfolgreichsten Filme aller Zeiten gemacht hat. Dieses Filmjubiläum wollen Vicky und Jenni (die in der ersten Version noch Gitti und Lola hießen) feiern, um ihrem tristen Alltag zu entfliehen – am Tresen, der damit seine Premiere als Spielort im Komma-Theater erlebt.

Allesamt Mitglieder der Gruppe „Spielkinder“

Till Beckmann, der beim komödiantischen Erfolgsstück „Schillers sämtliche Werke“ auf der Rheinhausener Bühne mitgespielt (und das Drehbuch zum Kinofilm „Junges Licht“ geschrieben) hat, entwickelt das Titanic-Stück mit Jennifer Ewert und Victoria Wiese. Die beiden Schauspielerinnen gehören wie Till Beckmann zur Gruppe „Spielkinder“, deren Mitglieder sich zu unterschiedlichen Theater-Projekten zusammentun. Die Idee, den Titanic-Stoff humorvoll auf die Bühne zu bringen, hatte Till Beckmann, seit seine Schauspieler-Schwestern mal den Film nachgespielt haben.

„My Heart will go on“ auf der Geige

Jenni und Vicky kommen jedenfalls über das 20-Jährige ihres Lieblingsfilms auf die Themen zu sprechen, die sie bewegen: Wohnungssuche und Männer, Haarentfernung und Tod. Beide werden nicht gerade vom Glück verfolgt. Schnell wechseln sie – bei vielen Schnäpsen und klirrenden Eiswürfeln – hin und her zwischen Alltag und Fantasie, Frust und Filmzitaten. Die eine hat sich „My Heart will go on“ auf ihrer Geige draufgeschafft, die andere weiß Einiges über die technischen Details des 1912 gesunkenen Schiffs: „Auf dem Rhein hätte die Titanic jedenfalls nicht fahren können. Andererseits hätte es auch keine Eisberge gegeben.“

Sie spielen ganz nahe am Publikum, das an Tischen sitzt und auch damit rechnen darf, mal ein leckeres Eis angeboten zu bekommen. Mitspielen muss es aber nicht. Das abendfüllende Stück reiht keine Schenkelklopfer aneinander, es gibt durchaus nachdenkliche und poetische Passagen und geht so über Kneipencomedy hinaus. „Wir wollten uns nicht einschränken“, sagen die Schauspielerinnen – und freuen sich mit Beckmann über die „Spielwiese“ Komma-Theater.

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