Strafanzeige

Tierschutz: Peta zeigt Zoo Duisburg wegen Tierquälerei an

Um Flamingos in Zoos halten zu können, werden die Tiere laut Peta regelmäßig beschnitten.

Foto: Tobias Schwarz / REUTERS

Um Flamingos in Zoos halten zu können, werden die Tiere laut Peta regelmäßig beschnitten. Foto: Tobias Schwarz / REUTERS

Duisburg.  Die Tierrechtsorganisation Peta geht gegen mehrere deutsche Zoos vor, darunter jene in Duisburg und Dortmund. Vögel würden flugunfähig gemacht.

Die Tierrechtsorganisation Peta hat Strafanzeige gegen 20 deutsche Zoos und Tierparks wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz erstattet – unter anderem gegen den Tierpark Berlin und die Zoos in Dortmund, Duisburg, Hannover, Köln und Krefeld.

Der Vorwurf: Wasservögel wie Flamingos oder Pelikane würden durch regelmäßiges Beschneiden der Federn oder chirurgische Eingriffe flugunfähig gemacht. „Den Wasservögeln wird auf grausame Art und Weise ihre natürliche Fortbewegung verwehrt, nur um sie den Besuchern in Freianlagen nett zu präsentieren“, so Dr. Yvonne Würz, Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA.

Körperteile amputiert und Organe zerstört

Den Vögeln, so Peta, würden dabei beim sogenannten Flügelstutzen die Schwungfedern gekürzt. Da die Federn wieder nachwachsen, muss diese Methode regelmäßig wiederholt werden. Andere irreversible Methoden verhindern, dass die Schwungfedern nachwachsen. Hierzu würden die Federfollikel, der Wachstumsort der Federn, entfernt oder zerstört.

Peta bezieht sich auf Schätzungen von 2016, wonach in deutschen Zoos und Tierparks rund 10.000 flugunfähig gemachte Vögel gehalten werden. Den Tieren werden dafür Körperteile amputiert oder Organe oder Gewebe zerstört. Das ist laut Tierschutzgesetz verboten.

Der Verband der Zoologischen Gärten unterstützt ein Verbot der Flugeinschränkungen für 97 Prozent aller Vogelarten. Sie sollen in Großanlagen und Volieren fliegen können. Aber für einige Vogelarten, eben zum Beispiel Flamingos, Pelikane, Kranicharten oder Gänsevögel spricht sich der Verband für die weitere Möglichkeit aus, die Tiere flugeingeschränkt in Freianlagen zu halten. Wäre die Haltung in Volieren oder Fluganlagen, dann auch entsprechend großen und teuren, zwingend, würden viele auch bedrohte Tierarten wahrscheinlich aus den Zoos verschwinden, „da diese Anlagen nicht in ausreichender Zahl und Größe zur Verfügung gestellt werden können“.

Peta-Strafanzeige für Duisburg gehe ins Leere

Auch im Zoo am Kaiserberg in Duisburg kennen die Besucher die große Teichfreianlage mit den Flamingos und Pelikanen. Und in der Tat, sie fliegen nicht weg. „Das sind alles alte Tiere, die früher kupiert wurden“, erklärt Zoo-Tierärztin Carolin Bunert. Ein Verfahren, das heute nicht mehr erlaubt ist. Auch die Geier und Marabus in der Afrika-Freianlage können nicht fliegen. Es handelt sich laut Bunert um aufgezogene verletzte, flugunfähige Tiere.

Aus Sicht des Zoos geht die Peta-Strafanzeige für Duisburg daher ins Leere: Am Kaiserberg würden Vögel nicht flugunfähig gemacht. Ausnahme: Das vorübergehende Flügelstutzen bei Pelikanen, wenn sie bei Nachzuchten nicht rechtzeitig in andere Tierparks mit Großanlagen abgegeben werden können. Ein Problem also auch bei den Flamingos? Nein, sagt Bunert. Bei den rosafarbenen Stelzenvögeln habe es bisher keinen Nachwuchs gegeben.

Die betroffenen Zoos und Tierparks im Überblick:

  • • Erlebnis- und Tierpark Güstrow
  • • Luisenpark Mannheim
  • • Tierpark Berlin
  • • Tierpark Cottbus
  • • Tierpark Gotha
  • • Tierpark Hagenbeck
  • • Tierpark Heidelberg
  • • Tierpark Hellabrunn
  • • Wilhelma Stuttgart
  • • Zoo Dresden
  • • Zoo Dortmund
  • • Zoo Duisburg
  • • Zoo Frankfurt
  • • Zoo Hannover
  • • Zoo Karlsruhe
  • • Zoo Krefeld
  • • Zoo Köln
  • • Zoo Leipzig
  • • Zoo Nürnberg
  • • Zoo Rostock
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