Thomas Heberer hat keine Zeit für den Ruhestand

Seit über vier Jahrzehnten pendelt Thomas Heberer zwischen China und Deutschland. Am 13. November wird der renommierte Professor der Universität Duisburg-Essen (UDE) 70 – für Ruhestand hat er keine Zeit.

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Seit über vier Jahrzehnten pendelt Thomas Heberer zwischen China und Deutschland. Am 13. November wird der renommierte Professor der Universität Duisburg-Essen (UDE) 70 – für Ruhestand hat er keine Zeit.

Gerade erst hat er seine Koffer ausgepackt, mit einer Wirtschaftsdelegation war er in China. Eine komfortable Reise verglichen mit vielen seiner Forschungsaufenthalte, die Heberer immer wieder quer durch die Volksrepublik führen: in pulsierende Metropolen wie Shanghai, aber auch in arme Dörfer, wo Strom und fließend Wasser selten sind. „Man muss viel vor Ort forschen, um das Land und seinen raschen Wandel immer wieder aufs Neue zu begreifen“, sagt er.

Heberer interessieren neben den Umwelt- und sozialen Problemen Chinas vor allem die politischen Entwicklungen und das Verhalten von Menschen. Studiert hatte er Ethnologie, Politologie, Philosophie und Sinologie; 1975 als Doktorand war er erstmals ins kommunistische Reich gereist – es war Kulturrevolution. Viele Jahre arbeitete er als Lektor und Übersetzer in Peking, wurde Zeuge, wie sich das Land erst isolierte und dann die Öffnung einleitete. 1982 kehrte er nach Deutschland zurück. Er wurde Professor in Bremen, Trier und 1998 in Duisburg, wo er entscheidend zum Renommee der Ostasienwissenschaften beiträgt.

Seit seiner Emeritierung ist Heberer Senior Professor „aus vollstem Herzen.“ Er forscht zur aktuellen Entwicklung Chinas, publiziert auf Chinesisch, Englisch und Deutsch und lehrt auch an chinesischen Universitäten. Weiterhin suchen deutsche und EU-Politiker seinen Rat – 2016 begleitete er gar Bundespräsident Gauck nach Fernost. Dass er Land und Menschen versteht, dass er Brücken baut zwischen den Kulturen, wird auch in der Volksrepublik geschätzt. Die Zhejiang-Universität ehrt ihn mit einer großen Publikation zu seinem 70. Geburtstag.

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