Möbel-Ärger

Teures neues Sofa kaputt: XXXL Rück ignoriert Beschwerden

Geli Wolf und ihre Tochter Sina ärgern sich sehr über die Couch von XXXL Rück in Oberhausen: Sie wurde kaputt geliefert, doch ihre Beschwerden ignorierte das Möbelhaus über ein halbes Jahr lang.

Geli Wolf und ihre Tochter Sina ärgern sich sehr über die Couch von XXXL Rück in Oberhausen: Sie wurde kaputt geliefert, doch ihre Beschwerden ignorierte das Möbelhaus über ein halbes Jahr lang.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Duisburg-Buchholz.  Sieben Monate ignorierte XXXL Rück die Beschwerden von Kunden, die ein neues Sofa kaputt geliefert bekamen. Erst jetzt reagiert der Verkäufer.

Sich einfach erschöpft auf ein Sofa fallen lassen – das würde Nils Wolf nach all dem Stress mit XXXL Rück jetzt gerne tun. Wenn es denn heil wäre. Seine Eltern hatten bei dem Oberhausener Möbelhaus im März ein Sofa gekauft, geliefert wurde es mit etlichen Schäden. Doch behoben wurden diese bis heute nicht. Als im Juni sein Vater starb, wurde es für Nils Wolf nur noch komplizierter.

2500 Euro hatte das Ledersofa gekostet, das seine Eltern Anfang März bei XXXL Rück gekauft hatten. „1000 Euro mussten sie anzahlen. Mitte Mai wurde das Sofa dann geliefert, aber mit erheblichen Mängeln“, sagt Wolf, der sich für seine Eltern mit dem Möbelhaus streitet. „Ein Plastikfuß war gebrochen, ebenso die Rückenlehne. Die Sitzfläche und der Lederbezug hinten sind unsauber verarbeitet worden, da gab es überall freie Flächen. Dazu hat das Sofa ein elektrisches Fußteil, das nicht gefüttert war“, beschreibt er. Die Mängel seien alle vom Lieferdienst bestätigt worden.

Nach Beschwerden keine Antwort vom XXXL-Kundencenter

Doch dann ging der Ärger erst richtig los: „Wir haben eine E-Mail mit der Mängelliste an XXXL geschickt, darauf kam aber keine Reaktion. Als wir im Kundencenter angerufen haben, wurden wir immer mit einem versprochenen Rückruf vertröstet, der kam aber nie.“

Im Juni verstarb der Vater von Nils Wolf, der eigentliche Käufer. „Ich wollte vom Möbelhaus wissen, ob der Kaufvertrag denn überhaupt noch gültig ist. Die E-Mail blieb unbeantwortet. Stattdessen bekam mein Vater weiter Angebote zugeschickt.“ Ende September verlangte das Unternehmen eine Sterbeurkunde und eine Vollmacht der Mutter von Nils Wolf. „Für ein Sofa ist das schon ziemlich übertrieben“, findet der 37-Jährige.

Negative Rezension im Internet zeigt sofort Wirkung – zunächst

Er schrieb eine negative Rezension auf Google: „Darauf wurde sofort reagiert. Wir sollten uns an eine bestimmte E-Mail-Adresse wenden, passiert ist aber auch da nichts“, sagt er. „Der Kundenservice von XXXL ist eine Katastrophe, die lassen uns im Regen stehen. Meine Mutter ist nervlich am Ende.“

Der Fall der Wolfs ist nicht der erste: Regelmäßig haben Kunden Probleme mit XXXL Rück, wenn sie Möbel bei der Oberhausener Filiale gekauft haben. Es gibt Beschwerden über fehlerhafte Produkte oder nicht aufgebaute Möbel.

XXXL räumt Fehler ein und will Geld erstatten

Mit der Anfrage der Redaktion an das Unternehmen kommt auf einmal Bewegung in die Sache: Elvira Dedelmahr von der XXXLGroup Deutschland räumt ein, dass es im Falle der Wolfs zu einem Lieferverzug seitens des Herstellers und einer mangelhaften Kommunikation gekommen ist. „Das kann die Sache an sich erklären, ist aber letzten Endes für den Kunden nicht von Relevanz. Wir sind hier in der Pflicht, und wir haben den Anspruch, dies auch entsprechend zu lösen. Dass uns dies hier nur sehr schleppend gelungen ist, bedauern wir und haben Familie Wolf bereits um Entschuldigung gebeten und eine entsprechende Lösung umgesetzt.“

Das Unternehmen will den Kaufvertrag auflösen und den kompletten Kaufpreis zurückzahlen. Ob dies auf die Mängel an dem Sofa oder den Tod des Käufers zurückzuführen ist, sagt Dedelmahr nicht. Details würden nur mit den Wolfs besprochen.

„XXXL hat uns in einer E-Mail geschrieben, dass sie das Sofa abholen lassen und uns das Geld erstatten wollen“, sagt Wolf. „Dass die auf einmal so schnell in die Gänge gekommen sind, unfassbar.“ Seine Mutter will sich nach all dem Stress kein neues Sofa mehr kaufen. „Lieber will sie auf einem Pappkarton sitzen.“

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