Arbeit & Architektur

Tectrum - Architektur pur aus Glas und Stahl

Das gläserne Tonnendach wölbt sich um dem Tec-Center in Neudorf.

Das gläserne Tonnendach wölbt sich um dem Tec-Center in Neudorf.

Foto: WAZ FotoPool

Duisburg.  Das Tectrum an der Bismarkstraße in Duisburg Neudorf, entworfen von Lord Norman Foster, ist eines der architektonischen Highlights Duisburgs. Gebaut wurden Tec-Tower und Tec-Center in den 90er Jahren.

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„Egal wie klein Deine Idee auch ist, hier kann sie wachsen“: Mit dieser Losung wirbt das Tectrum in Neudorf um junge Technologieunternehmen, die in dem Gründerzentrum an der Bismarckstraße den Firmenstart wagen wollen. Groß war von Anfang an die Architektur für das gläserne Ensemble.

Groß auch der Name des Architekten: Lord Norman Foster, der Duisburg seinen Masterplan-Stempel aufdrückte, entwarf den Technologiepark als Gesamtidee, die seit den 90er Jahren Neudorf seinen architektonischen Mikrokosmos gibt.

Es hat etwas Futuristisches, das bis zum Boden reichende Tonnendach des Tec-Centers abzuschreiten, entlang an dem Wechselspiel zwischen gläserner Front und der matt-silbrigen, leicht gebogenen Zinkblech-Arkade. Zwischen Erdhügel und Baumreihen fällt der Blick auf den Rundling gegenüber, dem Tec-Tower.

Schlanke Stahlsäulen auf satt-blauem Teppich

Wie ein großes, abgeschnittenes C liegt das Tec-Center förmlich auf dem Boden. Bis zum fünften Geschoss wölben sich die Büroetagen in den drei Gebäudetrakten in die Höhe, bis sich auf der Rückseite ihre senkrechte Schnittkante finden. Dazwischen die lichtdurchfluteten, wohl 30 Meter hohen, geräumig-breiten Atrien. Sie geben den Gebäude-Fingern mit ihren geschosshohen Fensterfronten natürliches Tageslicht unter dem schützenden Glasdach. Ohnehin: Glas, Glas und noch mal Glas; schlanke Stahlsäulen ragen aus dem satt-blauen Teppich, der jedes Geräusch zu schlucken scheint.

„Das ist Architektur pur“, meint Uwe Rohde, Chef des städtischen Immobiliendienstes, in dessen Besitz das Tectrum nach seiner Fast-Pleite seit 2003 ist. Rohdes Satz ist doppelbödig: Die Architektur ist beeindruckend, aber sie hat ihren Preis. Da ist viel Luft, die keiner bezahlt. Das mit Millionen Fördermitteln errichtete Gründerzentrum macht Mietverluste – wie fast alle im Land. Immerhin liegt die Mietauslastung nun bei 90 Prozent, 60 Unternehmen sind es mit rund 800 Mitarbeitern.

Der IMD-Chef verhehlt allerdings nicht, dass es bis heute arge und mithin teure Probleme mit der Regeltechnik gibt. Da hapert es an der baulichen und technischen Umsetzung einer allzu ehrgeizigen Architektur und Haustechnik. Wer’s nicht bezahlen muss, der genießt den Blick vom obersten Stockwerk durch die Tiefe des Raumes.

Probleme mit dem Tec-Tower

Besonders gravierend waren die technischen Probleme in dem 30 Meter hohen Rundling, dem Tec-Tower, in dem die Luftzirkulation zwischen der doppelverglasten Fassade partout keine Kühlung bringen wollte und zahlreiche Büro-Räume, die sich kreisförmig auf vier Etagen als Außenring anordnen, lange nicht vermietbar waren.

Aber auch im Tower entschädigt das „schöne Raumgefühl“, so Rohde, für manch technische Tücke. Ein gläserner Aufzug surrt bis unters schräg abgeschnittene Dach, kreisrund scheinen die innen liegenden Büroflure zwischen den 16 tragenden Betonsäulen zu schweben, tief unten fällt der Blick auf die Veranstaltungsfläche im Tiefgeschoss. Das ist Extravaganz. Und Eleganz: Die leicht spiegelnde Außenhaut des Towers gleicht einem riesigen Glaszylinder aus einem Stück. Nur aus der Nähe sind die filigranen Bolzen zu erkennen, die die drei Meter hohen Glasscheiben nahezu unsichtbar tragen.

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