Saubere Sache

Taucher im Nordpark Duisburg holen Müll aus dem Innenhafen

Saubermachaktion im Duisburger Innenhafenbecken

Taucher haben am Wochenende einen Teil des Innenhafenbeckens gesäubert.

Taucher haben am Wochenende einen Teil des Innenhafenbeckens gesäubert.

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Duisburg.   Von Harke bis Handy reicht das Spektrum der Unterwasserfunde im Duisburger Innenhafen. 40 Aktive waren am Wochenende im Einsatz.

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Armin Lorenz streckt seinen Kopf samt Taucherbrille aus dem Wasser des Innenhafen-Beckens: „Braucht jemand ein neues iPhone?“, fragt der 15-Jährige lachend und streckt ein verschlammtes Handy in die Höhe.

Am Samstag haben knapp vierzig Mitglieder des Vereins „Taucher im Nordpark Duisburg“ im Innenhafenbecken getaucht und den Müll herausgeholt, der dort im vergangenen Jahr gelandet ist. Die Aktion ist schon seit Jahren ein fester Termin im Vereinskalender.

Ausrüstung wiegt um die 40 Kilogramm

Zwölf Grad Wassertemperatur misst das Thermometer am Samstagmorgen. „Könnte kälter sein“, kommentiert der Vorsitzende des Vereins, Michael Drecker, die Wasserbedingungen, „woanders sind wir auch schon mal unter Eis getaucht.“ Bevor es ins Wasser geht, schlüpfen Drecker und seine Kollegen aber erst einmal in die Neoprenanzüge und suchen Pressluftflasche, Taucherbrille und Flossen zusammen. „Die ganze Ausstattung kann schon um die 40 Kilogramm wiegen. Unter Wasser merken wir das aber nicht mehr“, sagt Michael Drecker, der die Taucher in kleine Gruppen unterteilt, die an verschiedenen Stellen suchen sollen. „Ich bin gespannt, was wir heute so finden“, kündigt er an. Vor ein paar Jahren haben die Taucher einen aufgesprengten Tresor aus dem Wasser geholt, ein anderes Mal eine Baustellen-Bake samt Beleuchtung.

Der kurioseste Fund von Elke Peters im Innenhafen: ein Motorradreifen. „Die Leute schmeißen die verrücktesten Sachen ins Wasser“, findet die Taucherin. Sie ist gerne Teil des Säuberungs-Teams. So oft komme man ja schließlich nicht dazu, im Innenhafen tauchen zu dürfen: „Da ist richtig Leben drin. Da schwimmen Kois und manchmal auch Schildkröten.“

Weniger Wasser im Hafenbecken

Momentan fasst das Innenhafenbecken viel weniger Wasser als in den vergangenen Jahren. „Das muss irgendwo undicht sein“, sagt Michael Drecker.

Saubermachaktion im Duisburger Innenhafenbecken

Taucher haben am Wochenende einen Teil des Innenhafenbeckens gesäubert.
Saubermachaktion im Duisburger Innenhafenbecken

Deshalb müssen die Taucher erst einmal durch das Wasser waten: „Das ist voll schlammig. Man sieht die Hand vor Augen nicht“, zieht eine Taucherin ein erstes Fazit. Gemeinsam tauchen die Sportler umher und suchen mit ihren Händen den Boden ab. Als ein Taucher wieder an die Wasseroberfläche kommt, eine Glasflasche nach oben streckt und braunes Wasser ausschüttet, jubeln die Zuschauer am Rand, bevor sie den Fund entgegennehmen. Auch Horst Orth steht am Rand und gibt den Tauchern Tipps, wenn er Müll vom Ufer aus sieht.

Der 77-Jährige ist selbst ein überzeugter Taucher. „Unter Wasser ist man schwerelos. Andere fliegen ins Weltall, um das zu erleben“, lacht der Meidericher und nimmt noch eine Glasflasche aus dem Wasser entgegen. Der Müllhaufen wird schnell größer: Es folgen Gläser, Becher, ein Backstein, Papier- und Plastikmüll und zu guter Letzt noch eine verrostete Harke und das Handy.

>>> Wirtschaftsbetriebe entsorgen die Fundstücke

Die Fundstücke bringen die Taucher an eine vereinbarte Sammelstelle, wo sie die Wirtschaftsbetriebe später abholen, damit sie endlich richtig entsorgt werden.

Der hintere Teil des Innenhafens ist durch einen Damm aufgestaut, während der vordere Teil über den Außenhafen noch mit dem Rhein verbunden und schiffbar ist.

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