Schwimmkurse

Tarifordnung der Stadt Duisburg bremst Schwimmlehrer aus

Der Duisburger Schwimmlehrer Kai Böhme kann keine Einzel- oder Zweierkurse in seiner Schwimmschule anbieten.

Der Duisburger Schwimmlehrer Kai Böhme kann keine Einzel- oder Zweierkurse in seiner Schwimmschule anbieten.

Foto: Kai Böhme

Duisburg-Neudorf.  Die Duisburger Hallenbäder haben seit Mittwoch wieder geöffnet. Schwimmkurse kann Kai Böhme dennoch nicht geben. Das ist der Grund.

Das Team der Privatschwimmschule von Kai Böhme steht nach dem Öffnen der städtischen Hallenbäder am vergangenen Mittwoch (12. August) in den Startlöchern, um nach der Corona-Zwangspause endlich wieder Schwimmkurse zu geben. Die bestehende Tarifordnung der Stadt macht dem Privatschwimmlehrer allerdings einen Strich durch die Rechnung.

„Laut noch bestehender Tarifordnung muss pro Schwimmlehrer und Schwimmkurs 30 Euro bezahlt werden“, sagt der Inhaber der Schwimmschule. „Da wir uns auf Einzel- beziehungsweise Zweierunterricht spezialisiert haben, können wir aktuell keine bezahlbaren Kurse anbieten. Ich müsste schon für zehn Einheiten 550 Euro verlangen, damit ich nicht draufzahlen muss. Das macht natürlich niemand mit. Für mein Team und mich bedeutet das, dass wir seit März nicht mehr arbeiten können.

Tarifänderung muss im Duisburger Rat beschlossen werden

Das Team von Kai Böhme ist in Duisburg hauptsächlich im Neudorfer Memelbad im Einsatz. „Dort hatten wir das Glück, dass wir bis Ende 2019 die anfallende Gebühr nicht in der vollen Höhe bezahlen mussten“, sagt Böhme. „Deshalb konnte ich dort meine Kurse anbieten. Jetzt pocht die Stadt allerdings bis zur offiziellen Änderung auf die Einhaltung der Tarifordnung.“ Dass die Änderung kommt, wurde Kai Böhme von Duisburg Sport bestätigt. Allerdings nicht vor Mitte September.

„Privater Schwimmunterricht von Schwimmschulen oder Schwimmlehrern wurde über lange Zeit stets in größeren Gruppen erteilt. Das ist mittlerweile nicht mehr der Fall, deshalb soll nun auch die entsprechende Tarifordnung angepasst werden, um den wirtschaftlichen Bedürfnissen von Schwimmschulen oder Schwimmlehrern weiterhin gerecht zu werden“, bestätigt Stadtsprecher Jörn Esser. „Um die neue Tarifordnung auf den Weg zu bringen, muss allerdings erst die Zustimmung der politischen Gremien erfolgen.“ Voraussichtlich ist das in der nächsten Ratssitzung Mitte September der Fall.

Keine Ausnahmeregelung der Tarifordnung für Schwimmschulen

Auf eine Aussetzung der Gebühr bis zur Änderung braucht Kai Böhme nicht zu hoffen. „Die derzeit noch gültige Tarifordnung sieht keine Ausnahmeregelung vor“, sagt der Stadtsprecher. Für Böhme ist das kaum nachvollziehbar. „Wenn mir durch die Gebühr von 30 Euro pro Stunde wenigstens eine Bahn im Becken zur Verfügung gestellt werden würde, könnte ich das ja noch irgendwie verstehen“, sagt der gelernte Fachangestellte für Bäderbetriebe. „Wir müssen unsere Kurse aber um die normalen Schwimmbadbesucher herum geben.“

Hinzu kommen die erschwerten Bedingungen durch die Corona-Krise. „Selbst größere Kurse mit kleinen Kindern könnte ich aktuell nicht anbieten“, sagt Böhme. „Eltern dürfen nicht mit in die Umkleide, beziehungsweise in das Bad kommen. Und welche Mutter gibt sein kleines Kind schon einem Schwimmlehrer, um es von ihm dann umziehen zu lassen.“

>>SCHWIMMUNTERRICHT

  • Auch der Schwimmunterricht an den Grundschulen kann aufgrund der Hygiene-Vorgaben frühestens nach den Herbstferien wieder angeboten werden.
  • Infos zu der Privatschwimmschule gibt es bei Kai Böhme, Angermunder Str. 145, 47269 Duisburg. Telefon: 0203/39688744 und im Internet: privatschwimmschule.de
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