Kultur

Tanzdemo für mehr Bewegung in der Stadtpolitik in Duisburg

Mit Tanzdemonstrationen  hat Duisburg schon einige Erfahrungen. Am Samstag, 15. September, wird wieder vor dem Hauptbahnhof tanzend protestiert. Die Macher wollen, dass ein soziokulturelles Zentrum eingerichtet wird, „als unkommerzieller Freiraum für Menschen.“

Mit Tanzdemonstrationen hat Duisburg schon einige Erfahrungen. Am Samstag, 15. September, wird wieder vor dem Hauptbahnhof tanzend protestiert. Die Macher wollen, dass ein soziokulturelles Zentrum eingerichtet wird, „als unkommerzieller Freiraum für Menschen.“

Duisburg.   In der Woche „Träume unter Asphalt“ gibt’s Debatten um ein soziokulturelles Zentrum, Bäume und Gebäude. Motto: „Eine solidarische Stadt für alle“

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Duisburger Träume wachsen unter Asphalt. In Anlehnung an den französischen Slogan aus den 1970er Jahren finden in der nächsten Woche zahlreiche Veranstaltung in Duisburg und im Ruhrgebiet statt, bei denen die Stadtentwicklung nicht nur aus architektonischer, sondern auch aus sozialer und kultureller Sicht betrachtet werden soll.

Damit greifen Künstler und andere Aktive unter anderem Themen aus dem Kulturentwicklungsplan auf. Denn, so die Einschätzung der Organisatoren, der Prozess sei langsam wieder eingeschlafen und werde von der Stadt kaum verfolgt. Dabei habe man bei der Kulturkonferenz verabredet, eine Kultur des Ermöglichens zu fördern.

Zuständigkeit für Alte Feuerwache wechselt

Ein lang gehegter Wunsch der Kreativen ist ein soziokulturelles Zentrum. „Im Syntopia gibt es kleinere Ansätze, aber es gibt kaum räumliche Möglichkeiten“, erklärt Christian Wagemann vom Verein Mustermensch. So findet am kommenden Mittwoch, 12. September, eine Diskussion um ein soziokulturelles Zentrum im Grammatikoff statt. Dass dort und nicht etwa in der Alten Feuerwache diskutiert wird, ist schon Teil der Misere. „Derzeit wechselt die Zuständigkeit von IMD und Gebag. Es gab für uns keine Möglichkeiten, in die Feuerwache zu kommen“, so Wagemann. Zuletzt habe man in Hochfeld den Ball der Solidarität gefeiert. Danach wurde das Veranstaltungshaus wieder geschlossen. „Wir sind viele Leute, die sich für so ein Haus engagieren würden. Aber wir haben den Eindruck, dass die Stadt Angst vor Kontrollverlust hat und dass es kaum noch möglich ist, etwas auszuprobieren und auch mal Fehler zu machen“, erklärt Künstlerin und „Kultursprung“-Mitbegründerin Luise Hoyer. „Eigentlich geht es uns darum, dass wir das Ermöglichen ermöglichen“, betont Künstlerin Christina Böckler. Und vielleicht könnte in der Feuerwache ein Zentrum entstehen, das in den Stadtteil Hochfeld strahlt. Um 19 Uhr beginnt die Diskussion. Auf dem Podium sitzen Dezernent Krützberg, der Oberhausener Dezernent für Finanzen und Kultur, Apostolos Tsalastras, Lukas Hegemann, Mitarbeiter der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokulturelle Zentren, Luise Hoyer und Christian Wagemann.

Bau(m)unfug im Mittelpunkt

Einen Abend zuvor, am 11. September, wird zum Gedankenaustausch in die Galerie SG 1 an der Schmalen Gasse eingeladen. Titel: „Bau(m)unfug.“ Zu Gast ist Kerstin Ciesla vom BUND, angeschlossen hat sich außerdem das Bündnis „Intakt“, das vor kurzem erst Banderolen um Baumstämme gewickelt hat, um für den Erhalt der Bäume zu protestieren. „Schön ist, dass sich an der Woche auch Uferretter und andere Aktive beteiligen“, findet Christina Böckler. Diskutiert werden die Stadtentwicklung und Alternativen. Beginn ist um 19 Uhr.

Tanzend wollen sich die Duisburger am 15. September (Beginn 17 Uhr) ihre Stadt zurück erobern. „Tanzt durch die Straßen einer stillstehenden Stadt“, fordern die Macher auf – und hoffen, dass so etwas in Duisburg in Bewegung kommt.

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