Kunstszene

Susan Feind fotografiert Topfpflanzen für ein Buch

Sehnen sie sich nach Licht und Liebe? Auf dieser Fensterbank scheinen nur die härtesten Pflanzen überleben zu können.

Foto: Susan Feind

Sehnen sie sich nach Licht und Liebe? Auf dieser Fensterbank scheinen nur die härtesten Pflanzen überleben zu können.

Duisburg.   Die Duisburger Künstlerin Susan Feind benötigt für ihr jüngstes Projekt noch Platz für Banner, die Aufmerksamkeit auf Alltägliches lenken sollen.

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Für Menschen als Motiv interessiert sich Fotografin Susan Feind nicht besonders. Die 1970 in Duisburg geborene Künstlerin, die Architektur und Kommunikationsdesign studiert hat, hat zum Beispiel den Abriss der alten Mercatorhalle und den Bau von City-Palais und Forum fotografisch dokumentiert. Skurriler wurde es, als sie vor fünf Jahren Hühner zu Kunst erklärt. Dafür musste keine ihrer Hennen, die sie auf dem Hinterhof des Künstler- und Atelierhauses Goldstraße gehalten hat, bluten. Die Fotoserie ihres hübschen kleinen Rassegeflügels, das sie nach möglichst geringem Platzbedarf ausgesucht hatte, wurden mit dem Bildsprachenpreis des Pixel-Projekts ausgezeichnet. Und Susan Feind wunderte sich darüber, dass sie mit „Die Hühner sind Kunst“ mehr Aufmerksamkeit als mit ihren anderen Kunstprojekten erregt hat.

Topfpflanzen sind einfach da

Einer ebenso auffälligen wie unauffälligen Erscheinung und einem besonderen Gefährten des Menschen gilt Susan Feinds Interesse schon länger: Topfpflanzen. Die kommen in Großstädten häufiger vor als Hühner und sagen viel aus über ihre Besitzer, die sie lieben und pflegen, die ihnen gleichgültig gesonnen sind, sie vertrocknen lassen oder ertränken. Vor allem aber: Topfpflanzen sind einfach da.

„Schon seit Jahren fotografiere und beobachte ich den Umgang mit den Pflanzen. Pflanzen sind immer auch eine Präsentation nach außen, sie stellen sozusagen eine Verbindung her. Ich möchte mit meiner Arbeit wieder mehr den Blick für diese alltäglichen Dinge schärfen“, sagt Susan Feind über ihr jüngstes Projekt, ein Fotobuch, das die Ergebnisse ihrer Topfpflanzen-Beobachtungen zusammenfasst. Es wird am 6./7. Oktober beim Offenen Atelier an der Goldstraße vorgestellt.

Um auf das Thema der Topfpflanze und das Buch aufmerksam zu machen, gibt es im Vorfeld eine Postkartenedition, einen Kalender und Präsentationen in Form von Bannern, die im ganzen Stadtgebiet verteilt aufgehängt werden sollen. Im November findet dann im Ludwigsturm am Innenhafen eine Ausstellung aller Banner statt.

Susan Feind sucht noch zehn Duisburger, die ihr eine Hauswand, Balkongeländer oder andere gut sichtbare Flächen zur Verfügung stellen, an denen sie für etwa einen Monat lang ein Banner mit dem Motiv einer Topfpflanze von mindestens 80 mal 100 Zentimetern anbringen kann. Die Motive können an den jeweiligen Ort angepasst werden. Als kleinen Dank erhalten die Duisburger, die Plätze für die Banner zur Verfügung stellen, einen Kalender mit Motiven der Topfpflanzen.

Mitwirkende melden sich per Mail

Susan Feind bittet Interessenten, die sich an der Aktion beteiligen möchten, sich per Mail am besten mit Bild vom Ort zu melden, damit sie sehen kann, ob es Befestigungsmöglichkeiten gibt und welches Motiv sich anbietet: s_feind@yahoo.de

Das Projekt wird durch den Kulturbeirat der Stadt Duisburg gefördert.

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