Magie

Zehnjähriges Zauberertalent will ein ganz Großer werden

Benjamin Späh alias Benjuspokus auf den Spuren von Harry Potter: Die Brille ist da, die Narbe fehlt.

Benjamin Späh alias Benjuspokus auf den Spuren von Harry Potter: Die Brille ist da, die Narbe fehlt.

Foto: Michael Dahlke

Duisburg-Süd.   Benjuspokus ist erst 10 und schon ein erfahrener Zauberer. Er darf schon in Kursen für Erwachsene üben. Nur eine Kleinigkeit bremst ihn noch.

Den Brief aus Hogwarts hat Benni Späh noch nicht erhalten, der Gryffindor-Umhang hängt dennoch bei ihm im Schrank. Der Zehnjährige ist fasziniert von Magie und Zauberkünstlern. So sehr, dass er selber einer geworden ist. „Ich beschäftige mich mit Zauberei, seit ich sechs bin“, sagt Benni. Seine Zauberschule heißt jedoch nicht Hogwarts, sondern Zauberschule Düsseldorf. Die besucht er seit vier Jahren regelmäßig. Jetzt hatte er seinen ersten großen Auftritt.

Das Talent darf schon in Erwachsenenkursen lernen

„Tricks muss man dort eben nach und nach kaufen, aber man wird auch super unterstützt“, sagt Mutter Kirsten Späh. „Die geben Seminare und viele gute Tipps zu Steuern und Vermarktung.“ Da er sich schnell als talentiert erwies, durfte Benni schon an Kursen für Erwachsene teilnehmen. „Viele Sachen kann ich aber noch nicht machen, zum Beispiel, weil meine Hände zu klein sind“, sagt er.

Dennoch beherrscht der Zehnjährige bereits einige beachtliche illusorische Fähigkeiten: Aus einer scheinbar leeren Tüte holt er nach und nach drei Schachteln mit Plastikblumen hervor, aus einer Dose ohne Boden zieht er zusammengeknotete bunte Tücher. Der beeindruckendste Trick ist aber der mit der Feuerschale: In einem kleinen Gefäß zündet er zunächst ein Spezialpapier an, stülpt dann den Deckel über die Schale. Als er ihn wegnimmt, schaut das verblüffte Publikum in ein Osternest mit Schokoküken. Wie er das gemacht hat, verrät Benni natürlich nicht: „ein guter Zauberer verrät nie seine Tricks.“

Erster großer Auftritt beim Sermer Kinderkarneval

Bisher verzauberte der Schüler des Mannesmann-Gymnasiums sein Publikum auf Goldenen Hochzeiten oder Kindergeburtstagen. Seine Klasse und seine Lehrer sind begeistert, sagt er. Am Tag nach Altweiber trat Benjuspokus, wie er sich nennt, beim Kinderkarneval im Sermer Festzelt auf. „Dafür habe ich das Programm geschrieben. Das wurde von der Zauberschule aber abgelehnt, weil es für Kinder zu kompliziert war. Also habe ich drei Nächte lang eine Piratenshow geschrieben, die kam deutlich besser an“, sagt Kirsten Späh. Auch die Kinder hätten super mitgemacht, berichtet sie. „Es hätte auch passieren können, das niemand reagiert.“ Zur Belohnung durfte Benni im Sermer Karnevalszug mitfahren.

Bennis Vorbilder: Hans Klok, Mac King, Penn & Teller

Zu seinen Vorbildern gehören Hans Klok, Mac King sowie Penn & Teller, die er schon zweimal live im Rio Hotel in Las Vegas gesehen hat. Davon hat Benni auch einiges mitnehmen können: „Eine gute Zaubershow ist, wenn das Publikum mitmacht und Spaß hat. Man selbst muss sich wohlfühlen und Spaß dabei haben, den Leuten was zu zeigen“, sagt er. Als Benni nach einem ganz besonderen Trick, den er unbedingt noch lernen möchte, gefragt wird, strahlt er: „Den fliegenden Tisch“, sagt er. Dabei lässt der Magier einen Tisch scheinbar schweben – eine Illusion, die auch Profis in ihren Shows zeigen.

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