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Wirtschaftsbetriebe reißen Bäume raus und pflastern alles zu

Wo vorher Bäume standen und Anwohner Rosen gepflanzt hatten, erstreckt sich nun eine Betonwüste.

Wo vorher Bäume standen und Anwohner Rosen gepflanzt hatten, erstreckt sich nun eine Betonwüste.

Foto: Schmidthäußler

Duisburg-Grossenbaum.   Seit den 80ern zierten Bäume die Sanddornstraße. Anwohner gossen sie und pflanzten Rosen drum herum. Jetzt haben die WBD alles Grün rausgerissen.

Die Zahl der steinernen Vorgärten ist in letzter Zeit so stark gestiegen, dass einige Städte überlegen, die Steinwüsten zu verbieten. Daran hat sich das Ehepaar Schmidthäußler aus Großenbaum beim Blick auf die Sanddornstraße erinnert. „Am Freitag kamen Bauarbeiter, die haben aus den Baumscheiben vor unserer Tür die Bäume rausgeholt und anschließend alles zugepflastert“, sagt Magdalena Schmidthäußler.

Anwohner pflanzten Rosen und gossen die Bäume

„Ich habe schon vor Jahren Rosen neben den Baum gepflanzt, kümmere mich um das Unkraut, im Sommer bekommt der Baum von uns Wasser, und plötzlich ist der Baum vor unserer Türe weg“, ärgert sich die Anwohnerin. Genau wie zwei weitere Bäume auf der Straße.

„Alle sprechen vom Bienensterben, von zu wenig Grün in der Stadt, und hier kommen sie hin und reißen die Bäume einfach raus“, ist auch ihr Mann Günther enttäuscht über die Vorgehensweise der Stadt. Man habe dem Ehepaar auf Nachfrage gesagt, dass neue Bäume gepflanzt werden würden. „Ja, aber dann hätten die doch vorher nicht die Steine verlegt“, wundert er sich.

WBD: Die Bäume mussten weg, weil sie nicht wuchsen

Volker Lange von den Wirtschaftsbetrieben sagt dazu: „Die Bäume auf der Sanddornstraße wurden irgendwann in den 80er Jahren gepflanzt und sind seitdem nicht wirklich gewachsen. Aus diesem Grund mussten sie entfernt werden“, erklärt der Sprecher der Wirtschaftsbetriebe. „Jetzt müssen wir zusammen mit dem Amt für Grünflächen erst einmal prüfen, ob es vielleicht an dem Boden liegt oder die Baumscheiben generell zu klein für die Bäume sind. Bis der Bereich dann neu geplant ist, dauert es natürlich. Deswegen wurden die Baumscheiben vorerst zugepflastert.“

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