Experiment

Wetterballon steigt in den Großenbaumer Himmel

Schüler und Lehrer warten auf den Start des Wetterballons des MINT Teams - und natürlich auch auf den der Ballons, die am Ballonweitflugwettbewerb teilnehmen.

Foto: Fabian Strauch

Schüler und Lehrer warten auf den Start des Wetterballons des MINT Teams - und natürlich auch auf den der Ballons, die am Ballonweitflugwettbewerb teilnehmen.

Duisburg-Großenbaum.   Zusammen mit vielen bunten Ballons ist der Wetterballon der Gesamtschule Süd in Richtung Weltall gestiegen. Mit ihm eine Sonde voller Experimente

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Ein Meer aus bunten Ballons hebt sich am Donnerstagmorgen von den grauen Wolken ab. Der Himmel über der Gesamtschule Süd leuchtet rosa, gelb, grün und blau. Und mittendrin steigt langsam ein großer, weißer Ballon in die Höhe. Der Wetterballon macht sich auf die Reise bis an den Rand des Weltalls. Festgehalten wird der Start von unzähligen Handykameras der Schüler, die sich alle draußen versammelt haben, um den Start nicht zu verpassen. Dieser musste bereits einmal wegen ungünstiger Winde verschoben werden.

Experimente wurden von den Schülern selbst entwickelt

Zusammen mit Lehrer Sebastian Honka entwickelten rund 30 Mint-Schüler aus der sechsten Klasse das Projekt. Bereits im vergangenen Jahr startete ein Wetterballon vom Schulhof der Gesamtschule. Durch das erfolgreiche Pilotprojekt konnte der diesjährige Ballon mit vielen weiteren Experimenten ausgestattet werden. Vier Monate haben die Schüler daran gearbeitet. Sie haben sich Experimente ausgedacht und überlegt, wie sie sich umsetzen lassen. Alle Experimente wurden an der selbstgebauten Sonde angebracht, die an diesem Vormittag vom Ballon in die Höhe getragen wird.

Auch die Schüler der Jahrgangsstufe elf haben am Ballonprojekt mitgewirkt. Von ihnen sind die Experimente zur Messung der Ozonschicht über der Schule. In kleinen Reagenzgläsern befinden sich chemische Mischungen, die sich, wenn alles gut läuft, verfärben, sobald sie auf Ozon treffen. Selbst wenn die Gläschen bei der Landung kaputt gehen, kann das Experiment noch ausgewertet werden. Denn die Kamera an der Sonde ist während des gesamten Flugs auf die Gläser gerichtet. Dazu kommen verschiedene Messgeräte für Lufttemperatur, Luftdruck und weitere Experimente.

Ballonweitflugwettbewerb startet mit dem Wetterballon

Aber nicht nur der Wetterballon hat seine Reise angetreten. Auch viele Ballons der Kinder machen sich auf den Weg. An ihnen befestigt ist eine Postkarte mit der Bitte, den Ort der Fundstelle an die Schule zu schicken. „Wir haben einen Ballonweitflugwettbewerb organisiert“, erklärt Honka. Und daran haben die Schüler wirklich Spaß. Einige haben ihre Ballons zusammen gebunden, in der Hoffnung, dass so die Ballons mit den Postkarten weitere Strecken zurücklegen können.

Während die Ballons auf den ersten Metern noch senkrecht in die Höhe steigen, ändern sie ihren Kurs, sobald immer mehr Meter zwischen Erdboden und die Ballongruppe kommen. Ruhig nimmt sie Kurs Richtung Nord-Osten. „Um so langsamer der Wetterballon steigt, um so höher müsste er eigentlich kommen“, ist Honka guter Dinge, dass die Zielhöhe von 38 000 bis 40 000 Metern erreicht werden kann. Höher kann der Ballon nicht steigen, dann platzt er.

Sonde kommt per Fallschirm wieder auf den Boden zurück

Die Sonde mit den Experimenten wird wieder auf den Boden zurückkommen, getragen von einem Fallschirm. Sebastian Honka wird sich am Nachmittag auf den Weg machen und die Sonde einsammeln. Mit Hilfe eines GPS-Senders kann sie geortet werden. Die Ergebnisse der Messungen werden in den Mint-Klassen ausgewertet und zusammengefasst, um sie mit der ganzen Schule zu teilen.

Lange dauert es, bis die Schüler und Lehrer die Blicke von den Ballons abwenden können, die langsam in den Wolken verschwinden – der Unterricht hätte eigentlich schon längst wieder weiter gehen müssen.

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