Kabarett

Wenn Putz- und Waschroboter die Ehefrau überflüssig machen

Pause & Alich alias Hermann und Fritz schossen mit ihren Pointen in der Klinikkultur teilweise übers Ziel hinaus.     

Pause & Alich alias Hermann und Fritz schossen mit ihren Pointen in der Klinikkultur teilweise übers Ziel hinaus.     

Foto: Peggy Mendel

Duisburg-Buchholz.  Hermann Schwaderlappen und Fritz Litzmann in der Duisburger Klinikkultur: Ihre Pointen über Architektur und Frauen schießen oft am Ziel vorbei.

Einmal im Monat wird im BG Klinikum an den Lachmuskeln operiert. Bei der Klinikkultur legten am Donnerstagabend Hermann Schwaderlappen und Fritz Litzmann Hand an das Skalpell, um mit messerscharfen Pointen Politik und Gesellschaft zu sezieren.

SPD? Steht nur noch für „Suffe, Poppe, Danze“

Die Kabarettisten blicken dabei weit in die deutsche Geschichte zurück: „Ohne uns Deutsche hätte es 1917 keine Oktoberrevolution in Russland gegeben. Denn wir waren es doch, die den Lenin von Basel nach St. Petersburg haben fahren lassen – von meinem Steuergeld!“, empört sich Hermann. Auch an der heutigen Politik lassen sie kein gutes Haar: „Ich hätte nie gedacht, dass ich mal einen von der FDP gut finden würde“, lässt Hermann verlauten. „Doch seit der Wolfgang Kubicki Bundestagsvizepräsident ist, kann er den anderen das Mikrofon abschalten.“ Die SPD spiele im politischen Spektrum bald keine Rolle mehr. „SPD steht bald nur noch für das kölsche Motto Suffe, Poppe, Danze“, erklärt Fritz.

Trotz 30 Jahren Erfahrung fehlt Fingerspitzengefühl

Nach dem Zweiten Weltkrieg habe man lediglich die Städte wieder aufgebaut. „Das ist alles Trümmerbeton. Man wünscht sich ja einen Krieg, der das alles wieder wegbombt. Früher hat man die Städte absichtlich so gebaut, weil man davon ausging, dass in 20 Jahren sowieso wieder ein Krieg kommt“, sagt Fritz. „Die Autobahnbrücke in Genua – wenn man die auch weggebombt hätte, hätte sie nicht einstürzen können.“ Es sind Pointen wie diese, mit der Rainer Pause und Norbert Alich, wie die Bonner Kabarettisten wirklich heißen, das satirische Mittel der Übertreibung konterkarieren. Mit beinahe 30 Jahren Bühnenerfahrung sollten sie eigentlich genügend Fingerspitzengefühl bei der Auswahl ihrer Gags aufweisen. Ein weiteres Beispiel sind Hermanns Fantasien von einer hochtechnologischen Zukunft: „In ein paar Jahren hat jeder vier Roboter zu Hause: Die kochen, waschen und bügeln. Da braucht man gar keine Ehefrau mehr.“ Die derben Späße und gegenseitigen Frotzeleien kommen beim mehrheitlich betagten Publikum der Klinikkultur trotzdem gut an.

Besser wird es bei Witzen über den Straßenverkehr

Besser machen es Fritz und Hermann bei ihren Kommentaren über selberfahrende Autos: „Die kann man dann in Urlaub schicken, ohne selbst mitfahren zu müssen. Über die Bordkamera kann man dann zusehen, wie das Auto auf der A3 im Stau steht – du selber sitzt mit einem Kasten Bier zu Hause und hast Spaß“, sagt Hermann. Der Krieg werde heute auf der Straße fortgeführt. „Wir haben doch doppelt so viele Unfalltote wie Opfer im Zweiten Weltkrieg.“ Was fehle, sei ein Denkmal für alle diese Toten: „Darauf steht dann: Für das Volk, VW und Vaterland.“

In dem Zusammenhang sehen die beiden auch das Bienensterben kritisch: „Hermann, Du hüpfst bald selbst über die Gerstenfelder, um die Pflanzen zu bestäuben, damit Du wieder saufen kannst“, meint Fritz. Der größte Feind der heimischen Gärten sei jedoch der Buchsbaumzünsler. „Das ist der Sausack des Jahres.“

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