Taschen-Diebstahl

Wenn die Polizistin die Supermarkt-Kundin beklaut

Wer mit den Polizisten Dietmar Keil und Claudia Jacoby (links) gesprochen hat, der lässt sich nicht mehr so einfach beklauen.

Foto: Oliver Müller

Wer mit den Polizisten Dietmar Keil und Claudia Jacoby (links) gesprochen hat, der lässt sich nicht mehr so einfach beklauen. Foto: Oliver Müller

Duisburg-Huckingen.   Polizei informiert über Taschendiebstahl: Am Dienstag konnten Supermarkt-Kunden herausfinden, wie es sich anfühlt, wenn plötzlich etwas fehlt.

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Nein, Eis gab es am Dienstagvormittag nicht im Strandpavillon vor dem Edeka-Supermarkt am Angerbogen. Den hatten Claudia Jacoby und Dietmar Keil von der Duisburger Polizei zum Informationsstand in Sachen Taschendiebstahl umfunktioniert. Im Rahmen der landesweiten Aktionswoche, die unter dem Motto „Augen auf und Taschen zu“ die Aufmerksamkeit der Bevölkerung gegenüber Taschendieben schärfen soll, klärten die beiden Präventionsspezialisten darüber auf, wie sich Diebstahlsdelikte vermeiden lassen.

Wie schnell man bestohlen werden kann, ohne es zu bemerken, erfährt Margret Redemann unmittelbar vor Ort. Während des Interviews mit dieser Zeitung entwendet Polizistin Jacoby der Huckingerin unbemerkt das Brillenetui aus der Handtasche – natürlich nur zu Demonstrationszwecken. „Ablenkung ist das entscheidende Element bei der ganzen Sache“, machen die Experten der Duisburger Polizei deutlich. Genauso arbeiten auch die Diebstahl-Profis. Verblüfft ist Margret Redemann schon, aber auch erleichtert: „Die Brille habe ich schon länger gesucht, danke.“

„Eigentlich fühlte ich mich sicher, der Laden war nicht voll“

Ganz so lustig war ihre Diebstahl- Erfahrung vor einiger Zeit im benachbarten Supermarkt nicht: „Da hat man mir das Portemonnaie aus der Handtasche gestohlen, die direkt am Einkaufswagen hing. Eigentlich fühlte ich mich sicher, der Laden war gar nicht so voll.“ Seitdem ist sie vorsichtiger geworden und versteckt ihre Geldbörse in einem abgeschlossenen Fach im Handtascheninnenraum. Ihren Ausweis und sonstige wichtige Dokumente bewahrt sie nun – wie von der Polizei empfohlen – getrennt auf.

Bei ihrer Aufklärungstour durch die Stadt stoßen die Polizisten mit ihren Informationen im Duisburger Süden auf reges Interesse. Kriminalhauptkommissar Dietmar Keil erläutert, dass es immer mehr Taschendiebstähle gibt. Allein im Jahr 2016 sind knapp 2000 Delikte zur Anzeige gebracht worden. „Das sind aber nur die bekannt gewordenen Fälle, die Dunkelziffer ist in dem Bereich sehr hoch“, sagt der Polizeibeamte.

Menschen gehen oft sorglos mit Geldbörse und Brieftasche um

Kollegin Jacoby macht klar, dass in der Regel mehrere Personen Hand in Hand arbeiten, die den oft sorglosen Umgang der Bürger mit Geldbörse und Brieftasche rigoros für sich nutzen. Diebstähle dieser Art werden vorzugsweise an stark frequentierten Orten wie Bahnhöfen, Kaufhäusern, Super- und Wochenmärkten durchgeführt. Besonders beliebte Arbeitsgebiete der Diebe seien auch öffentliche Verkehrsmittel und Großveranstaltungen.

Kristin Nieß kommt gerade gemeinsam mit ihrem fünfjährigen Sohn Femi von der Einkaufstour. Das Informationsangebot der Polizei findet sie prima: „Ich achte zwar ganz bewusst darauf, mich nicht leichtsinnig zu verhalten, die Tipps sind aber schon hilfreich. Eine sehr gute Aktion.“

Warum gerade Frauen oft von Taschendiebstählen betroffen sind, erläuterte Präventions-Experte Dietmar Keil mit einem Augenzwinkern: „Die haben halt das meiste Geld in der Tasche.“

<<< PERSÖNLICHE DATEN GETRENNT AUFBEWAHREN

Die Polizei empfiehlt, sich persönliche Daten zu notieren und diese getrennt von Geld und Karten aufzubewahren. Zu diesen Daten gehören die Kreditkartennummer, Kartenprüfnummer, Kontonummer und die Zugangsdaten für das Mobiltelefon.

Im Schadensfall ist der allgemeine Sperrnotruf 116116 zu nutzen. Die Polizei ist unter 110 zu erreichen.

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