Comedy

Wenn die erste gemeinsame Nacht vor dem ersten Kuss kommt

Bill Mockridge und Margie Kinsky schenken sich nichts: So, wie sie sich necken, müssen sie sich sehr lieben.

Foto: Tanja Pickartz

Bill Mockridge und Margie Kinsky schenken sich nichts: So, wie sie sich necken, müssen sie sich sehr lieben. Foto: Tanja Pickartz

Duisburg-Huckingen.   Bill Mockridge und Margie Kinsky lieben noch und beweisen das auf amüsante Art im Steinhof – wo er auch sein Geheimrezept für die Ehe verrät.

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Wenn es stimmt, dass sich liebt, was sich neckt, dann hat die Liebe zwischen den Comedians Margie Kinsky und Bill Mockridge wahrhaft Shakespearesches Ausmaß: Julia trifft Macbeth müsste allerdings noch geschrieben werden. Sie nennt ihn mit augenzwinkernder Hingabe „mein kanadischer Holzfäller“, er nennt sie – nun ja – Margie. „Hurra, wir lieben noch.“ So haben die irgendwie glücklich Verheirateten ihre Show getauft. Der Besuch zum Comedy-Samstagabend im ausverkauften Steinhof gleicht daher einer Stippvisite bei den Urgroßeltern zur Eisernen Hochzeit: Die Jubilare schwelgen versonnen in ihren privatesten Erinnerungen, während die Gratulanten auf der emotionalen Achterbahn hin- und herrutschen zwischen anrührendem Charme und betretenem Fremdschämen.

Eine römische Italienerin als Wahl-Rheinländerin

„Kannst du dich noch an unseren ersten Kuss erinnern?“, fragt Bill versonnen. „Sischer, dat wor auf dem Bonner Friedensplatz um 15.30 Uhr“, platzt es aus Wahlrheinländerin Margie hervor. „Und unsere erste Nacht …?“ „Dat wor eine Nacht vorher – isch bin ja Italienerin!“

Detailreich und ohne ein Geschlechterklischee zu umpaddeln, widmen sich die Comedy-Urgesteine den Geheimnissen einer funktionierenden Ehe – „du machst am Anfang alles mit, egal wie langweilig es ist: Einkaufen bei Aldi“, oder eben eine Kanufahrt in Kanada, die für den in Toronto geborenen Bill ein romantisches Erlebnis ist und für die shoppingwütige Römerin Margie natürlich ein Fiasko.

Bei der Gründung der Springmaus kennengelernt

Kennengelernt hat sich das heitere Ehegespann der Sage nach vor mehr als 30 Jahren zur Gründung des bekannten Bonner Improvisationstheater Springmaus. Mockridge machte lange Zeit als Erich Schiller in der Lindenstraße mit, wo auch Kinsky mehrere Gastauftritte hinlegte. 2010 startete die heute 59-Jährige ihr erstes Solo-Programm. 2015 kamen die Mockridges ins TV. Ihre Kinder, inzwischen sind es sechs, sind ebenfalls im Showbusiness unterwegs.

Was ist das Rezept einer Ehe? Wenn er, mit dem Gemüt eines Ordnungsamts, auf sie mit dem Temperament eines Wanderzirkusses trifft? Auf der Bühne zumindest scheint es so. „Ich mache es wie bei den AGBs im Internet“, rät Bill dem gespannten Publikum: „Wenn sie redet, gehe ich runter bis zum Schluss und klicke ‘Akzeptieren’.“

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