KRANKENHAUS

Wenn der Strom ausfällt, rettet ein Notstromaggregat Leben

Karl-Josef Scheidt ist technischer Leiter im St.-Anna-Krankenhaus. Er ist zuständig dafür, das Notstromaggregat in der Energiezentrale gewartet wird

Foto: Daniel Elke

Karl-Josef Scheidt ist technischer Leiter im St.-Anna-Krankenhaus. Er ist zuständig dafür, das Notstromaggregat in der Energiezentrale gewartet wird Foto: Daniel Elke

DUISBUrg-Huckingen.   Im St.-Anna-Krankenhaus in Duisburg versorgt ein Notstromaggregat wichtige Geräte mit Energie. Bei Stromausfall schaltet es sich automatisch ein

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Es ist ein Horror-Szenario: Der Chefarzt operiert einen Patienten und plötzlich fällt das Beatmungsgerät aus. Grund: Stromausfall. Damit genau diese Szene niemals passiert, haben Krankenhäuser einen Notfallplan – für den Fall der Fälle, dass der Strom mal weg ist.

Karl-Josef Scheidt ist technischer Leiter im St.-Anna-Krankenhaus in Huckingen. „Dass im Krankenhaus immer Strom fließt, ist überlebenswichtig. Allein auf der Intensivstationen sind 17 Menschen vom Strom abhängig“, sagt er über die Wichtigkeit eines funktionierenden Stromkreislaufes.

Ein Bagger verursachte 20-minütigen Stromausfall

Scheidt arbeitet seit mehr als 30 Jahren im St.-Anna-Krankenhaus. In diser Zeit ist der Strom nur dreimal ausgefallen. „Einmal ist ein Bagger über eine Stromleitung gefahren und der Strom ist für 20 Minuten ausgefallen“, erinnert sich der 57-Jährige. Die anderen beiden Male waren es nur wenige Sekunden. Sobald der Strom weg ist, schaltet sich im Krankenhaus automatisch ein Notstromaggregat ins Netz. 15 Sekunden dauert es, bis die wichtigsten Funktionen im Krankenhaus vom Notstrom versorgt werden – etwa der OP-Bereich und die Intensivstation. Nach 40 Sekunden sind weniger wichtige Geräte wie die Aufzüge, die Lüftungsanlagen und die Sicherheitsbeleuchtung wieder in Betrieb. Es braucht nur wenige Millisekunden und dann sind sogenannte USV-Leuchten im Einsatz. „Die kann man sich vorstellen wie Batterien. Die können nach einem Stromausfall theoretisch mehrere Stunden laufen“, erklärt Scheidt.

Wichtiger Punkt: die Energiezentrale

Das Notstromaggregat steht in der Energiezentrale des Krankenhauses. Dort sind zum Beispiel auch Kältemaschinen und die Heizkessel untergebracht. Das Aggregat ist etwa fünf Meter lang und eineinhalb Meter breit. Darin befindet sich ein Generator. Der wird mit Diesel betrieben. „Gas wäre dafür nicht geeignet. Das kann die benötigte Leistung nicht erbringen“, begründet Scheidt die Kraftstoffauswahl. Das mit Diesel betriebene Notstromaggregat hat eine Leistung von bis zu 550 Kilowatt die Stunde.

Über dem Notstromaggregat befindet sich ein Tank mit 1000 Liter Diesel, die im Notfall verbraucht werden. An einer anderen Stelle im Krankenhaus gibt es noch einen Tank mit 39 000 Liter Fassungsvermögen. „Allein die Menge an Diesel würde für 14 Tage Stromversorgung reichen“, erklärt Scheidt. Im Durchschnitt braucht das Notstromaggregat 60 Liter Diesel die Stunde. Wird nachgefüllt, kann das Notstromaggregat theoretisch immer weiter laufen.

Der Notfall wird mit einem zweiten Aggregat getestet.

In der Regel sei der Strom aber ja schnell zurück. Sobald das der Fall ist, erkennt das Notstromaggregat die Situation und verabschiedet sich quasi wieder aus dem Stromnetz und der Krankenhausbetrieb kann normal weiterlaufen. Einmal im Monat wird dieser Ablauf mithilfe eines weiteren Aggregats getestet, damit er im Ernstfall dann einwandfrei funktioniert.

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