Duisburg 2027

Wenig Interesse an der Zukunft des Duisburger Südens

Gerade mal 40 Interessenten verirrten sich ins Berufskolleg – die Bezirkspolitiker schon mitgezählt.

Foto: Daniel Elke

Gerade mal 40 Interessenten verirrten sich ins Berufskolleg – die Bezirkspolitiker schon mitgezählt. Foto: Daniel Elke

Duisburg-Huckingen.  Die Stadt stellt die Vorhaben der nächsten Jahre für den Duisburger Süden vor, aber nur wenige interessiert’s. Stadtweit gibt’s 5000 Einwände.

Stadtplaner Hendrik Trappmann freute sich über die lebhafte Diskussion, auch wenn nur gut 40 Interessenten – einschließlich der anwesenden Bezirkspolitiker – den Weg ins Bertolt-Brecht-Berufskolleg gefunden hatten. Vorgestellt wurde der Vorentwurf des neuen Flächennutzungsplans, besser bekannt unter dem Namen Duisburg 2027. Die Verantwortlichen hatten jede Menge Fragen zu beantworten.

Bürger haben in Duisburg 5000 Einwände eingereicht

Hendrik Trappmann erläuterte, dass bereits „viele Vorschläge der Bürger in die Planungen eingeflossen sind“. Rund 5000 Einwände seien stadtweit zu bearbeiten gewesen. Der Leiter des Planungsamts stellt klar, dass erst mit dem endgültigen Feststellungsbeschluss durch den Rat (voraussichtlich 2019) der neue Flächennutzungsplan (nach Prüfung der Bezirksregierung, 2020) rechtsgültig wird. Bezirksvertreter Manfred Helten (CDU) hält eine beschleunigte Vorgehensweise für wünschenswert: „Für mögliche Investoren ist der Planungs-Zeitraum einfach zu lang.“

Bürgerverein befürchtet Grundwasserprobleme

Wolfgang Gebhardt vom Bürgerverein Wedau/Bissingheim fragte, ob bei der Bebauung des Wedauer Bahngeländes dieser Prozess abgewartet werden müsse. Trappmann konnte beruhigen: „Konkrete Projekte können natürlich bereits in Angriff genommen werden.“ Gebhardt befürchtet im Rahmen des Mega-Bauvorhabens in Wedau Grundwasserprobleme: „Die Verdichtung durch Gebäude und Straßen erscheint ziemlich hoch. Da sind Probleme mit dem abfließenden Wasser zu befürchten, die besonders Bissingheim betreffen können.“

48 Flächen wurden in puncto Umweltschutz untersucht

Bezirksvertreter Norbert Broda (SPD) wollte wissen, wie viele Flächen im Süden hinsichtlich des Umweltschutzes geprüft worden seien. Peter Heise vom Umweltamt hatte die Zahlen parat: „Im Süden sind 48 Einzelflächen untersucht worden.“ Die Fraktionsvorsitzende der Bezirks- SPD Beate Lieske hatte da widersprüchliche Informationen erhalten. Aber auch das ließ sich vor Ort klären: „Die Grunduntersuchungen der Flächen sind abgeschlossen, aber wo sich noch weiterer Prüfungsbedarf ergeben hat, muss noch im Detail untersucht werden.“

Die Bebauung des Angerbogen II ist wohl durch

Michael Kleine-Möllhoff (Grüne) ist wie seine Partei zwar nach wie vor strikt gegen die weitere Bebauung des Angerbogens, sieht aber keine politische Möglichkeit mehr, dieses Bauprojekt aufzuhalten. „Das ist wohl gelaufen.“

Kleine Lösung für Bauprojekt Am Rahmerbuschfeld

Bei der kontrovers diskutierten Ausweisung der zurzeit noch unter Naturschutz stehenden Fläche Am Rahmerbuschfeld stimmen die Grünen der nun vorgesehenen kleineren Lösung zu: „Wir wollen der Stadtentwicklung ja nicht grundsätzlich im Wege stehen.“ Manfred Helten (CDU) äußerte sich zum gleichen Thema so: „Für uns kommt nur die ganz kleine Lösung infrage, bei der 2,5 Hektar bebaut werden.“

<<< HIER KÖNNEN SIE DEN ENTWURF EINSEHEN

Der Vorentwurf des Flächennutzungsplans ist öffentlich ausgelegt und kann noch bis zum 31. Mai im Bezirksamt Süd eingesehen werden, Sittardsberger Allee 14.

Den Entwurf sowie weitere Informationen gibt es auch im Internet auf duisburg2027.de

<<< POLITIKER ZIEHEN KRITIK AM ENTWURF ZURÜCK

Ihre Kritik am Vorentwurf des Flächennutzungsplans sehen Beate Lieske und Hartmut Ploum (beide SPD) mittlerweile als gegenstandslos an. Die Irritationen seien auf Kommunikationsprobleme zurückzuführen. Ihre Bedenken konnten in Gesprächen mit den Verantwortlichen ausgeräumt werden, so die SPD-Bezirkspolitiker.

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