Jubiläum

Vor 100 Jahren gründete sich die kfd Duisburg-Wanheim

Das Foto entstand am Gründungstag der kfd in St. Suitbert in Duisburg-Wanheim. Zwei der Damen hat die heutige Vorsitzende Hannelore Haßelkamp noch kennengelernt.

Das Foto entstand am Gründungstag der kfd in St. Suitbert in Duisburg-Wanheim. Zwei der Damen hat die heutige Vorsitzende Hannelore Haßelkamp noch kennengelernt.

Foto: Repro: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Duisburg-Wanheim.  Die kfd Duisburg-Wanheim feiert ihren 100. Geburtstag. Früher konnte die Kirche nicht ohne die Frauen, heute gibt es bei der kfd auch Männer.

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Das Priesteramt bleibt Frauen in der katholischen Kirche nach wie vor verwehrt. Die Begründung: Das war schon immer so. Dabei wäre ein Gemeindeleben ohne Frauen gar nicht möglich. Sie engagieren sich ehrenamtlich, etwa in der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd). Am 19. November ist es 100 Jahre her, dass in der Gemeinde St. Suitbert ein Ableger entstand.

Hannelore Haßelkamp ist seit 1973 dabei und gehört nur ein Jahr weniger dem Vorstand an. „Ich habe noch zwei der Gründungsmitglieder kennengelernt“, sagt die 71-Jährige. „In 100 Jahren hat sich viel verändert, aber eines ist geblieben: die große Gottes- und Menschenliebe.“

1914 bekam Duisburg-Wanheim eine Notkirche

Es war 1914, als Wanheim-Angerhausen eine Notkirche bekam. „Viele Leute waren hergezogen, weil sie hier Arbeit fanden.“ 1919 gründeten 15 Frauen einen Mütterverein. „Die Frauen wollten den Glauben leben und einander helfen. Das Motto lautete ,Kirche, Küche, Kinder´ – so war das damals“, erzählt Haßelkamp. Während des Nationalsozialismus trafen sich die Frauen privat und hielten Wortgottesdienste in Bunkern. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren es – wie vielerorts im zerstörten Deutschland – die Frauen, die die ausgebombte Kirche wieder aufbauten. „Der damalige Pfarrer Torbeck bezeichnete sie als die Säulen der Kirche.“

Der Mütterverein bestand damals tatsächlich nur aus Müttern. „Dann wollten aber auch Kinderlose rein. Sie wollten mit den anderen beten und feiern. Und die Gruppe wollte nicht nur als Mütterverein auftreten, sondern als Gruppe für alle, die Hilfe brauchten oder krank waren.“ Vor 40 Jahren wurde die Gruppe Teil der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, die bundesweit 450.000 Mitglieder hat. St. Suitbert gehört zur Pfarrei St. Judas Thaddäus, die wiederum dem Diözesanverband Essen untergeordnet ist.

Heute findet die kfd kaum noch Nachwuchs

„Heute müssen wir keine Kirche mehr aufbauen, aber wir haben viele andere Aufgaben. Geblieben ist, dass wir mitmischen bei politischen und weltlichen Themen“, sagt Haßelkamp. „Beispielsweise verteilen wir die Zeitung der kfd, ,Frau & Mutter´, an unsere Mitglieder. Denn die sind häufig schon sehr alt.“ Außerdem organisieren sie Busreisen, Adventsfeiern, gemeinsame Frühstücke und Gesprächskreise. Zuwachs durch junge Frauen bekommt der St.-Suitbert-Ableger allerdings kaum noch. „Die Leute sind durch ihren Beruf und ihren Haushalt zu sehr eingebunden“, sagt Haßelkamp.

Auch Männer helfen inzwischen mit

Deswegen setzt die Teilnahme an den Gruppentreffen auch keine Mitgliedschaft mehr voraus. „Bei Festen sind auch häufig unsere Männer beteiligt, zum Aufbauen oder Einkaufen zum Beispiel. Früher war das nicht gerne gesehen, aber heute geht es gar nicht mehr ohne sie. Wir helfen uns gegenseitig.“ Auch wenn die Kirche St. Suitbert bis 2025 geschlossen werden soll, will sich die Gruppe weiter treffen. „Dann gehen wir eben woanders in den Gottesdienst. Das Gemeindehaus bleibt uns ja erhalten. Aber es ist ein Umdenken nötig, das Ganze ist ein Aufbauprozess. Aber wir Frauen haben uns innerhalb der Kirche emanzipiert, wir haben bewiesen, dass wir mehr können als Kaffee kochen“, sagt Haßelkamp und fügt hinzu: „Warum sollte nicht auch einmal eine Frau die Bischofsweihe erhalten?“

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