Miet-Ärger

Vonovia schuldet den Hüttenheimer Mietern 360 000 Euro

Auch die Häuser in der Straße An der Steinkaule werden von der Wohnungsgenossenschaft Vonovia betreut.

Auch die Häuser in der Straße An der Steinkaule werden von der Wohnungsgenossenschaft Vonovia betreut.

Foto: Jörg Schimmel.

Duisburg-Hüttenheim.   Die Wohnungsgesellschaft Vonovia will den Mietern das Geld für die zu hohen Müllgebühren zurückerstatten. Dafür will sie jetzt die Miete erhöhen.

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Der Ärger wird nicht weniger bei den Mietern der Uhrenturmsiedlung. Die meisten Häuser dort gehören zu der Wohnungsgesellschaft Vonovia. Die Anwohner klagen über aus ihrer Sicht unbegründete Mieterhöhungen und eine offensichtliche Vernachlässigung der Anlage. Am Freitagabend fand im Keller der neuen Moschee erneut eine Mieterversammlung statt. Gut besucht war das Info-Treffen allerdings nicht: Durch einen Fehler in der Planung wurde vielen Betroffenen ein falsches Datum übermittelt, weswegen nur rund 30 Menschen anwesend waren.

Thomas Stahlbaum als Vertreter der Mietergesellschaft und Peter Heß vom Mieterschutzbund Niederrhein führten das Wort. Sie forderten unter anderem die Einhaltung bestehender Gesetze. „Die Vonovia ist verpflichtet, uns die zu hohen Müllgebühren zurück zu überweisen“, sagte Stahlbaum. Dieser Punkt war ein Gegenstand der Auseinandersetzung mit der Wohnungsgesellschaft. Die Gebühren in Höhe von 360 000 Euro, wie Heß schätzt, sollen aber in Kürze erstattet werden. „Wenn die Vonovia behauptet, dafür sei zu wenig Personal da, dann ist das erbärmlich für einen großen Konzern“, befand Heß.

Mieterverein rät: Miet-Erhöhung schriftlich widersprechen

Ebenso sei es rechtswidrig, die Mieterhöhung durch einen erhöhten Inflationszuschlag zu begründen. „Ein Vermieter kann die Miete erhöhen und sich dabei auf den Inflationszuschlag berufen. Der liegt im Moment bei rund 1,5 Prozent. Die Vonovia verlangt aber fünf Prozent“, so Stahlbaum. Einer solchen Mieterhöhung müsse man erst zustimmen. „Tun Sie das nicht, sonst ist es zu spät“, riet er. Die Vonovia verschicke oft Mahnungsschreiben, die aber wirkungslos seien. „Widersprechen Sie schriftlich.“

Hingehalten fühlen sich die Mieter auch bei Reparaturen. Die Sanierung eines Treppenhaus beispielsweise kostet laut Heß gerade mal 2000 Euro. Diese Summe gehe aus einer Rechnung der Vonovia an einen Käufer hervor. „Die Behauptung der Vonovia, das sei finanziell nicht machbar, kann schon mal gar nicht stimmen – zumal ein Teil der Miete für Instandhaltung vorgesehen ist“, erklärte Heß. Er und Stahlbaum fordern Transparenz und Kontrolle bei den erbrachten Reparaturen. „Es muss klar sein, was gemacht wurde, und ob es gut gemacht wurde.“

Das Sparen auf Kosten der Mieter habe seinen Grund: „Das Problem ist, dass die Vonovia keine Baugenossenschaft ist, wo überschüssiges Geld im Unternehmen bleibt. Bei einer Aktiengesellschaft wie der Vonovia wird gespartes Geld an die Aktionäre ausgezahlt“, analysierte Stahlbaum.

Nach Heuschrecken-Aussage: Anruf von der Vonovia

Vor Ort waren auch die stellvertretenden Bezirksbürgermeister Manfred Helten (CDU) und Seba­stian Ritter (Grüne). Dieser berichtete, dass Vonovia unverzüglich Kontakt zu ihm aufgenommen habe, nachdem ein WAZ-Artikel über kritische Äußerungen Ritters erschienen war. „Der Konzern scheint sehr sensibel auf öffentlichen Druck zu reagieren“, befand er. Ein persönliches Gespräch werde kommende Woche stattfinden. „Ich hoffe, damit konkrete Verbesserungen für die Mieter erreichen zu können.“

Genau wie Sebastian Ritter nutzte auch Manfred Helten den Abend, um sich mit Betroffenen auszutauschen. Ihm ist bewusst, dass die Möglichkeiten der Politik begrenzt sind, da es sich bei der Vonovia um eine private Wohnungsgesellschaft handelt: „Wir haben seitens der Politik zum einen die Möglichkeit, auf die Einhaltung des Denkmalschutzes zu achten, zum anderen auf die Mitwirkung der Vonovia am Mietpreisspiegel hinzuarbeiten.“

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