Pferde

Vom Postenhof aus mit der Kutsche durch den Duisburger Süden

Vanessa Cibuk

Vanessa Cibuk

Foto: Zoltan Leskovar

Duisburg-Serm.   Vanessa Cibuk hat ein ungewöhnliches Hobby: Sie ist Kutschfahrerin. Pony Libi zieht die 240 Kilo schwere Kutsche. Beide lieben es schnell.

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Mit Pferd und Picknickkorb losziehen und auf einer Wiese frühstücken: Diese Wunschvorstellung hat Vanessa Cibuk dazu gebracht, Kutsche zu fahren. Seit fast acht Jahren betreibt die Krefelderin mittlerweile mit ihrem Pony dieses Hobby. Princess of Liberty, also Prinzessin der Freiheit, heißt das Tier. „Kann ich nichts für, die hieß schon vorher so“, sagt Vanessa Cibuk lachend und krault das weiße Pony, das sie nur Libi nennt. Seit kurzem ist der Postenhof in Serm Libis neues Zuhause.

Den Hof hat Vanessa Cibuk ausgewählt, weil das Gelände drumherum perfekt zum Kutschefahren ist, wie sie sagt. Grund: die Nähe zum Rhein und der Wald. Wenn die schwarzen Gurte der Kutsche alle festgeschnallt sind und Libi die ersten Schritte macht, kann die Kutschfahrt beginnen. Es geht vorbei an einigen Feldern zum Wald. „Schaut mal da“, sagt die Bürokauffrau und zeigt mit dem Finger auf ein Reh, das zwischen einigen Bäumen steht. „Wegen solcher Momente liebe ich das Kutschefahren. Ich kann dabei die Natur so schön genießen“, sagt die Pferdeliebhaberin lächelnd.

Mensch und Pony treten in der Kutsche bei Turnieren an

Wenn Vanessa Cibuk und Libi nicht gerade im Wald unterwegs sind, treten die beiden auf Turnieren an. „Am Anfang hatte ich gar keine Ahnung, wie das funktioniert, aber dann habe ich mir das angeschaut und direkt Blut geleckt“, sagt Cibuk und lacht, „mittlerweile ist das wie eine Sucht.“

Die erste Disziplin bei Turnieren ist bei der Fahrerin und ihrem Pony die unbeliebteste: die Dressur. Dafür macht sich die Kutschfahrerin besonders schick. Ein Hut ist Pflicht. Dann werden vorgegebene Figuren gefahren.

Vanessa Cibuk mag es lieber, wenn es richtig schnell geht, wie beim Geländefahren. „Wenn man dann durch einen Wassergraben flitzt und das Wasser an den Seiten hochspritzt – das macht richtig Spaß“, sagt sie über ihre Lieblingsdisziplin.

Für die Krefelderin sind die Turniere eine Art Mini-Urlaub. Mit ihrem weißen VW-Bus fährt sie zu den Turnierorten und bleibt mindestens eine Nacht vor Ort. „Das Nervige an den Turnieren ist nur das ganze Putzen. Bis man Libi sauber hat, das dauert gefühlt ewig“, sagt sie und schielt auf das weiße Fell ihres Ponys.

Ganz schön schwer: Die Kutsche wiegt 240 Kilogramm

Libi zieht eine etwa 240 Kilogramm schwere Kutsche durch den Wald. „Achtung, ducken“, warnt Vanessa Cibuk, als einige Äste auf den Weg ragen. Dann geht es für Libi über Sand. „Das ist jetzt deutlich anstrengender“, erklärt Cibuk, als Libi anfängt zu traben. „Schaut mal, die Ohren gehen nach vorne. Die hat jetzt richtig Spaß.“ Libi wird immer schneller, ein kalter Windzug ist zu spüren. Als sie in den Galopp übergeht, hat man hat automatisch das Bedürfnis, sich festzuhalten.

Mit der Kutsche hat Vanessa Cibuk schon einige außergewöhnliche Erlebnisse hinter sich: Bei einem Erntedankfest in Belgien war die 33-Jährige als Bäckerin verkleidet, hat die Kutsche bunt geschmückt und ist so bei einem Umzug um die Häuser gefahren. In ihrer Geburtsstadt Moers hat sie mit Libi und Kutsche für sie persönlich wichtige Orte besucht, etwa das Geburtshaus ihrer Großmutter oder ihre ehemalige Schule.

„Das Kutschefahren macht mich einfach glücklich“

Die Sonne geht langsam unter, und der Himmel nimmt verschiedene Farbtöne an. Ein Lächeln breitet sich auf dem Gesicht der Kutschfahrerin aus: „Das sind Momente, die einfach genial sind. Das Kutschefahren macht mich einfach glücklich, selbst wenn ich einen stressigen Arbeitstag hatte. Ich bin noch nie vom Stall nach Hause gekommen und war nicht glücklich.“

Und das Picknick mit Pony auf der Wiese? „Naja“, gibt Vanessa Cibuk zu, „das habe ich immer noch nicht gemacht.“ Kann ja noch kommen.

AUF TURNIERFAHRT NUR ZU ZWEIT

  • Bei Turnieren sitzt noch ein zweiter Fahrer in der Kutsche. Bei Vanessa Cibuk ist das ihr guter Freund Matthias.
  • Mit seinem Körpergewicht balanciert der Beifahrer die Kutsche bei den schnellen Fahrten aus.
  • Außerdem ist er dafür zuständig, dem Fahrer den richtigen Weg anzusagen.

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