Vandalismus

Vandalismus: Duisburger Grundschule will Videoüberwachung

Der Förderverein der GGS Böhmer Straße hat im Schulgarten in Duisburg-Buchholz viel zu tun – weil Unbekannte nächtens Bierflaschen im Garten hinterlassen. Auch auf dem Schulhof wird immer wieder randaliert, aber eine Videoüberwachung war nicht in Sicht – bis jetzt.

Der Förderverein der GGS Böhmer Straße hat im Schulgarten in Duisburg-Buchholz viel zu tun – weil Unbekannte nächtens Bierflaschen im Garten hinterlassen. Auch auf dem Schulhof wird immer wieder randaliert, aber eine Videoüberwachung war nicht in Sicht – bis jetzt.

Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services

Duisburg-Buchholz.  Der Förderverein der GGS Böhmer Straße in Duisburg kämpft gegen Vandalismus auf dem Schulhof. Eine Videoüberwachung schien unmöglich – bis jetzt.

Schon der erste Blick in den Schulgarten der GGS Böhmer Straße in Duisburg offenbart das Problem. Eine zerdepperte Bierflasche liegt auf dem Kopfsteinpflaster, die Glassplitter liegen im Garten verteilt. „Das ist noch gar nichts“, ärgert sich Förderverein-Vorsitzender Dirk Giesen, „heute ist ja Freitag, montags ist hier alles voll. Nach jedem Wochenende.“ Schon länger haben die Ehrenamtlichen mit Vandalismus rund um die Schule zu kämpfen, „stellen sie sich mal vor, die Kinder rennen Barfuß dadurch“, seufzt Giesen mit Blick auf die Scherben. Als Unbekannte im Sommer sogar den kompletten Sichtschutz vom Zaun rissen, wollte der Förderverein tätig werden. Bloß: Dem Plan, Kameras zu installieren, machte die Stadt einen Strich durch die Rechnung.

Duisburger Grundschule leidet unter Vandalismus – und Ratten

Mittlerweile hängt der grüne Sichtschutz wieder am Zaun des Schulgartens, Passanten, die den Fußweg unter der U79 nutzen, können den Garten nicht mehr einsehen. „Der war komplett weg“, erinnert sich Michaela Lamers vom Förderverein. „Das ist hier sehr schlecht einsehbar, also geradezu ideal für nächtliche Besucher, die hier ihr Bier trinken“, bedauert Giesen.

Wenn die Kinder während der Ganztagsbetreuung im Garten spielen, laufen sie oft Barfuß – kein Wunder, denn selbst im Winter überzeugt der schön gestaltete Garten mit seiner einladenden Atmosphäre. „Wo können Kinder das heute noch“, freut sich Giesen über das Angebot, „aber so, wie die Situation jetzt ist, müssen wir vorher den Garten nach Scherben durchkämmen.“ Ganz am Rande des großen Schulgartens stehen mehrere schwarze Kisten: Rattenfallen, denn neben kaputten Bierflaschen lassen die ungebetenen Gäste des Nachts auch Lebensmittel im Garten liegen, das lockt hin und wieder einen Nager an.

Förderverein wünscht sich Kameras – doch der Datenschutz steht im Weg

Nachdem auch die eigens angeschaffte Fahrradgarage zum wiederholten Male demoliert wurde, wollte der Förderverein unbedingt eine Kameraüberwachung für den Schulhof auf den Weg bringen. „Aber das dürfen wir aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht“, bedauert Giesen, denn der Schulhof der GGS und KGS Böhmer Straße hat quasi eine Doppelfunktion. Als Verbindungsstück zwischen der Münchener und der Böhmer Straße ist er auch Durchgangsweg, „da kann man nicht einfach jeden filmen“, sagt Giesen.

Im Moment müsse man die Situation einfach aushalten, so der Förderverein. Es gibt auch Alternativen zur Videoüberwachung, wie zum Beispiel im direkten Eingangsbereich des Ganztags. „Dort hängt eine extrem helle Lampe, seitdem ist zumindest das Graffiti-Problem zurückgegangen“, erklärt Michaela Lamers. Im Schulgarten wäre das aber wohl keine Alternative, „alleine schon aus Gründen der Lichtverschmutzung.“ Deshalb wünschen sich die Förderer zumindest, dass die Tore des Schulhofs abends verschlossen werden. „Klar klettern dann wahrscheinlich noch welche rüber, aber dann wäre das immerhin Hausfriedensbruch.“

Stadt macht keine Hoffnungen auf nächtlich Schließungen – aber auf Videoüberwachung

Die Schließung des Schulhofs, erklärt Stadtsprecher Jörn Esser, sei nicht möglich. „Sowohl Sportvereine, wie auch die Musikschule sowie die VHS nutzen den betroffenen Bereich“, erklärt er. Trotzdem haben die Klagen des Fördervereins Wirkung bei der Stadt gezeigt. „Die Stadt Duisburg und das Immobilien Management Duisburg werden prüfen, welche konkreten Maßnahmen vor Ort dazu geeignet sind, künftige Vandalismusschäden zu verhindern oder zumindest zu minimieren“, verspricht Esser. Die Ergänzung des Stadtsprechers dürfte dem Förderverein Hoffnung machen: „Zu diesen konkreten Maßnahmen kann unter Umständen auch eine Kameraüberwachung gehören.“

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