Nach Weihnachten

Ungeliebte Geschenke kommen bei Anne Tränke unter den Hammer

Michael Krebs gab diesmal den Auktionator. Ein paar mehr Bieter hätte er sich gewünscht.

Foto: Thomas Gödde

Michael Krebs gab diesmal den Auktionator. Ein paar mehr Bieter hätte er sich gewünscht. Foto: Thomas Gödde

Duisburg-Bissingheim.   Michael Krebs versteigert bei Anne Tränke ungeliebte Weihnachtsgeschenke, darunter ein lebenrettendes Buch. Es entbrennt sogar ein Bieterkrieg.

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Egal, ob Oma sich zum wiederholten Male gedacht hat, selbstgestrickte Socken wären ein klasse Weihnachtsgeschenk, oder ob die Freundin mit einem vermeintlich hübschen Bild den kahlen Wänden der Studentenbude etwas Gutes tun wollte: Die meisten Geschenke sind gut gemeint, viele aber weniger gut umgesetzt. Am Samstag bot Oma Anne in Bissingheims schlagendem Herz, der Kneipe Anne Tränke, eine Möglichkeit, die unliebsamen Geschenke loszuwerden und gleichzeitig noch einen guten Zweck zu unterstützen. Zusammen mit diversen Fundstücken, die in der Kneipe in den vergangenen Jahren liegengeblieben sind, wurden die mitgebrachten Geschenke versteigert. Ein Teil des Erlöses geht an ein Kinderhospiz in Duisburg.

Unter dem Hammer: ein Buch, das Leben retten kann

Zugegeben, ein paar mehr Bieter und Verkäufer hätte er sich schon gewünscht, gab Wirt Michael Krebs offen zu. Viele Fundsachen stießen zunächst nicht auf wirklich großes Interesse, obwohl ein Regenschirm, High Heels (Krebs: „Noch von Karneval“) und waschechte Rennradhandschuhe für ein niedriges Angebot zu haben waren. Das erste Mal fiel der Hammer bei einem Buch, einem Bestseller aus den Staaten, allerdings in deutscher Sprache. „Woran Du erkennst, dass Deine Katze Deinen Tod plant“ wechselte für sieben Euro den Besitzer, Monika Mengoni-Gamon ist damit zukünftig vorbereitet, sollte ihr Vierbeiner einen Anschlag auf ihr Leben verüben wollen.

Auf Jacke und Rucksack folgen Teelichter und Duftkerze

Weniger überlebenswichtig, dafür ziemlich schick, kam die Neuerrungenschaft von Heidi Freida daher: Nach kurzer Anprobe wanderte eine liegengebliebene Jacke in Freidas Besitz, ebenfalls für sieben Euro.

Die ersten Gebote lockerten die Stimmung ein wenig auf, deswegen ging kurz darauf ein neuwertiger Rucksack über die Theke, der neue Besitzer zahlte sogar freiwillig zehn statt fünf Euro. Es folgten Teelichter, eine gläserne Duftkerze und ein wahrer Bieterkrieg um das „Pflegeset Kleopatra“ inklusive Parfüm und Körperpflege. Sechs Euro waren für Kleopatra fällig, eine Wanne mit Eselsmilch war übrigens nicht dabei.

Im Sommer gibt’s eine Open-Air-Auktion

Die dicken Fische blieben am Samstag liegen, obwohl 40 Euro für zwei PA-Boxen und 30 Euro für ein Mischpult quasi Dumpingangebote waren. „Dann bleibt halt mehr fürs nächste Mal“, erklärt ein optimistischer Michael Krebs. Denn mit den Versteigerungen bei Oma Anne soll es das noch längst nicht gewesen sein. „Im Sommer gibt es erstmal eine Open-Air-Auktion“, kündigt Krebs schon mal an, der genaue Termin folgt demnächst.

Die Versteigerung am Dreikönigstag soll zudem ab jetzt in jedem Jahr stattfinden und zu einem festen Termin im Bissingheimer Kalender werden.

<<< SPENDEN ANS KINDERHOSPIZ

Die Spenden für das Kinderhospiz rundete die Kneipe in diesem Jahr auf, 50 Euro gehen an die Einrichtung. Einige der Gäste spendeten außerdem noch ohne Gegenleistung, so dass insgesamt 80 Euro zusammenkamen.

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