Handwerk

Traditionsbäckerei in Buchholz bekommt einen neuen Chef

Thomas Zimmermann in seiner neuen Backstube. Der Bäcker- und Konditormeister ist jetzt Chef der Bäckerei. Der Laden, der 1956 eröffnet wurde, soll Nahversorger bleiben. Auch die fünf Angestellten bleiben.

Foto: Tanja Pickartz

Thomas Zimmermann in seiner neuen Backstube. Der Bäcker- und Konditormeister ist jetzt Chef der Bäckerei. Der Laden, der 1956 eröffnet wurde, soll Nahversorger bleiben. Auch die fünf Angestellten bleiben. Foto: Tanja Pickartz

Duisburg-Buchholz.   Thomas Zimmermann übernimmt die Bäckerei Bieletzki, die jetzt Zibo heißt.Das Familienunternehmen gab es in Duisburg seit mehr als 60 Jahren.

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Viele Buchholzer haben es bereits gemerkt und sich verwundert die Augen gerieben. Die Bäckerei Bieletzki an der Sudetenstraße, ein Familienbetrieb seit über 60 Jahren, hat einen neuen Namen: Zibo. Bäckermeister Johannes Bieletzki und seine Frau Marianne gehen in den Ruhestand und haben ihren Laden an einen Nachfolger übergeben. „Unser Leben wird jetzt etwas ruhiger“, sagt der 67-Jährige, „aber ich freue mich, dass es hier weitergeht.“

Den Betrieb übernimmt der Bäcker- und Konditormeister Thomas Zimmermann zusammen mit seiner Frau Miki Ono-Zimmermann, die gelernte Konditorin ist. Von langer Hand geplant war die Staffelübergabe aber nicht, sagen Nachfolger und Vorgänger, während sie in der Backstube zusammen Mohnplunder vorbereiten. „Es war Zufall“, sagt Bieletzki, der Zimmermann fürs Weihnachtsgeschäft als Aushilfe eingestellt hatte. Die beiden verstanden sich gut und redeten über die Zukunft. Schließlich hat sich Zimmermann entschieden, der zuvor in Düsseldorf Lehrlinge ausgebildet hat, die Bäckerei zu übernehmen.

Bieletzki geht nach 51 Jahren Arbeit in den Ruhestand

„Für unsere treuen Kunden soll sich nichts ändern“, sagt Bieletzki, der das Geschäft von seinem Vater übernommen hat und noch eine kurze Zeit den neuen Chef einarbeitet, bis er dann nach 51 Jahren harter Arbeit in den Ruhestand geht.

„Wir machen hier aber nicht nur backe, backe Kuchen, wir sind ein Nahversorger“, sagt Bieletzki stolz. Nicht nur Brot und Teilchen gibt’s an der Sudetenstraße, sondern auch Fleisch, Milch, Obst, Gemüse, Tageszeitungen, Konserven und Tiefkühlspeisen sowie Kleinigkeiten für den täglichen Bedarf, etwa Toilettenpapier.

All das will der gebürtige Buchholzer Zimmermann beibehalten, auch die vier Verkäuferinnen und der Bäckergeselle werden weiter für ihn arbeiten. „Das haben wir per Handschlag besiegelt“, wie im Handwerk üblich, sagt der 51-Jährige. Außerdem plane er, ebenfalls bis 67 in seiner Backstube zu malochen, „aber die Leute entscheiden, ob sie unseren Nahversorger mit Frischesortiment weiter haben wollen.“

Das Angebot der Bäckerei bleibt weiterhin süß

Er und Miki Ono-Zimmermann glauben jedoch an den Erfolg der Bäckerei, die jetzt Zibo heißt. „Unser Angebot bleibt süß“, sagt der neue Chef und denkt an die Kuchen, Törtchen und besonders an das Marzipan seiner Frau. Liebhaber von Weihnachtsgebäck und von Schoko-Nikoläusen müssen sich aber bis zum Advent geduldet. „Wir denken jetzt erstmal an den Herbst, und dann kommt noch St. Martin“ mit den traditionellen Weckmännern, sagt der Familienvater zweier Kinder.

Johannes Bieletzki findet ebenfalls, dass er seinen Familienbetrieb in gute Hände gegeben hat: „Die Voraussetzungen sind gut, der Rest wird sich zeigen.“ Sicher ist er allerdings, dass die Spezialität der Bäckerei die Kundenzufriedenheit bleibt und dass sie sich halten wird. „Qualität setzt sich eben durch“, selbst wenn sich die Geschmäcker über die Jahrzehnte ändern. „Jede neue Generation bringt etwas Neues.“ Nicht nur, weil seine Familie die Bäckerei aufgebaut hat, wünscht der angehende Ruheständler seinen Nachfolgern alles Gute. Ihm und seiner Frau Marianne gehört das Gebäude, das Bieletzkis Vater hat bauen lassen. Als Vermieter werden sie über dem Laden wohnen bleiben, freuen sich jetzt aber auf mehr Zeit mit den beiden Enkeln.

Die Schlüsselübergabe gibt’s am Samstag

Am morgigen Samstag feiert die Bäckerei die offizielle Schlüsselübergabe. „Das ist die beste Gelegenheit, um sich von uns zu verabschieden“, sagt der scheidende Chef. Von 6 bis 13 Uhr ist geöffnet. Doch wer sich fragt, was sich hinter dem neuen Namen verbirgt, muss nicht bis Samstag warten: „Das ist mein Spitzname vom Handball“, sagt Thomas Zimmermann. „Bei Viktoria Buchholz haben sie mich Zitronenbomber genannt“, weil er ein wuchtiger Spieler war und damals oft gelbe Shirts trug. Aus Zitronenbomber ist schließlich Zibo geworden.

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