Thekengespräche mit Bier und lokaler Politik-Prominenz

Sie waren zum Thekengespräch gekommen: t Ralf Jäger (2. v. re.), Mahmut Özdemir (re.), Sarah Philipp (2. v.l. ) und Beate Lieske. Foto:

Sie waren zum Thekengespräch gekommen: t Ralf Jäger (2. v. re.), Mahmut Özdemir (re.), Sarah Philipp (2. v.l. ) und Beate Lieske. Foto:

Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE FotoServices

Buchholzer sprachen mit Politkern über Schultoiletten, Kita-Gebühren und Bauprojekte im Duisburger Süden. Tenor: Neubauten sind gut fürs Image

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Duisburg-Buchholz. Seit dem letzten Jahr zieht die SPD durch Duisburgs Kneipen. Mit dem Format „Thekengespräch“ will man beim Bierchen mit den Bürgern dabei ganz ungezwungen über aktuelle Probleme diskutieren. Und das macht man nach eigener Aussage ganz bewusst dort, wo es auch mal „weh tun kann“.

Am Dienstag fand sich die lokale SPD-Prominenz im Rahmen der Gesprächsreihe in der Buchholzer Gaststätte „Pillepalle“ ein, der früheren „Keglerschänke“. Weh tat dabei erstmal die Wahlklatsche, die sich die SPD bei der Europawahl eingefangen hat. Das war auch der Grund, warum OB Sören Link nicht wie angekündigt in Buchholz an der Theke stand. Als stellvertretender Landesvorsitzender war der Duisburger OB bei der Landes- SPD gefragt.

Neunjährige beschwert sich über Schultoiletten

In Düsseldorf galt es, dass schwache Wahlergebnis vom Sonntag zu analysieren. Sehr zum Leidwesen einer Schülerin der Buchholzer Gemeinschaftsgrundschule an der Böhmerstraße, die eigentlich den OB auf den unzumutbaren Zustand der Toiletten an ihrer Schule aufmerksam machen wollte.

Den hatte sie gemeinsam mit ihren Mitschülern in einem Brief geschildert (“Dort ist es total eklig“). Parteichef Ralf Jäger versprach der Neunjährigen, dass der Brief auf jeden Fall an den OB weitergereicht wird. Gleichzeitig versicherte er, dass man das Problem Schulsanierung demnächst massiv angehen werde. „Duisburg bekommt 52 Millionen Euro aus dem Programm ‘Gute Schule 2020’, mit diesem Geld werden dann auch alle Schultoiletten renoviert“, ist Ralf Jäger zuversichtlich.

„Das Kindergeld geht direkt für die Kita-Gebühren drauf“

Mit Blick auf die auch im Duisburger Süden schlechten SPD-Wahlergebnisse bei der Europawahl blieb die Buchholzer Landtagsabgeordnete Sarah Philipp gelassen: „Diesmal stand der Klimaschutz ganz oben, das hat den Grünen viele Stimmen gebracht. Aber bei der Kommunalwahl im nächsten Jahr stehen lokale Themen an, da brauchen wir uns in Duisburg nicht zu verstecken, da bin ich ganz zuversichtlich.“

Das sah Manfred Buchholz aus Buchholz anders: „Ihr habt die falschen Themen auf dem Programm, der Bereich Familienpolitik ist für mich ganz wichtig.“

Dabei sprach der junge Familienvater an, dass man sich ganz schön strecken muss, um finanziell überhaupt über die Runden zu kommen. „Das Kindergeld geht direkt für die Kita-Gebühren drauf, und die Miete für eine Wohnung für eine vierköpfige Familie haut auch ganz schön ins Kontor“, argumentierte der Buchholzer.

Auch Ralf Jäger findet es nicht in Ordnung, dass die Kita-Gebühren in ärmeren Kommunen höher liegen als in reichen Städten („die können sich das einfach leisten“), erinnerte aber daran, dass die letzte rot-grüne Landesregierung dafür gesorgt hat, dass zumindest das erste Kita-Jahr gebührenfrei ist.

„Duisburg hat doch so viel schöne Seiten“

Antje Albrecht, Beate Carbuhn und Helga Ulms machte es sichtlich Spaß, mit Ralf Jäger über Bauprojekte im Duisburger Süden. Die seien wichtig für die Stadt, auch um Duisburgs Image-Probleme aufzuarbeiten, „denn Duisburg hat doch so viel schöne Seiten“.

Die drei und auch andere Gäste waren sich einig: „Es ist prima, mal auf diese Weise miteinander zu sprechen.“

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