Steampunk

Steampunker aus Duisburg bringt sein zweites Buch heraus

Uwe Kurz alias Eusebius van den Boom

Uwe Kurz alias Eusebius van den Boom

Foto: Tanja Pickartz

Duisburg-Huckingen.   Uwe Kurz schreibt Steampunk-Kurzgeschichten. Über Aetherbomben und Dracheneier schreibt er nicht nur, er stellt sie auch her. Und das sehenswert.

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Dampfschiffe gleiten durch die Luft, Duelle werden mit Aethergewehren ausgetragen, durchs Hotel stapft ein Kater mit einem kybernetischen Auge: Wer die Seiten von „Das Duell“ aufschlägt, der betritt eine andere Welt. Die Welt von Eusebius van den Boom, geboren 1861 an der Flanderschen Küste.

Anderthalb Jahrhunderte später öffnet Uwe Kurz die Tür zu seiner Wohnung im Duisburger Süden. Huckingen, ein Mehrparteienhaus – und doch auch eine andere Welt. Eine, in der sein Alter ego Eusebius van den Boom sich wohlfühlen würde: eine Welt, wo im Wohnzimmer nicht das Radio läuft, sondern der Aetherwellenempfänger; wo in der Küche eine Aetherbombe tickt und nicht ein Kurzzeitwecker, und wo van den Boom und Kurz – so ganz lassen sich die beiden nicht trennen – ihre Geschichten aus dieser Welt nicht auf einem USB-Stick speichern, sondern in einem memorialen Datenhort.

Kurzgeschichten aus der Steampunk-Welt

Kurz, der im echten Leben Sprachtherapeut ist, spielt in der Rolle des Autors van den Boom mit Sprache: „Das Duell“ heißt sein zweites Buch, das er gerade veröffentlicht hat. „Erneut serviere ich Ihnen kleine, feine Steampunk-Häppchen und hoffe, dass Sie eine kurzweilige Unterhaltung während der Fahrt im Luftschiff oder in der Dampfeisenbahn, im Wartezimmer des Dentisten oder als Betthupferl zu schätzen wissen“, so führt Eusebius van den Boom in seine Sammlung von Kurzgeschichten ein. Geschichten aus der Steampunk-Welt; aus einer Welt also, mit Dampf betrieben und punkig; ein bisschen verrückt eben. Kreativ.

„Die Zukunft einer fantastischen Vergangenheit, die es in dieser Form nie gegeben hat“ erklärt der Autor, was er beschreibt: Science Fiction sozusagen – aber nicht von heute, sondern aus der Perspektive dessen, der zwischen 1850 und 1914 gelebt hat; der Hochzeit des Dampfzeitalters. Wobei Steampunker nicht auf das 19. Jahrhundert beschränkt sind; schließlich können sie auch auf Zeitreise gehen. So ist auch das Drachenei in Uwe Kurz’ Wohnzimmer geraten.

Ein Drachenei aus Styropor und 1500 Heftzwecken

Drachenei? Es ist leicht, viel leichter als erwartet, dabei sieht es mit seiner Größe eines Footballs und den metallisch glänzenden Schuppen so schwer aus. Und huch, es piept! Das muss der kleine Drache im Inneren sein. „Im Steampunk muss alles eine Funktion haben“, erklärt Uwe Kurz. Der das Drachenei selber gebastelt hat: Auf einem Kern aus Styropor stecken 1500 Heftzwecken – und eine ganze Dose Lack.

Das Drachenei ist nur eines von zahllosen Dingen, die Eusebius van den Boom aus dem Amt für Aetherangelegenheiten und von seinen Zeitreisen mitgebracht hat und das jetzt in der Wohnung von Uwe Kurz ein Refugium gefunden hat. „Ich fand Steampunk-Design schon immer toll, wusste aber nicht, wie es heißt“, sagt Uwe Kurz. Seit er es weiß, bastelt er. Buntmetall, Leder und Holz gehören zu seinen Werkstoffen – und eben Worte. Das eine wird zu Exponaten aus der Steampunk-Welt, das andere entführt seine Leser mitten hinein in eine Zeit, in der die Dampftechnologie zuvor undenkbare Fortschritte verhieß – und heute eine spannende Lektüre verspricht.

Herr Kurz, was ist das Faszinierende an dieser Welt? „Alles. Abenteuer, Romantik, verrückte Wissenschaft“ – was will man mehr?

<<< HIER GIBT’S DAS BUCH

  • „Das Duell“ von Eusebius van den Boom ist im Eigenverlag via Amazon erschienen und in jeder Buchhandlung bestellbar, ISBN 978-17 20 437 536. Es kostet 11,77 Euro.
  • Die Erscheinungsweise basiert auf dem sogenannten print-on-demand-Prinzip: Es werden also nur so viele Bücher gedruckt, wie bestellt werden.
  • Neben Kurzgeschichten enthält das Buch auch einige Radierungen – ebenfalls von Uwe Kurz.
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