Am Alten Angerbach

Stadt Duisburg: Keine Ausgleichsflächen für Landwirt

Reifenspuren eines Traktors ziehen Furchen in den Acker am alten Angerbach. Bald werden hier die Bagger anrücken.

Reifenspuren eines Traktors ziehen Furchen in den Acker am alten Angerbach. Bald werden hier die Bagger anrücken.

Foto: Fabian Strauch.

Duisburg-Serm/Huckingen.   Durch das Bauprojekt Am Alten Angerbach verliert Landwirt Hans-Peter Benger ein Sechstel seiner Ackerflächen. Der Betrieb ist jedoch vorbereitet

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Derzeit brummt noch der Traktor über die Felder am alten Angerbach, bald schon werden es die Bagger und Lastwagen sein, wenn der Baubeginn für das gleichnamige Wohngebiet erfolgt. Über 300 Wohneinheiten sollen dort ab kommenden Jahr auf den Ackerflächen entstehen.

Diese waren 40 Jahre lang im Besitz der Familie Benger aus Serm, die dort in dritter Generation einen Hof betreibt. „Wir haben sie von der Stadt gepachtet. In den letzten 20 Jahren wurde der Vertrag aber immer nur für jeweils ein Jahr verlängert“, erzählt Hans-Peter Benger. Dadurch entgehe die Stadt der Verpflichtung, Schadensersatz zu leisten.

Ein Sechstel des Ackerlandes fällt weg

Mit dem Verlust der 13 Hektar Land am Angerbogen geht ein Sechstel des gesamten Ackerlands des Betriebs verloren. Bisher hat Benger dort verschiedene Getreidesorten, Zuckerrüben und Raps angebaut. „Wir hoffen, dass die Stadt uns demnächst eine Ausgleichsfläche zur Verfügung stellen kann“, sagt er. Derzeit würde er noch auf dem geplanten Baugelände geduldet: „Wenn die Bagger kommen, müssen wir weg. Deshalb pflanzen wir dort nur noch Gras an, das kann man mehrmals im Jahr mähen, weil es immer wieder nachwächst“, so Benger. „Im Gegenzug halten wir die Fläche sauber. Ohne Pflege würde sie umgehend vermüllen“, fügt er hinzu.

Die Stadtverwaltung macht ihm wenig Hoffnungen auf einen anderen Acker. „Landwirtschaftliche Ausgleichsflächen stehen in dieser Größe und in diesem Bereich nicht zur Verfügung“, heißt es von Sprecher Falko Firlus knapp.

„Der Wegfall ist durchaus mit finanziellen Einbußen verbunden“, sagt Benger, obgleich jahrelang klar war, dass die Fläche bebaut werden würde.

Familie gut auf Wegfall vorbereitet

Die Familie ist jedoch vorbereitet: „Wir haben auf unserem Hof noch einen Pferdebetrieb, den wollen wir noch weiter ausbauen.“ Doch auch dafür hofften Hans-Peter Benger und sein Sohn Johannes, der den Hof seit acht Jahren als Teilhaber mit bewirtschaftet, auf eine alternative Ackerfläche.

Der Bengerhof steht seit 1850 in Serm und befindet sich seitdem im Besitz der Familie, die den Hof in dritter Generation führt. Pferde haben auf dem Hof schon immer eine große Rolle gespielt. Angefangen hat alles mit der Haltung von Pferden für den Ackerbau und einer kleinen Warmblutzucht. Aber auch Rinder und Schweine fanden in den Ställen ein Zuhause. 1982 wurde der Betrieb komplett auf die Pensionspferdehaltung umgestellt, 16 Jahre später wurde die große Reithalle und der Dressurplatz mit Führanlage gebaut.

Im Jahr 2011 kamen zwei neue Ställe mit Paddockboxen sowie eine 120 Quadratmeter große Reithalle dazu. Heute sind auf dem Hof rund 90 Pferde beheimatet.

Neu ist zudem der Anbau von Erdbeeren. Die Erdbeeren werden in der Saison täglich frisch gepflückt und an den eigenen Ständen sowie direkt ab Hof verkauft.

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