Geflügel

St. Martin oder Weihnachten: Hier gibt’s Gans frisch vom Hof

Marita Mosch bekommt die Gänse als Tagesküken und zieht sie dann auf. Den Duisburger Bauernhof betreiben sie und ihr Mann in sechster Generation.

Marita Mosch bekommt die Gänse als Tagesküken und zieht sie dann auf. Den Duisburger Bauernhof betreiben sie und ihr Mann in sechster Generation.

Foto: Oliver Müller / FUNKE Foto Services

Duisburg-Mündelheim.  Am Bauernhof Mosch leben 400 Gänse. Marita Mosch hat Tipps für alle, die eine Weihnachtsgans haben wollen – und natürlich ein leckeres Rezept.

Das Geschnatter ist groß unter der Gänseschar, die sich unweit des Hofs von Marita und Reinhard Mosch auf der eingezäunten Wiese aufhält. Der Grund für die Aufregung: Die 400 Gänse haben einen Fototermin für diesen Artikel. Als dann auch noch Gänseliesel Marita Mosch sich ihnen nähert, gibt es kein Halten mehr. In Formation und erstaunlichem Tempo bewegt sich das Federvieh über die Wiese, vergisst dabei glatt das Ausrupfen des frischen Grases, um mitzubekommen, was da denn plötzlich los ist. „Gänse sind unglaublich neugierig“, erklärt die 60-Jährige das aufgeregte Treiben.

Das Ehepaar Mosch betreibt in sechster Generation den Hof, dessen offizielle Bezeichnung „Haus Grind“ lautet. Das Anwesen liegt in Mündelheim direkt hinter dem Deich, die weitläufige Weide bietet den Gänsen reichlich Auslauf und frisches Grünfutter. Hof und Stallungen sind Eigentum der Moschs, der größte Teil der rund 150 Hektar großen landwirtschaftlichen Fläche ist gepachtet.

Gänse aus dem Duisburger Süden werden bis in die Nachbarstädte verkauft

Haupteinnahmequelle ist der Ackerbau. Angebaut werden Dinkel, Raps und Rüben. Reinhard Mosch ist zudem gerade mit der Einsaat des Winterweizens fertig geworden. Seit 1999 hat das Landwirt-Ehepaar sich mit der Gänsehaltung ein weiteres Standbein aufgebaut. Offensichtlich eine gute Idee, denn die frischen Gänse sind in der Vorweihnachtszeit äußerst beliebt . Marita Mosch: „Unsere Kunden kommen nicht nur aus dem Duisburger Süden, auch in den Nachbarstädten hat sich die Qualität mittlerweile herumgesprochen.“

Die Gänse gibt’s auf Vorbestellung, auf Wunsch auch nur Teile wie Brust oder Keule. Geschlachtet wird auf dem Hof, in Kürze werden bereits einige der Tiere zum letzten Mal geschnattert haben. „Ab Ende Oktober geht es mit dem Schlachten los“, erklärt Marita Mosch, denn dann werden die ersten Martinsgänse geordert. Der größte Teil geht vor Weihnachten über die Theke.

400 Gänse vor Weihnachten schlachten, rupfen, ausnehmen

Das bedeutet jede Menge Arbeit, am Ende müssen mehr als 400 Gänse geschlachtet, gerupft und ausgenommen werden. „Ich bin für das Ausnehmen der Gänse zuständig“, erläutert sie. Für das Schlachten steht sie allerdings definitiv nicht zur Verfügung: „Das kann ich nicht, dann würde keine Gans den Hof verlassen.“

Das ist verständlich, wenn man sich um die Gänse, die im Mai als ganz kleine „Tagesküken“ (sogenannte Gössel) angeliefert werden, täglich kümmert und sie aufwachsen sieht. Für die Aufzucht gibt’s nur hofeigenes Futter. Neben dem Grünfutter auf der Wiese gehören Weizen, Hafer und geschroteter Mais dazu.

Füchse und Feinschmecker mögen die Gänse aus Duisburg

Die Gänse sind nicht nur bei Feinschmeckern beliebt. Auch Füchse – zumeist im Frühsommer, wenn deren Nachwuchs zu versorgen ist – schaffen es immer wieder, den Zaun zu überwinden und sich die eine oder andere Gans zu schnappen. „In diesem Jahr haben die sich allerdings hier zum Glück nicht blicken lassen“, stellt die Mündelheimerin fest.

Wer seine Gans für die bevorstehenden Festtage vorbestellen möchten, sollte sich ranhalten, empfiehlt Marita Mosch: „In der Regel wird es nach dem 10. Dezember eng, dann sind irgendwann alle Gänse verkauft.“ Auch wenn die umtriebige Bauersfrau selbst keine Gans schlachten kann, Zubereiten und Verzehren geht auf jeden Fall: „Klar, bei uns gibt es auch Gans, nicht nur zu Weihnachten. Die passt doch prima in diese Jahreszeit, gerade wenn es draußen so usselig ist.“

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>> REZEPT „GANS NACH HAUS GRIND“ (NACH MARITA MOSCH)

  • Zutaten : eine Gans Salz, Pfeffer, süßes Paprikapulver, Honig, Rotwein oder Orangensaft, ein Apfel, Thymian oder Beifuß.
  • Zubereitung : Gans waschen und mit Salz, Pfeffer und eventuell mit Paprika würzen. Einen Apfel für den Geschmack in die Gans legen. Die Fettpfanne auf die unterste Schiene des Backofens schieben und zwei Tassen Wasser hinzugießen. Gans mit dem Rücken auf den Backrost legen. Den Backrost eine Schiene über die Fettpfanne schieben. Den Backofen auf 150 Grad bei Ober- und Unterhitze einstellen (Umluft trocknet zu sehr). Nach circa einer Stunde Backzeit die Gans mit dem Sud begießen. Pro Kilo Gans ist eine Stunde Garzeit zu berücksichtigen. Eine Stunde vor Ende der Backzeit die Gans mit einer Mischung aus 2 EL Wasser und 1 Teelöffel Salz einpinseln. Eine halbe Stunde vor Ende der Backzeit mit ein bis zwei EL Honig einpinseln, damit die Haut pikant und knusprig wird.
  • Sauce : Für die Soße den Fond mit einem Zweig Thymian oder Beifuß aufkochen und mit Saucenbinder andicken. Mit etwas Rotwein oder zwei bis drei EL Orangensaft, Salz und Pfeffer abschmecken.
  • Hier gibt’s die Gans : Haus Grind, Kegelstraße 141, 0203 781512 .
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