Bildung

St. George’s School weiht umstrittene neue Sporthalle ein

Mit den Nachbarn gab es Streit über die neue Halle, der fast bis vor Gericht geführt hätte.

Mit den Nachbarn gab es Streit über die neue Halle, der fast bis vor Gericht geführt hätte.

Foto: Zoltan Leskovar

Duisburg-Ungelsheim.   Die neue Sporthalle der St. George’s School ist viermal so groß wie die alte. Schule hat Sportstars hervorgebracht – aber Streit mit Anwohnern.

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Der Hiphop wummert hier vielleicht nicht anders als in Marxloh, allerdings der Papierfitzel, der einem achtlosen Besucher der St. George’s School am Freitagnachmittag zu Boden fällt, wird eiligst aufgehoben – von den Eltern. Kinder in adretten blau-roten Uniformen, eine drei Meter hohe aufblasbare Zielscheibe als Torwand, Kunstsportrasen, ein Spielplatz mit tatsächlich funktionierenden Geräten und ein Parkplatz jenseits der Kleinwagenklasse. Dass sich die Duisburger Privatschule so ordentlich herausgekämmt hat, liegt auch an dem besonderen Anlass: Gründerin Marietta Horton und Schulleiter Robert Troilett eröffneten feierlich die neue wenn auch nicht unumstrittene Sporthalle.

Die neue Halle ist 80 Meter lang und acht Meter hoch

Es sei nicht immer einfach gewesen, spielt Troilett in seiner Einweihungsrede auf die teils heftige Auseinandersetzung um die 80 Meter lange und acht Meter hohe Halle an, die nur knapp an der Klage vorbeischrammte. „Wir wollen aber weiterhin ein wertvolles Mitglied dieser Nachbarschaft sein.“

Sport sei eine Universalsprache und baue mehr Brücken als irgendetwas anderes, schlug Troilett versöhnliche Töne an. Als Zeichen der sozialen Verantwortung überreichte er einen Scheck über 6503,12 Euro an den Verein Immersatt, der in Duisburg benachteiligte Kinder mit Mahlzeiten versorgt.

Viermal so groß wie die alte Halle

Die neue Halle ist für die Schule ein Riesensprung: Sie ist gut viermal größer als die alte, lässt sich in mehrere Abschnitte unterteilen. Neben vielen Sportarten von Basket- bis Fuß- und Volleyball steht eine Kletterwand zur Verfügung.

Künftig können hier auch große Wettkämpfe mit anderen Schulen ausgetragen werden, „bisher mussten wir dafür etwa nach Berlin reisen, weil es hier zu klein war“, erklärt eine Mutter. Die Ausstattung war ein Grund für sie, ihre Tochter zu St. George’s zu schicken, die Unterrichtssprache Englisch ein weiterer, „wir sind als Fachkräfte in vielen Ländern unterwegs, es wäre schwer gewesen, wenn meine Tochter so kurz vor dem Abschluss auf Deutsch lernen müsste“.

Schwimmstart Damian Wierling ging hier zur Schule

Die Privatschule hat manche Größen schon hervorgebracht, so etwa den deutschen Schwimmsportler und Rekordhalter im 50 Meter Freistil Damian Wierling. „Es war wohl mein Geschichtsunterricht, der ihm diesen Schwung für den Rekord gab“, merkte Troilett mit britischem Humor und einer Prise Stolz an.

Während vorne gefeiert wird, ist es an der Braunlager Straße hinter der Halle ruhig. Hier blickt man noch lange auf die breite cremefarbene Hallenwand und die betongrauen Doppeltüren.

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