Zwergen-sprache

So können Kinder mit elf Monaten reden – mit den Händen

Judith Grommes(rechts) bietet nicht nur Kurse in Zwergensprache an, sie spricht-zeigt darin auch mit ihren eigenen Kindern.

Foto: Jörg Schimmel

Judith Grommes(rechts) bietet nicht nur Kurse in Zwergensprache an, sie spricht-zeigt darin auch mit ihren eigenen Kindern. Foto: Jörg Schimmel

Duisburg-Huckingen.   Bevor kleine Kinder sprechen lernen, können sie sich mit Händen und Fingern ausdrücken. Diese Woche starten neue Kurse in der Zwergensprache.

Kleine Händchen unterhalten sich gerne. Sie sagen mehr als tausend Worte, auch wenn sie noch so klein sind. Und vor allem: Sie sagen Mama und Papa, was los, aber vor allem, was gewünscht ist. Nichts anderes. Noch weit vor dem ersten Wörtchen können Babys mit kleinen Händchen sich ausdrücken – mithilfe der Zwergensprache. Seit dem vergangenen Jahr gibt es das Angebot auch im Duisburger Süden, in dieser Woche starten die neuen Kurse, geleitet von Judith Grommes.

„Egal, wie klein die Babys sind, sie möchten schon sehr früh kommunizieren“, weiß Judith Grommes, ausgebildete Erzieherin und Leiterin der Zwergensprache-Kurse im Süden. „Für die Kleinen ist es eine Möglichkeit, dass sie andere an ihren Erlebnissen teilhaben lassen können“, so Judith Grommes weiter. Da geht es dann nicht mehr nur um das Stillen der Grundbedürfnisse bei Hunger oder Durst. Da geht es auch ums einfache sich-Mitteilen.

Mit der Zwergensprache können Kinder ihre Bedürfnisse ausdrücken

Vor allem aber geht es auch darum, Kind und in der Regel den Eltern eine ganze Menge an Frustration zu ersparen – mithilfe von vielen Zeichen und Gebärden. Es ist eine einfache Formel: Zwergensprache gibt den Kindern die Möglichkeit, ihre Bedürfnisse eindeutig zum Ausdruck zu bringen.

Die Idee zur Zwergensprache stammt ursprünglich aus den USA. Hier wurde die sogenannte „Baby Sign Language“ in den 80er Jahren entwickelt, als vereinfachte Form der Gebärdensprache. In Deutschland gibt es diese Kurse für Eltern und Kind noch nicht so lange. Judith Grommes ist überzeugt von dem, was sie macht.

Mit elf Monaten zeigte Olli sein erstes Wort: nochmal!

Nicht zuletzt, weil sie den Erfolg am eigenen Kind gespürt hat. Sohn Olli ist mittlerweile schon zwei Jahre alt, kann sich recht gut in Wort und Satz ausdrücken – zuvor gelang ihm das aber mit Fingerchen und Händen, eben mit der Zwergensprache. Mit elf Monaten konnte Olli sein erstes Wort – zeigen: nochmal! Für Judith Grommes war es Erleichterung und auch eine neue Ebene der Kommunikation. „Unser Alltag ist ab dem Moment um einiges entspannter geworden.“

Ein anderer Grund, warum die 32-Jährige sich genau für diese Kurs-Form entschieden hat: Auf sie wirkten die angebotenen Kurse im Duisburger Süden immer „sehr überlaufen“. „Das Angebot hat mich einfach enttäuscht“, sagt sie. Ihr fehlte die Flexibilität, sie wollte beispielsweise auch in den Ferien die Angebote gemeinsam mit Olli weiter nutzen. So kam sie darauf: „Ich gründe selber eine Gruppe und erweitere so das Angebot.“

In den Kursen geht es bunt, laut und lustig zu

Auch das Eltern-Zwergen-Café unter Judith Grommes’ Leitung, einmal in der Woche, immer mittwochs von 11 bis 13 Uhr und von 15 bis 17 Uhr, im Vereinsheim des Tuspo Huckingen, läuft gut. Hier kommen Eltern mit ihren Kinder zum gemeinsamen, zwanglosen Spielen und Beisammensein zusammen.

Bunt, laut, lustig, mit viel Musik, so ging und geht es dann auch bei den Zwergensprache-Kursen von Judith Grommes zu. Es gibt Lieder, Tänze, Reime, Biene und Marienkäfer fliegen herbei – und was können die für lustige Sachen machen!

Den noch winzigen Alex, acht Wochen alt und kleiner Bruder vom großen Olli, scheint die Sache mit den Zeichen wenig zu interessieren. Wenn er Hunger hat, dann drückt er das meistens aus mit: Schreien. „Ich freue mich aber schon sehr darauf, wenn auch er mit Babyzeichen anfängt zu kommunizieren“, sagt Judith Grommes.

>> ZEICHEN ALS BRÜCKE ZUR LAUTSPRACHE

Jedes gezeigte Babyzeichen wird immer vom gesprochenen Wort begleitet. Die Zeichen sind, so Grommes, eine Brücke zur Lautsprache und sollen den Spracherwerb erleichtern.

Der Kurs von Judith Grommes startet am kommenden Mittwoch, 22. Februar, um 10 Uhr im Vereinsheim des Tuspo Huckingen. Die Kosten für den zwölfstündigen Kurs betragen 96 Euro. Er richtet sich an alle Kinder im Alter von sechs Monaten bis zwei Jahren.

Weitere Infos gibt es unter 0171/1785105 oder im Internet auf babyzeichensprache.de

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