Sommerferien

So bereitet sich das Mannesmann-Gymnasium aufs Schuljahr vor

Lehrerin Yeannine Jäger

Foto: Heinrich Jung

Lehrerin Yeannine Jäger

Duisburg-Huckingen.   Lehrer haben in den Sommerferien sechs Wochen frei? Von wegen. Ein Schuljahr vorzubereiten, ist viel Arbeit – für Lehrer, Direktor, Hausmeister.

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Wenige Tage Ferien sind noch übrig – mit Sicherheit werden die Schüler des Mannesmann-Gymnasiums in den vergangenen Wochen einen großen Bogen um ihre Schule gemacht haben. Genau wie ihre Lehrer – aber Moment mal. Die waren durchaus da. Denn in einer Schule gilt: Nach dem Schuljahr ist vor dem Schuljahr.

Graffiti werden entfernt und Klassenbücher vorbereitet

Zunächst wird das alte Schuljahr abgearbeitet, erklärt der neue Schulleiter Stefan Zeyen. „Ich war noch drei Wochen nach Ferienbeginn hier, auch bedingt durch meine neue Stelle, aber vor allem, um Organisatorisches zu bewältigen.“ Im Sekretariat müssen Schulabgänger aus dem Verzeichnis gelöscht und Akten ins Archiv gelegt werden. Ebenso viel gibt es in den Tagen vor dem Schulstart zu tun. Neben den Klassenbüchern, die bereits fertig beschriftet vor dem Sekretariat ausliegen, muss der Hausmeister allerlei Instandsetzungen vornehmen. „Heute Morgen hat er kaputte Leuchtstoffröhren ausgetauscht, davor waren die Türschilder dran. Und auf den Toiletten in der Sporthalle wurden die Graffitis entfernt“, berichtet Zeyen.

Der Stundenplan bereitet die meiste Arbeit

Die meiste Arbeit macht die Planung des Stundenplans und des sogenannten Rahmenterminkalenders: Die Daten für Klassenfahrten, Exkursionen und schulinterne Theatervorführungen werden vorab festgelegt und miteinander abgestimmt. Ebenso Klausurtermine. Vorgestellt werden sie kommende Woche in der Lehrerkonferenz, zu der wieder alle Pädagogen erscheinen müssen.

Vorbereitung für 1250 Schüler und über 100 Lehrer

„Da hat jeder Kollege seine eigene Aufgabe. Das läuft auch alles ganz offiziell, die Leute werden angeschrieben und damit beauftragt“, sagt Peter Sönnichsen, dienstältester Studienrat am Gymnasium. Die Stundenpläne hat Biologie- und Sportlehrer Sebastian Teipel bereits fertig – und zwar für alle 1250 Schüler und mehr als 100 Lehrkräfte. „Das hat er über die Ferien gemacht“, sagt Zeyen. Geholfen hat ihm dabei zwar ein Computerprogramm. „Aber insgesamt dauert das natürlich trotzdem etwas, dafür ist diese Woche vor dem Schulbeginn da.“ Oberstufenkoordinator Jens Wedde ist zurzeit mit dem Was/Wie/Wo/Wann der angehenden Abiturienten beschäftigt.

Lehrer Philipp Kastrup freut sich derweil auf sein neues Röntgenfluoreszenzgerät, eine Maschine im Wert von rund 45 000 Euro. Sie soll im kommenden Schuljahr helfen, im Rahmen von „Jugend forscht“ die Belastung der Duisburger Böden zu messen. Als MINT-Lehrer ist Kastrup zuständig für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik und muss wie sein Kollege Wedde einen Plan erarbeiten. Die verschiedenen Teilbereiche des Systems Schule werden anschließend von Zeyen koordiniert.

„Niemand jubelt, wenn er seinen Stundenplan sieht“

„Es ist natürlich eine Herausforderung, alle Beteiligten der Schule unter einen Hut zu bekommen“, sagt Sönnichsen. „Wenn ich die Klausurtermine sehr spät ansetze, freuen sich die Schüler, weil sie mehr Zeit für die Vorbereitung haben. Die Lehrer haben dafür mehr Stress bei der Korrektur. Umgekehrt ist es genauso.“ Genauso solle ein Pädagoge nach Möglichkeit keine zwei Leistungskurse oder nur jüngere Jahrgänge bekommen. „Natürlich wird niemand jubeln, wenn er seinen Stundenplan sieht. Aber wir wollen es schon gerecht gestalten. Dafür braucht man Erfahrung und Kreativität“, so Sönnichsen.

Wirklich Ferien hätte das Kollegium nicht, sagt Zeyen noch: „In den kurzen Ferien müssen wir Klassenarbeiten korrigieren. Da muss man mit einer Stunde pro Klausur rechnen – mindestens“, sagt er ernst. Sönnichsen fährt regelmäßig mit einem Stapel Klausuren nach Borkum, allein, ohne seine Frau. „Wenn ich hochschaue, habe ich einen Blick auf’s Meer“, sagt er lächelnd.

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