Hobby

Seit 16 Jahren fahren sie mit ihren Rennautos im Kreis herum

Duisburg-Mündelheim.   Männer und schnelle Autos: eine Leidenschaft, die oft ein Leben lang hält - so auch bei den Mitgliedern des Slot-Racing-Clubs Mündelheim.

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Immer mittwochs qualmen in Mündelheim die Reifen. Immer mittwochs verfallen 13 Männer dem Rausch der Geschwindigkeit. Denn immer mittwochs trifft sich der „Slot Racing Club“ (SRC) Mündelheim – momentan noch im Keller der alten Mündelheimer Schule.

„Slot Racing“, das dürfte den meisten Menschen im deutschsprachigen Raum schlicht als „Carrerabahn“ bekannt sein, der Stromabnehmer kommt nämlich in den Schlitz, auf Englisch „Slot“. Mit der heimischen Rennbahn ist die Strecke des SRC aber trotzdem nicht zu vergleichen.

Ein einziger Wagen kostet locker 200 Euro

Alleine die Streckenlänge dürfte die meisten Wohnzimmer oder Hobbyräume überfordern, auf gut 33 Metern kämpfen jeweils vier Autos gleichzeitig um die beste Rundenzeit. Die breiten Bahnen sind, samt Deko und Plastikmännchen am Streckenrand, auf Holzplatten verschraubt. Das macht den nahenden Umzug nicht gerade leichter.

Slotcar-Rennen in Duisburg Mündelheim

Beim Mündelheimer SRC geht es um Carrerabahnen
Slotcar-Rennen in Duisburg Mündelheim

Immerhin, die neue Bleibe liegt auch in Mündelheim. Volker Schulte vom SRC erinnert sich: „Uns wurde dieser Kellerraum nach 16 Jahren gekündigt, da habe ich mal im Pfarrheim von St. Dionysius nachgefragt, ob sie noch einen Mieter bräuchten“. Brauchten sie tatsächlich, also wandert der SRC im April ins wenige hundert Meter entfernte Pfarrheim.

„Aufsetzer“ bringen entgleiste Autos wieder in die Spur

Bis dahin wird aber noch in der alten Schule gefahren, und zwar nicht nur irgendwie, sondern im fairen Konkurrenzkampf. „Ein Rennen ist mehr als nur ein paar Runden, jedes Auto muss auf jeder Bahn fahren, der Computer errechnet dann den Sieger“, erklärt Schulte.

An jeder Ecke stehen außerdem noch „Aufsetzer“, die entgleiste Autos wieder in die Spur bugsieren, und für die allergrößten Notfälle gibt es die „Terrortaste“. Wird die betätigt, geht der Strom einfach aus, und das mit gutem Grund. „Es kann passieren, dass entgleiste Fahrzeuge auf einer anderen Bahn landen, das kann zu großen Schäden führen“, so Volker Schulte.

Die 33 Meter schaffen sie in knapp acht Sekunden

Immerhin sind die kleinen Autos schnell unterwegs, die 33 Meter schaffen sie in knapp acht Sekunden. Schade, wenn da was zu Bruch ginge, und teuer noch dazu. „Jeder meiner Wagen beläuft sich auf rund 200 Euro“, erzählt Clubmitglied Frieder Lenz.

80 Stück habe er mittlerweile zusammengebaut, die Summe könne man sich ja ausrechnen. Die Bahn hat man gemeinschaftlich finanziert. „Mit der heimischen Bahn hat das hier fast nichts mehr zu tun“, sagt Lenz.

„Wie im echten Leben gewinnt auch hier kein VW-Käfer gegen ein Formel 1-Auto“

Das Hobby, oder vielmehr die Leidenschaft der 13 Mitglieder beschränkt sich aber nicht bloß auf die Rennstrecke selbst. Auch technisch verlangen die kleinen Karren ihren Fahrern einiges ab. Und sogar die Reifen müssen regelmäßig geschliffen werden.

Die Geschwindigkeit der Wagen hängt außerdem von der Voltzahl ab, „wie im echten Leben gewinnt auch hier kein VW-Käfer gegen ein Formel 1-Auto“, so Volker Schulte. Wer es dann am Ende schafft, das Rennen für sich zu entscheiden, wird selbstverständlich mit einem Pokal bedacht. Das ist meistens ein riesiges Weizenbierglas, drin sind aber nur Weingummis. „Wir haben schon früh herausgefunden, dass Slot Racing und Alkohol nicht zusammen funktionieren“, erklärt Frieder Lenz.

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Zuschauer sind herzlich willkommen

Der Slot Racing Club Mündelheim trifft sich noch bis März jeden Mittwoch um 19 Uhr in der alten Mündelheimer Schule. Interessierte Zuschauer sind herzlich willkommen.


Ab Juli fahren die Carrera-Bahn-Fans dann im Keller des St. Dionysius-Pfarrheims. Dann soll die Bahn nach dem Umzug wieder aufgebaut sein.

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