Schule

Schulsekretärin geht nach 42 Jahren in Rente

Gelungene Überraschung: Marlies Focks (li.) hier mit der stellvertretenden Schulleiterin Gisela Pauss, wurde zu ihrer Verabschiedung mit einem Oldtimer zum Bertold-Brecht-Berufskolleg gefahren.

Gelungene Überraschung: Marlies Focks (li.) hier mit der stellvertretenden Schulleiterin Gisela Pauss, wurde zu ihrer Verabschiedung mit einem Oldtimer zum Bertold-Brecht-Berufskolleg gefahren.

Foto: Alexandra Roth

Duisburg-Huckingen.   Marlies Focks arbeitete 42 Jahre lang als Sekretärin am Bertolt-Brecht-Berufskolleg. Jetzt geht sie in Rente. Überraschungsparty zum Abschied.

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Im Jahr 1976, vor 42 Jahren also, war in der Welt eine Menge los. Jimmy Carter wurde zum US-Präsidenten gewählt, Erich Honecker zum Vorsitzenden des Staatsrates, und Steve Jobs und Steve Wozniak gründeten eine kleine Firma namens Apple. Marlies Focks wird das Jahr aber aus einem ganz anderem Grund im Gedächtnis bleiben: 1976 trat sie als 22-Jährige ihre Stelle als Sekretärin des Bertolt-Brecht-Berufskollegs an, damals noch nicht am Ziegelkamp in Huckingen ansässig, sondern auf der Albert-Schweitzer Straße. Als Sekretärin ist Marlies Focks der Schule, die damals noch den eingängigen Namen „Außenstelle Süd der Städtischen Gewerblich-Technischen Schule Duisburg-Mitte“ trug, nicht mehr von der Seite gewichen. Heute blickt die 63-Jährige auf 42 erfolgreiche Berufsjahre zurück – und freut sich trotzdem auf die verdiente Rente nach den Osterferien.

Am Aufbau der Schule beteiligt

„Als ich angefangen habe, hatte ich zwei Ordner und ein paar Stifte“, erinnert sich Marlies Focks und muss schmunzeln, „heute liegen alleine 40 Meter Schülerkarteikarten im Archiv.“ Nach dem Umzug in das aktuelle Schulgebäude im Jahr 1984 kümmerte sich Focks vor allem um das Kollegium und den Haushalt der Schule. „Deswegen werde ich das Kollegium auch so vermissen“, bedauert sie. „Ich hatte so großes Glück, die ganzen 42 Jahre mit so lieben Menschen arbeiten zu dürfen“, sagt sie und fügt hinzu, „eigentlich würde ich nie gehen“.

Trotzdem hat sie sich Anfang 2018 zu diesem Schritt entschlossen, seit Februar ist auch ihr Mann Rentner. „Dann haben wir mehr Zeit für unsere große Leidenschaft, das Reisen“. Als nächstes stehen für die beiden Kurztrips nach Dresden und London an, im nächsten Jahr dann eine große Reise ans Nordkap.

Jetzt stehen Reisen auf dem Programm

Marlies Focks weiß aber schon jetzt, dass sie einiges vermissen wird. „Ich habe über die Jahre so viele neue Menschen kennengelernt, der Kontakt zu den Kollegen und Schülern war immer ein Highlight.“ Nur eines von vielen gewiss: Die Einweihung des Neubaus durch den damaligen Ministerpräsidenten Johannes Rau gehört auch dazu, genauso wie die vielen Aktionen abseits des normalen Unterrichts. Natürlich habe es auch negative Erlebnisse gegeben, „aber die vergisst man schnell, wie in einer Familie.“

Zum Abschied will Focks das Kollegium verwöhnen, zusammen mit ihrem Mann bekocht sie alle Lehrer der Schule. „Ich weiß natürlich nicht, ob an dem Tag noch etwas anderes geplant ist“, schmunzelt sie. „Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, bilanziert Marlies Focks und denkt nochmal mit Freude an die Pionierzeit zurück, in der sie am Aufbau der Schule am neuen Standort beteiligt war. Und ganz sicher, meint Focks, wird sie auch am Nordkap immer wieder an ihr Berufskolleg denken.

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