Jugend forscht

Schüler erforschen belasteten Boden auf Schwermetalle

Sonja (von links), Beyit und ihr Lehrer Philipp Kastrupp gehören zur Arbeitsgemeinschaft „Jugend forscht“. Sie untersuchen Bodenproben aus dem Duisburger Süden auf Schadstoffe und Gifte. Dazu benutzen sie eine spezielle Presse.

Foto: Stephan Eickershoff

Sonja (von links), Beyit und ihr Lehrer Philipp Kastrupp gehören zur Arbeitsgemeinschaft „Jugend forscht“. Sie untersuchen Bodenproben aus dem Duisburger Süden auf Schadstoffe und Gifte. Dazu benutzen sie eine spezielle Presse. Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg-Huckingen.   Das Mannesmann-Gymnasium in Duisburg hat eine Arbeitsgemeinschaft „Jugend forscht“. Nachwuchswissenschaftler gehen der Umweltverschmutzung nach.

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Wie verseucht ist eigentlich der Boden im Duisburger Süden? Diese Frage stellen sich sechs Schüler des Mannesmann-Gymnasiums. Die Teilnehmer der Arbeitsgemeinschaft „Jugend forscht“ wollen der Bodenbelastung nachgehen.

Denn sie hat in der Region eine lange Geschichte. Vor mehr als 15 Jahren wurden von der ehemaligen Metallhütte Duisburg (MHD) in Wanheim giftige Stäube in die Luft geblasen. Die Partikel gingen besonders in der Umgebung des Südens nieder, wo viele Böden bis heute mit Schwermetallen belastet sind.

Schon die Stadt Duisburg untersuchte vor zehn Jahren die Bodenbelastung. Dieses ehemalige Projekt haben sich nun sechs junge Forscher des Mannesmann-Gymnasiums zu eigen gemacht. In zwei Gruppen à drei Teilnehmern analysieren die Schüler gesammelte Bodenproben auf Schwermetalle wie Blei und Zink.

Das Projekt läuft schon seit Monaten. „Die Bodenproben für das Projekt haben die Schüler in ihren Sommerferien genommen“, erzählt Philipp Kastrup, der Leiter der AG. Danach haben sie die Proben für die Messungen aufbereitet und analysiert. „Nun fehlt nur noch die Interpretation der Ergebnisse“, erzählt Sonja, die an der AG teilnimmt. Von den Ergebnissen versprechen sich die jungen Forscher viel: „Es wäre schon cool, wenn wir Werte finden, die unerwartet hoch oder nah an den Grenzwerten der Stadt sind“, spekuliert die Schülerin.

Ebenfalls untersuchen die Schüler im laboreigenen Gemüsegarten, wie Salat, Radieschen, Möhren und Kartoffeln in belasteter Erde gedeihen. Die Belastungswerte wollen sie demnächst in einem speziellen Röntgengerät messen, das der Schule extra dafür zur Verfügung gestellt wird. Auch die Schüler sind von dem Projekt begeistert. „Es gibt viele Leute hier im Süden, die ihr eigenes Gemüse in ihrem Garten anbauen. Deshalb ist es wichtig zu untersuchen, welche und ob Schadstoffe hier zu finden sind“, erzählt AG-Mitglied Vincent.

Zeitaufwand ist deutlich gestiegen

Es ist ein Projekt, dass nicht nur relevant für das Leben im Duisburger Süden ist, sondern auch viel Zeit der Schüler in Anspruch nimmt. „Am Anfang haben wir uns einmal in der Woche getroffen, nun sind es schon mehrere Male in der Woche“, berichtet der 17-Jährige Nachwuchsforscher Beyit.

Die Ergebnisse der Untersuchungen will die junge Forschergruppe schon bald bei „Jugend forscht“ einreichen, Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb für junge Mathematiker, Informatiker, Techniker und Naturwissenschaftler. Bis Dezember haben sie noch Zeit, ihr Projekt fertigzustellen. „Es ist schon stressig, aber es macht auch viel Spaß“, erzählen die Gymnasiasten. Auch Vorteile für ihre weitere wissenschaftliche Laufbahn erhoffen sich die Nachwuchsforscher. „Wir wollen eigentlich alle in die Wissenschaft, am liebsten Medizin studieren“, sagt Beyit. „Ich glaube, durch unsere Erfahrungen, die wir hier machen, werden wir es später in der Uni etwas leichter haben.“

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