Exkursion

Biotope in Duisburg: VHS-Kurs erkundet den Heltorfer Forst

Im Rahmen der beliebten VHS-Reihe „Biotope in Duisburg“ ging es dieses Mal in den früheren Hutewald im Heltorfer Forst. Im Schatten der Bäume war die Hitze einigermaßen erträglich.

Im Rahmen der beliebten VHS-Reihe „Biotope in Duisburg“ ging es dieses Mal in den früheren Hutewald im Heltorfer Forst. Im Schatten der Bäume war die Hitze einigermaßen erträglich.

Foto: Herbert Höltgen

Duisburg-Großenbaum.   Der Heltorfer Forst wurde bis ins 19. Jahrhundert von Bauern als Weidefläche für ihr Vieh genutzt. Heute gibt es dort sogar ein Stück Urwald.

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Mit so vielen Teilnehmern hatte Naturexperte Martin Scholz nicht gerechnet. Das Thermometer zeigte um 14 Uhr beim Start der VHS-Exkursion immerhin satte 36 Grad an. Normalerweise sollte man sich da ein schattiges Plätzchen suchen und die körperlichen Tätigkeiten auf ein Minimum beschränken. Davon hielten mehr als 20 Naturinteressierte allerdings gar nichts. Im Rahmen der Reihe „Biotope in Duisburg“ werden in jedem Jahr während der Duisburger Umwelttage - von Juni bis Ende August - naturkundliche Exkursionen angeboten. Diesmal führte Martin Scholz, der Leiter der „Naturwerkstatt Duisburg“, zu einem sogenannten Hutewald im Heltorfer Forst.

Die Böden verarmten mit der Zeit

Hutewälder wurden ab dem Mittelalter von den Kleinbauern für die Viehwirtschaft genutzt. Scholz erklärte, dass es bis zum 19. Jahrhundert Landwirtschaft in der heutigen Größenordnung nicht gab: „Damals ernährte ein Bauer hauptsächlich die eigene Familie.“ Dabei schaute man sich genau an, welche Flächen als Waldweiden geeignet waren. Das ausgewählte Waldstück sollte ausreichend Nahrung für die dort gehaltenen Schweine, Ziegen, Schafe und Rinder bereithalten. Schweine bevorzugten die Früchte der Eichen, Buchen waren auch gern gesehene Nahrungsspender.

Hutewälder gab es in der Regel in der Nähe von Siedlungen. Exkursionsteilnehmer Dieter Wiegershaus hatte als Großenbaumer praktisch ein Heimspiel. Er vermutet: „Da haben wohl Rahmer Bauern ihr Vieh versorgt, dort war die Landwirtschaft schon früh ausgeprägt.“

Bauern entnahmen dem Wald für ihre Ställe die Streu- und Humusschicht

Martin Scholz deutete auf die dem Waldstück gegenüberliegende Heidelandschaft hin: „Die ist künstlich angelegt worden, um zu zeigen, wie es früher in den Wälder häufiger aussah.“ Der Naturschützer nannte auch den Grund: „Die Bauern entnahmen dem Wald für ihre Ställe die Streu- und Humusschicht, die Böden verarmten, und es entstanden Heideflächen“.

Auf der rund einen Hektar großen neu angelegten Heidefläche musste nicht nur der Waldboden entfernt werden, die Fläche wurde komplett gerodet und die Wurzeln ausgegraben. Scholz führte die Gruppe ein Stück weiter in Höhe des Vereinsgeländes vom Lichtbund. Dort gibt es ein eingezäuntes Stück Urwald zu sehen, bei dem bewusst nicht eingegriffen wird. Insgesamt zehn Prozent der Duisburger Waldfläche bleiben so sich selbst überlassen. Damit beteiligt sich die Stadt an dem internationalen FSC-Programm, das sich den Schutz der Wälder zur Aufgabe gemacht hat.

Ungewöhnlich: ein total verdorrter Staudenknöterich

Die große Hitze, die auch der Natur derzeit zusetzt, ist bei Martin Scholz ebenfalls Thema: „Die Bäume und Pflanzen haben richtig Stress, je nach Art leiden sie stark unter der Trockenheit.“ Er zeigt auf einen total verdorrten Staudenknöterich: „Das habe ich so noch nie gesehen.“

Trotz der hohen Temperaturen zeigten sich die Teilnehmer angetan von dem informativen Waldrundgang, wie die Aussage zweier Naturfreundinnen belegt: „Das war ganz toll und zudem verständlich erklärt.“ Martin Scholz wird`s gerne hören.

<<< EXKURSION ZUM PARALLELKANAL

„Der Parallelkanal – ein Biotop der besonderen Art“ ist das Thema der letzten Exkursion 2018 im Rahmen der VHS-Reihe Biotope in Duisburg.

Am Samstag, 25. August, führt Heinz Kuhlen zur Vegetation zwischen Kalkweg und Kanal, der 2008 zur Regattastrecke wurde. Treffpunkt ist um 14 Uhr am Seehaus, Bertaallee 7.

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