Großeinsatz

Wegen Reizgas: Sekundarschule in Duisburg geräumt

Auf einer Treppe vor dem Gebäude sitzen

Auf einer Treppe vor dem Gebäude sitzen

Foto: Fabian Strauch

Duisburg-Huckingen.   Großeinsatz der Feuerwehr an der Sekundarschule Am Biegerpark in Huckingen: 34 Menschen werden durch Reizgas verletzt, 14 kommen in die Klinik.

Rettungswagen für Rettungswagen rast am Mittwochmittag zur Sekundarschule Am Biegerpark, kurz darauf stehen dutzende Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr auf dem Sportplatz neben dem Gelände. Vor der Schule treffen die Rettungskräfte auf mehrere Schüler, die weinend und hustend auf dem Boden sitzen.

Reizgas im Treppenhaus versprüht

Ein Unbekannter hat gegen 11.45 Uhr, kurz vor der zweiten großen Pause, Reizgas im Treppenhaus versprüht. Auf dem Weg nach draußen atmen 34 Menschen, darunter zwei Lehrerinnen, dieses ein und klagen über Reizungen der Augen und der Atemwege. Die Schulleitung räumt das Gebäude, um 12.05 Uhr rufen die Lehrer die Feuerwehr. Eine Viertelstunde später lösen die Rettungskräfte die Einsatzstufe „Massenanfall an Verletzten“ aus.

Die betroffenen Schüler werden in und vor einem Nebengebäude betreut. Sie sitzen mit geröteten Augen auf einer Treppe, Lehrer und Rettungskräften kümmern sich um sie. Durch Sauerstoffmasken versuchen die Schüler, ihre Atmung zu normalisieren. 14 von ihnen werden nach der Erstversorgung ins Krankenhaus gebracht. Die Polizei sperrt diesen Teil des Schulhofs ab.

„Um welche Flüssigkeit oder Gas es sich handelt, müssen wir noch ermitteln“, sagt Feuerwehr-Sprecher Oliver Tittmann. „Wir haben zunächst Türen und Fenster geöffnet, damit sich das Gas verflüchtigt. Wenn es notwendig ist, setzen wir auch Druckluftgeräte ein.“

Versprüht wurde das Gas im Treppenhaus der zweiten Etage, berichtet Schulleiter Pavle Madzirov. „Wir hatten Glück im Unglück, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Alle sind ansprechbar und atmen“, sagt er über den Gesundheitszustand der Kinder. „Gott sei Dank war große Pause, so dass nur ein kleiner Teil von Schülern betroffen ist. Gut, dass das nicht während der Unterrichtszeit passiert ist“, sagt er.

Betroffen sind Schüler der jüngeren Jahrgangsstufen, die in diesem Gebäudetrakt untergebracht sind. Wer das Gas versprüht hat, ist noch unklar. Die Kriminalpolizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung.

Feuerwehr untersucht die Schule

Die evakuierten Schüler sammelten sich zunächst auf dem Tartanplatz neben der Schule, später wurden sie nach Hause geschickt. Zahlreiche Eltern kommen zu der Schule, um ihre Kinder abzuholen oder zu versorgen, der überwiegende Teil wirkt angespannt, aber nicht panisch. Spezialisten der Feuerwehr untersuchen das Schulgebäude, können aber keine gefährlichen Stoffe feststellen.

Die Schulleitung der Sekundarschule geht davon aus, dass der Unterricht am Donnerstag wie gewohnt stattfinden kann. Das benachbarte Mannesmann-Gymnasium ist von dem Vorfall nicht betroffen. Dort läuft der Unterricht ganz normal weiter.

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Die Polizei sucht nach Zeugen, die Angaben zum Geschehen machen können. Sie sollen sich an das Kriminalkommissariat 36 unter 0203/2800.

Alternativ können sich Zeugen auch bei der Schulleitung melden.

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