Mücken-Plage

Rahmer trauen sich abends nicht mehr raus – wegen Mücken

Groß wie ein Zehn-Cent-Stück sind die Mücken in Großenbaum und Rahm, berichten Anwohner.

Groß wie ein Zehn-Cent-Stück sind die Mücken in Großenbaum und Rahm, berichten Anwohner.

Foto: Jochen Lübke/dpa/Archiv

Duisburg-Grossenbaum/Rahm.   Ohne Mückenstich kommen Bewohner in den Duisburger Stadtteilen Rahm und Großenbaum noch nicht mal mehr vom Auto ins Haus. Die Mücken sind besonders groß und aggressiv.

Bsssss – das leise und doch bedrohliche Sirren einer Stechmücke raubt wohl jedem den Schlaf. Wer nicht mit einem halben Dutzend Mückenstichen aufwacht, tut das mit einem von Selbst-Ohrfeigen malträtierten Gesicht. Noch viel extremer ist es bei den Menschen in Großenbaum und Rahm, denn die haben seit vergangener Woche mit einer ausgewachsenen Mückenplage zu kämpfen. Das bekam auch der Fotograf der Südredaktion zu spüren: Ein kurzes Mücken-Shooting vor Ort, und er trug elf Stiche allein auf dem Rücken davon.

Anwohner sagen: „So schlimm war es noch nie“

„Mücken gibt es hier jedes Jahr, aber so schlimm war es noch nie“, berichtet eine Anwohnerin, die mit ihrer Familie seit sechs Jahren im Reiserpfad wohnt. „Besonders abends, wenn es wieder feucht wird, kann man nicht mehr rausgehen. Man geht zwar nicht durch einen Nebel aus Mücken, aber fuchtelt nur noch wild um sich.“ Die Insekten seien sehr aggressiv und in etwa so groß wie ein Zehn-Cent-Stück. „Dafür sind sie allerdings auch sehr langsam und leicht zu erwischen. Dabei hinterlassen sie aber ordentliche Flecken“, sagt sie. Ihre Söhne kommen täglich mit aufgekratzten Mückenstichen zu ihr. „Ohne Insektenschutz gehen wir nicht mehr raus.“

Bemerkt hat sie das Phänomen zum ersten Mal am Maifeiertag, erzählt Ayse Coskun. Sie lebt seit zwei Jahren auf der Fichtenstraße. „Das müssen Millionen sein“, glaubt sie. „Wir kleiden die Fenster gerade alle mit Fliegengittern ein. Man kommt kaum vom Auto ins Haus, ohne gestochen zu werden. Zwischen 19 und 20 Uhr kann man gar nicht mehr rausgehen“, sagt sie.

Kindergarten kleidet die Fenster mit Schutzgittern aus

Die kleinen Plagegeister tummeln sich vor allem in stehenden Gewässern wie Pfützen und Teichen, aber auch in Regentonnen. Sie sind insbesondere in der Dämmerung aktiv. Selbst die Tiere haben kein dickes Fell mehr: „Mein Hund geht nur noch bis zum Wald, dann dreht er wieder um“, erzählt ein Hundebesitzer.

Auch im Kindergarten „Gartenzwerge“ hat die Mückenplage Konsequenzen. Mitarbeiterin Jennifer Schöning sagt: „Es ist schon ex­trem, da es zuletzt viel geregnet hat und sehr feucht ist. Wir raten den Eltern daher, die Kinder mit Mückenschutz einzureiben. Hier im Kindergarten kleiden wir die Fenster mit Schutzgittern aus. Ein Spielverbot für draußen haben wir aber nicht.“

Stadt sieht keinen Grund zur Mücken-Bekämpfung

Ayse Coskun will die Stadtverwaltung bitten, etwas gegen die Mückenplage zu unternehmen. Das fände auch eine andere Anwohnerin angemessen: „Wenn man die Plage nicht eindämmt, legen die Mücken Eier, und in ein paar Wochen sind hier noch mehr“, befürchtet sie.

Die Stadtverwaltung sieht jedoch keinen Grund einzugreifen. Gegen den Eichenprozessionsspinner geht sie immer wieder massiv vor, auch für dieses Jahr hat sie angekündigt, Gift gegen den Schädling zu spritzen. „In diesem Fall ist zu befürchten, dass etliche Pflanzen durch die Raupen zugrunde gehen können. Das ist bei Mücken nicht der Fall“, erklärt Stadtsprecher Jörn Esser. „Die Anwohner müssen sich mit herkömmlichen Mitteln schützen.“

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