Am Alten Angerbach

Nur ein einziger OB-Kandidat ist gegen die Bebauung

Um eine 16 Hektar große Fläche gegenüber der Siedlung Angerbogen I  geht es. Soll sie als Freifläche erhalten bleiben oder bebaut werden?Foto:Hans Blossey

Um eine 16 Hektar große Fläche gegenüber der Siedlung Angerbogen I geht es. Soll sie als Freifläche erhalten bleiben oder bebaut werden?Foto:Hans Blossey

Duisburg-Huckingen.   320 Häuser statt Freifläche: Dafür sind zwei Politiker, einer ist dagegen, einer sucht einen Kompromiss. Umfrage des Bürgervereins als Wahlhilfe

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Der Bürgerverein Huckingen will den Bewohnern des Südens und insbesondere den Anwohnern des geplanten Neubaugebiets Am Alten Angerbach die Entscheidung bei der Oberbürgermeisterwahl am 24. September erleichtern. Im Vorfeld der Wahl hat der Bürgerverein die OB-Kandidaten Erkan Kocalar, Sören Link, Gerhard Meyer und Thomas Wolters dazu gefragt. Die Südredaktion hat die Antworten analysiert: Wer ist für das Neubaugebiet, wer dagegen?

Sören Link

Eindeutig für den Angerbogen II spricht sich Amtsinhaber Sören Link aus. „Ich freue mich, dass auf dem Gebiet Am Alten Angerbach ein attraktives Wohngebiet entstehen soll“, schreibt er. Die Pläne mit Grünflächen, Kindertagesstätte und Spielplätzen sowie einem wieder als offenes Gewässer fließenden Böckumer Leitgraben überzeugen ihn. Seine Argumente:
– große Nachfrage nach Bauland im Duisburger Süden
– Angebot soll helfen, die Einwohnerzahl Duisburgs zu stabilisieren. Links Fazit: „Ich bin überzeugt, dass die geplante Bebauung eine Bereicherung für Huckingen darstellt.“

Gerhard Meyer

Der parteilose Kandidat, der unterstützt wird von CDU, Grünen, Junges Duisburg und Bürgerlich Liberalen, äußert sich teils pro, teils con­tra Bebauung. „Mir ist bekannt, dass die geplante Bebauung sehr umstritten ist“, sagt er. Allerdings verweist er darauf, dass die Entscheidung vom Rat getroffen wurde und „somit demokratisch legitimiert“ ist. Für den Fall seiner Wahl kündigt Meyer an zu prüfen, „welche Möglichkeiten bestehen, die geplante Bebauung zu beeinflussen“. Ins Spiel bringt er die Suche nach Alternativflächen in Huckingen oder eine nur teilweise Bebauung der Fläche am Angerbogen. Seine Argumente:
– ökologisch wichtige Freiflächen sollen erhalten bleiben
– Duisburg braucht hochwertigen und attraktiven Wohnraum

Thomas Wolters

Der OB-Kandidat der FDP spricht sich für eine Bebauung aus. „Bei aller Kritik“ sei es „für die Stadt und ihre Bürger vorteilhafter, die Bebauung durchzuführen“. Er betont aber, es müsse sich um „höherwertige Bebauung“ handeln, „die dem Charakter Huckingens entspricht und möglichst viele optische Freiräume lässt“. Sein Hauptargument:
– Menschen aus Düsseldorf nach Duisburg ziehen

Erkan Kocalar

Der Kandidat der Linken ist der Einzige, der klar gegen das neue Baugebiet votiert. Er lehne „eine Bebauung Am Alten Angerbach kategorisch ab“, stellt Kocalar klar. Gegen das Projekt führt er zwei Hauptargumente an:
– Freifläche soll erhalten bleiben
– kein sozialer Wohnraum geplant.

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Bürgerverein Huckingen hoffte auf andere Antworten

320 neue Häuser und Wohnungen sollen auf den bislang 16 Hektar Freifläche Am Alten Angerbach gegenüber des Angerbogen I entstehen. Vermarktet wird das Gelände von der Stadttochter Gebag.

Aus den Grundstücksverkäufen könnte die Stadt 30 Millionen Euro einnehmen. Die städtischen Grundstücke auf dem Gelände sind im kommenden Wirtschaftsausschuss am 18. September Thema – allerdings im nichtöffentlichen Teil der Sitzung.

Der Kandidat der Linken geht weitestgehend aussichtslos ins Rennen

Gegen die Bebauung der Fläche wehrt sich vor allem der Bürgerverein Huckingen, der auch mittels einer Online-Petition dagegen protestiert hatte. Gut 2800 Unterschriften gegen die Baupläne kamen dabei zusammen.

Seine Umfrage unter den Oberbürgermeisterkandidaten will der Bürgerverein (BV) als Wahlhilfe verstanden wissen, anhand der sich jeder Wähler selbst ein Bild davon machen kann, welcher Kandidat seine Interessen in Bezug auf eine Bebauung – oder eben nicht – vertritt. „Nicht ganz so prickelnd“ findet der BV-Vorsitzende Rolf Peters selbst das Ergebnis der Umfrage. Nur einer der vier angefragten Kandidaten spricht sich klar gegen das Bauvorhaben aus: Erkan Kocalar. Der Kandidat der Linken geht aber weitestgehend aussichtslos ins Rennen um die Wählerstimmen zum nächsten Oberbürgermeister.

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