Schüler-Austausch

Neue Partner-Schule für Schüler-Austausch am Mannesmann

Jedrzei (15), Phillip (15) und Lehrerin Malgorzata Bogacka vom polnischen Twarda-Gymnasium waren von der Duisburger Industriekultur fasziniert. Die war oft Inhalt ihres Unterrichts.

Foto: Lars Heidrich

Jedrzei (15), Phillip (15) und Lehrerin Malgorzata Bogacka vom polnischen Twarda-Gymnasium waren von der Duisburger Industriekultur fasziniert. Die war oft Inhalt ihres Unterrichts. Foto: Lars Heidrich

Duisburg-Huckingen.   Das Mannesmann-Gymnasium bekommt erstmals Besuch vom polnischen Twarda-Gymnasium. Gemeinsame Experimente und Ruhrgebiets-Landeskunde.

Dawid aus Warschau tänzelt entspannt durch die Klasse, um seine Zeichnung zu präsentieren: In Kugelschreiberschwarz prangt der Duisburger Lifesaver-Brunnen auf dem Präsentations-Plakat, das vorne an der Tafel hängt. Der 16-Jährige war mit 25 seiner Klassenkameraden sowie zwei Lehrerinnen aus der polnischen Hauptstadt für eine Projektwoche am Duisburger Mannesmann-Gymnasium. Zum ersten Mal hat die Europaschule mit dem polnischen Twarda-Gymnasium zusammengearbeitet. Das Besondere: Neben den bilingualen Klassen am Gymnasium, die regelmäßig die Partnerschulen in Italien, Frankreich und den Niederlanden besuchen, ist es für die neunte Klasse mit dem Schwerpunkt Naturwissenschaften ein Premierenbesuch.

Besuch im Landschaftspark Nord und bei Tiger & Turtle

„Wir waren Ende März für eine Woche in Warschau. Und im Mai hatten wir eine Woche die polnischen Schüler hier“, erzählt Dina Brümmer, die projektbetreuende Lehrerin. Die sieben Tage waren vollgepackt: Hafen- und Stadtrundfahrt, Besuch des Landschaftsparks Nord, der Zeche Zollverein in Essen, des Kölner Doms und der Riesenskulptur Tiger and Turtle. Zum Schluss arbeiteten die 52 Schüler beider Nationen an unterschiedlichen Projekten und präsentierten sie anschließend.

Dawids Freund Krysztof ist besonders der Kölner Dom im Gedächtnis geblieben: „Einfach majestätisch“, meint der 15-jährige Warschauer. Dawid hingegen verrät charmant, „dass vor allem viele Duisburger Mädchen wunderschön und majestätisch sind.“ Seine Ruhrpott-Romantik formuliert er fließend auf Deutsch. „Wir haben Deutschunterricht, und in Erdkunde sprechen wir die Sprache auch“, erklärt er.

Unterrichtsinhalte Industrie und Strukturwandel praktisch erleben

Seine Lehrerin Małgorzata Bogacka freut sich hingegen darüber, die Unterrichtsinhalte wie Industrie und Strukturwandel im Ruhrgebiet endlich mit eigenen Augen zu sehen: „Es ist so wichtig für die Jugendlichen, diese Themen nicht nur theoretisch zu besprechen, sondern auch selbst zu erleben“, meint sie.

Insgesamt sieben Gruppen, immer mit polnischen und deutschen Schülern gemischt, erarbeiteten am vorletzten Tag Themen wie „Der Lotuseffekt in Natur und Technik“ oder „Geschichte und Geografie des Ruhrgebiets“. Tristan und seine Gruppe experimentierten mit fossilen Energieträgern. „Wir haben Erdöl destilliert und Petroleum hergestellt“, sagt der Jugendliche und zeigt am letzten Besuchstag, dem Präsentationstag, Bilder von Flammen in Reagenzgläsern beim Versuch im testerprobten Laborraum des Mannesmann-Gymnasiums.

„Es ging auch darum, dass die Schüler durch so einen Austausch persönlich reifen, lernen, sich auf andere einzustellen und gemeinsam zu arbeiten“, sagt Dina Brümmer. Während Dawid inzwischen wieder in Warschau die Schulbank drückt, paukt die Naturwissenschaftsklasse um Tristan und Co. am Mannesmann-Gymnasium Genetik.

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