Ausstellung

Neue Foto-Ausstellung zeigt kreative Blicke auf Duisburg

Fotograf Bernd Rahm (links) stellt im Bezirksamt Süd in Duisburg seine Fotografien aus. Bezirksbürgermeisterin Beate Lieske (rechts) freut sich über die Hingucker für das sonst „schmucklose Amt“.

Fotograf Bernd Rahm (links) stellt im Bezirksamt Süd in Duisburg seine Fotografien aus. Bezirksbürgermeisterin Beate Lieske (rechts) freut sich über die Hingucker für das sonst „schmucklose Amt“.

Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services

Duisburg-Buchholz.  Fotograf Bernd Rahm stellt im Bezirksamt Süd seine Bilder aus. Die Jagd nach dem perfekten Bild wird für ihn nicht selten ganz schön gefährlich.

So früh hat Bernd Rahm mit der Fotografie angefangen, dass er sogar aktiver Zeitzeuge eines der größten Umbrüche der Fotogeschichte wurde: der Erfindung der Digitalkamera. „Ich hatte das erste Modell überhaupt, mit zwei Megapixeln“, erinnert sich der Fotograf. Schon davor hantierte er mit Polaroid-Kameras und alten Spiegelreflex-Geräten. Die Fotografien, die in der neuen Ausstellung im Bezirksamt Süd zu sehen sind, hat Bernd Rahm mit moderneren Geräten geschossen – und dabei einige Abenteuer erlebt.

Rahms Fotografien zeigen Industrie, Natur, Bauwerke

Die Kunstwerke von Bernd Rahm bestechen in erster Linie durch den Moment, den sie einfangen. Über ein Foto die Atmosphäre zu vermitteln, die der Fotograf vor Ort mit seinen eigenen Augen wahrgenommen hat, das ist die größte Herausforderung, findet Rahm. „Ich arbeite viel mit HDR (High Dynamic Range) und nehmen über Stunden hinweg Bilder auf, die dann zu einem vereint werden.“

Zur blauen und zur goldenen Stunde entstehen so faszinierende Lichtspiele vor Industriekulissen, im Wald oder vor der Uerdinger Brücke in Mündelheim. Neben ikonischen Motiven seiner Heimatstadt fotografiert Bernd Rahm aber auch im Italienurlaub oder sucht sogenannte „Lost Places“ auf, zum Beispiel verlassene Gebäude. Eines der beeindruckendsten Bilder der Ausstellung zeigt einen der Weißen Riesen in Homberg-Hochheide, der mit seiner Kastenform das Bild natürlich rahmt.

Spektakuläre Bilder- „Weißer Riese“ in Duisburg gesprengt

Nur ein Sprung in den Busch konnte Fotograf Bernd Rahm retten

Abenteuerlich war ein Ausflug des Bissingheimers zu einem Stahlwerk in Beeck. In Begleitung seiner Frau („Sie ist mein Bodyguard“) wollte Bernd Rahm die besonderen Lichtverhältnisse einfangen. Kurz darauf sah er sich einer Protzlimousine gegenüber, die mit voller Geschwindigkeit auf ihn zuhielt. „Ich hab mir noch gedacht: ,Die hält nicht’, und bin mit meiner Frau in den Busch gesprungen.“

Auch Zusammentreffen mit Sicherheitsleuten, die ob Rahms Kamera wohl Werksspionage befürchten, und verängstigte Autofahrer, die die Langzeitbelichtungen auf Autobahnquerungen vermutlich für Geschwindigkeitskontrollen halten, gehören für den Fotografen zur Tagesordnung.

Lieske freut sich über Verschönerung des „schmucklosen Bezirksamts“

Die offizielle Eröffnung der Ausstellung am Donnerstag nahm Bezirksbürgermeisterin Beate Lieske (SPD) vor. Die Politikerin erklärt, sie sei „immer froh, wenn das schmucklose Bezirksamt verschönert wird.“ Die „wunderbaren Impressionen“ seien ein Gewinn für das Gebäude.

Mit einem Augenzwinkern beklagt Lieske allerdings, dass es kein Foto von Bissingheim in die Ausstellung geschafft hat – sowohl ihrer als auch Bernd Rahms Wohnort. „Vielleicht wird die nächste Ausstellung ja eine reine Bissingheim-Show“, vertröstet der Fotograf.

Hin und wieder entfernt sich Bernd Rahm von der Fotografie und arbeitet mit computergenerierten Bildern. Dort spielen mathematische Elemente, zum Beispiel Vektoren, eine Rolle, „und natürlich auch der Zufall“. Ähnlich der Aleatorik in der Musik ist die Beliebigkeit der künstlerische Faktor – und bringt Bilder hervor, die dem Betrachter ein tiefes Eintauchen in die Formen und Farben erlauben.

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