Betrug

Nach einem Hackerangriff wird Familie mit Paketen bombadiert

Gregor Paschke zeigt auf dem Foto, welche Mengen an Waren bei ihm angekommen sind. Er hat sie nicht bestellt, sondern ist Opfer von Hackern geworden.

Gregor Paschke zeigt auf dem Foto, welche Mengen an Waren bei ihm angekommen sind. Er hat sie nicht bestellt, sondern ist Opfer von Hackern geworden.

Foto: Frank Oppitz

Duisburg-Wedau.   Erst eine Pizza-Invasion, dann Dutzende Pakete. Ihr Mail-Account wurde gehackt. Seitdem wird Duisburger Familie mit ungewollter Ware überflutet.

Es ist eine skurrile Situation: Als Gregor und Sabine Paschke Anfang März ihre Koffer für einen Kurztrip packen, klingeln plötzlich 15 bis 17 Pizzaboten nacheinander an der Haustür. „Die kamen von rechts und links. Einer ist 30 Kilometer weit gefahren. Teilweise waren fünf Pizzawagen vor der Tür“, erzählt Gregor Paschke baff. Die Bestellungen liefen alle über den Namen seiner Frau – obwohl diese überhaupt keine Pizza haben wollte.

Seitdem wird fleißig über das Konto von Sabine Paschke bestellt: mal bei Amazon, dann bei Rewe Online und neuerdings auch bei der Supermarktkette Real. Ihr E-Mail-Konto wurde geknackt, mehrfach. Die Lieferungen landen aber nicht bei dem Ehepaar, sondern bei der Tochter in Moers. „Das ist schon sehr kurios“, sagt Gregor Paschke. Er kann sich weder erklären, wer hinter der Bestellungswelle steckt, noch woher der Täter die Adresse seines Kindes kennen. „Warum an unsere Tochter?“, fragt er ratlos.

Familie hat alle Konten gesperrt

Nach der Flut von Pizzaautos vor der Einfahrt hat Sabine Paschke, die unter anderem als Dozentin in Düsseldorf und Krefeld arbeitet, ihr E-Mail-Konto gelöscht und sich neue Accounts erstellt – ohne Erfolg. Die Konten seien wieder geknackt worden. Dazu löschte der Unbekannte zuerst die Mails aus ihrem dienstlichen Postfach und schließlich den ganzen Account.

Zuletzt wurde ein Profil bei dem sozialen Netzwerk „Pinterest“ erstellt. Am vergangenen Samstag stand ein Paketbote mit 29 Real-Tüten bei der Tochter vor der Tür. Und davor kamen an einem Tag 13 Pakete über DHL an. Die Bestellungen haben bisher einen Wert zwischen zehn und 270 Euro. „Das Schlimme ist: Geht man morgen zur Bank, fragt man sich: Was wurde jetzt wieder abgebucht?“, so Gregor Paschke.

Polizei ist eingeschaltet

Er hat mittlerweile reagiert und nicht nur den Amazon-Account, sondern auch das Konto sperren lassen. Bei einem der ausgespähten Online-Konten funktioniere das Sperren bis jetzt noch nicht. Bei der Bank müssen zudem die Zahlungen, die im Internet gemacht wurden, zurückgezogen werden. Auch die Passwörter haben die Paschkes geändert und Strafanzeige bei der Polizei erstattet.

Die Beamten übernahmen die Ermittlungen. „Wir gucken erst mal: Wie ist das passiert?“, sagt Jacqueline Grahl, Pressesprecherin der Polizei Duisburg, zu dem typischen Vorgehen in solchen Fällen. Zuständig sei das Kriminalkommissariat 31.

Regelmäßig System-Updates durchführen

Um sich vor Hacker-Angriffen zu schützen, sollte sich jeder sichere Passwörter ausdenken und diese auch variieren. Eine gute Sicherheitssoftware sei wichtig, „damit der Computer gar nicht erst gehackt werden kann“, erklärt Grahl. Auch sollten Nutzer regelmäßig Systemupdates an ihren Geräten durchführen.

>>> INFO: So verhält man sich nach einem Hacker-Angriff

Weil immer mehr Menschen online bestellen und kaufen, seien laut Polizei die Fälle von Hacker-Angriffen im Internet in den letzten Jahren gestiegen.

Wer Opfer eines solchen Angriffs geworden ist, sollte sein Konto sofort sperren lassen und sich bei der Polizei melden.

Beratung gibt es auch bei der Kriminalprävention und dem Opferschutz der Polizei Duisburg am Burgplatz 19 in der Innenstadt. Auf www.haveibeenpwned.com können Interessierte außerdem ihre Mail-Adresse eingeben und prüfen, ob sie schon einmal gehackt wurden.

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