Uferretter

Musikalische Protestaktion gegen Bebauung am Masurensee

Die Aktion der Uferretter kam bei Spaziergängern und Badegästen gut an. Mit dabei waren auch zwei Bauchtänzerinnen.

Die Aktion der Uferretter kam bei Spaziergängern und Badegästen gut an. Mit dabei waren auch zwei Bauchtänzerinnen.

Foto: Fabian Strauch

Duisburg-Wedau.   „Die Uferretter“ starten ihre erste Demo gegen die Bebauung einer Liegewiese an der Seen-Platte. Initiative will Gegenentwurf veröffentlichen.

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Baden statt Bau-Wahn!“ – Unter diesem Motto startete am Samstag der erste Demozug der Initiative „Die Uferretter“ entlang des Masurensees. Und zwar genau an der Liegewiese, die nach Ansicht der Initiative bald mit fünf- oder sechsstöckigen Hochhäusern bebaut sein könnte.

Rund 150 Bürger haben sich nach Schätzung von Initiator Martin Dobberstein an der Aktion am Samstagabend beteiligt, die verschiedene Musiker mit kleinen Konzerten vor Ort unterstützten – unter anderem war die Duisburger Sängerin Anja Lerch (Voice of Germany) dabei.

Kleine Konzerte gegen große Bebauung

„Wir wollen zeigen, dass wir zusammen gehören und Kultur leben“, erklärt Martin Dobberstein, der derzeit ein Bürgerbegehren in die Wege leiten will. Nachdem die Stadt Duisburg den Bebauungsplan für das Stadtentwicklungs-Projekt „6-Seen-Wedau“ veröffentlicht hatte, sehe es für das Naherholungsgebiet schlecht aus: Das Ufer soll zugunsten moderner Neubauten zubetoniert werden. „Wenn es so weit kommt, werden wir uns hier festketten“, sagt Martin Dobberstein. „Wir wollen das nicht so hinnehmen.“

Während seiner Rede am Mikrofon sammeln sich immer mehr Menschen um die Mitglieder der Initiative. Spaziergänger mit Hunden schauen herüber und Badegäste stehen neugierig von ihren Handtüchern auf. Besonders das gemischte Publikum mache die Liegewiese am Masurensee nahe der Vereins-Gaststätte des Etus Wedau aus, findet Martin Dobberstein: „Deshalb geht es auch jeden von uns etwas an“. An Biertischen liegen Listen aus, in denen sich Interessierte mit ihrer Mailadresse eintragen können.

Erinnerungen an die Kindheit

Jenny Hoffmann hat nicht lange gezögert und sofort unterschrieben, denn die 28-Jährige ist seit ihrer Kindheit Stammgast an dem Uferstück des Masurensees und dort praktisch groß geworden: „Ich bin schon damals mit meinem Pflegehund her gekommen. Meine Tochter lag hier auf der Decke. Das ist so etwas wie ein zweites Zuhause für mich“, erzählt die Essenerin.

Auch Anja Lerch will mit ihrer Konzert-Session „Singen für die Seen-Platte“ am Abend noch mehr Bürger dazu animieren, die Stimme für den Erhalt des Naherholungsgebiets zu erheben. „Das ist ein Stück, was zu uns gehört. Wir müssen das Wenige, das wir noch übrig haben von der Natur, schützen“, sagt die Musikerin, die das Ufer früher oft mit Hund und Kindern besucht hat.

Innerhalb der nächsten Wochen wollen die Initiatoren auch einen Gegenentwurf für den Bau veröffentlichen, in der die geplante Promenade hinter die Masurenallee und somit weiter weg vom Ufer liegt – Eisdielen, Sportverleihe und auch andere Geschäfte könnten sich dort ansiedeln, stellt sich Martin Dobberstein vor: „Dann hätte jeder Zugang zum See und nicht nur knapp 50, 60 Leute, wie das der aktuelle Bebauungsplan jetzt vorsieht.“

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