Berufseinstieg

Messe gibt Inspiration für den Weg nach dem Schulabschluss

Am Stand der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV) gibt es ein Pneumatikmodell zu bestaunen. Schüler Arne Poth (links) lässt es sich von Emre Kara erklären.

Am Stand der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV) gibt es ein Pneumatikmodell zu bestaunen. Schüler Arne Poth (links) lässt es sich von Emre Kara erklären.

Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Duisburg-Huckingen.  Bei der Ausbildungsmesse „Klick dich rein“ in Duisburg-Huckingen informieren sich 1500 Jugendliche über den richtigen Beruf oder ein FSJ.

Ob Polizist, Optiker oder Bankkaufmann – wer bei der 19. Ausbildungsmesse „Klick dich rein“ im Bertolt-Brecht-Berufskolleg nicht den passenden Beruf findet, bekommt zumindest viel Inspiration für die Berufe-Spalte bei „Stadt, Land, Fluss“. Rund 1500 Schüler mehrerer Duisburger Oberstufen erkundigen sich an diesem Donnerstag nach dem für sie passenden Beruf.

Doch erstmals sind auch Alternativen dabei, erklärt Petra Grzegorek, Berufsberaterin am Berufskolleg: „Wir haben auch Organisationen wie die Johanniter oder das evangelische Bildungswerk eingeladen, die einen Freiwilligendienst anbieten. Viele Jugendliche wissen noch nicht, was sie nach der Schule machen wollen und können sich so erstmal orientieren. Das kann für sie eine Alternative sein.“ 60 Aussteller klären bei der Messe über ihre Berufe auf, mehr als im Vorjahr. „Neu dabei sind Optiker und Drogeriemärkte, die Bereiche hatten wir bisher noch gar nicht“, sagt Grzegorek.

Firmen suchen nach Seiteneinsteigern

„Wir sind von den Johannitern auch angesprochen worden, ob wir denn auch Seiteneinsteiger auf der Schule hätten, Flüchtlinge zum Beispiel. Das Arbeitssystem ist auf Seiteneinsteiger gar nicht ausgelegt“, sagt ihr Kollege Martin Behnisch-Wittig. „Ich habe gleich mal eine Gruppe von fünf, sechs Leuten zu denen geschickt. Und ich rate allen Schülern immer: Vergesst alle Fragen, sondern merkt euch den Namen eures Ansprechpartners, damit ihr den beim Bewerbungsgespräch noch wisst“, sagt er.

Meryem Majri (17) interessiert sich dann doch eher für den Inhalt der Ausbildung bei der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV), zu der auch die Stadtwerke gehören. „Im kaufmännischen Bereich kümmert man sich vor allem um den Einkauf, ist aber auch für Abrechnungen zuständig und im Kundendialog tätig“, erklärt ihr Büsra Karagül, die selbst eine solche Ausbildung macht. Auch eine Tätigkeit als Industrie- oder Anlagenmechaniker steht bei der DVV auf dem Programm. Zum Vorführen haben die Berufseinsteiger ein pneumatisches Modell mitgebracht, nach dessen Prinzip auch Bustüren geöffnet werden. Meryem will sich auf der Messe vor allem inspirieren lassen. „Man kann überall fragen und lernt etwas Neues kennen, das man vorher noch nicht kannte. Für Schüler ist es eine gute Möglichkeit, den passenden Beruf zu finden“, sagt die Schülerin des Mannesmann-Gymnasiums.

Manchmal ist auch eine direkte Anstellung möglich

Eine Ausbildung braucht man bei Scholz.msconsulting nicht unbedingt – mit entsprechenden Kenntnissen im ERP-Bereich ist auch eine direkte Anstellung möglich. So war es auch bei Anna Simmes und Daniel Schrubba, die am Stand des Krefelder IT-Unternehmens sitzen. Beide haben am Bertolt-Brecht-Berufskolleg ihr Abitur bestanden. „Ich habe erst ein Praktikum gemacht und habe dann eine Stelle angeboten bekommen“, sagt der 26-jährige.

„Wenn Bewerber die entsprechenden Kenntnisse bezüglich Internet und Datenverarbeitung mitbringen, können sie auch direkt hier arbeiten“, sagt sein Chef Frank Stefan Scholz. Der Nachwuchsmangel sei groß: „Warum? Weil wir nicht Porsche, Mercedes oder BMW heißen“, bemerkt er trocken. „Als kleines, kompaktes Familienunternehmen ist es schwer. Heute läuft es aber ganz gut“, resümiert Scholz.

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