Park-Ärger

Kurz die Katzen rein gebracht – und ein Knöllchen kassiert

Ausnahmen vom Halteverbot gibt’s auch nicht für Anwohner, die kurz etwas ins Haus tragen müssen.

Ausnahmen vom Halteverbot gibt’s auch nicht für Anwohner, die kurz etwas ins Haus tragen müssen.

Foto: Tanja Pickartz

Duisburg-Bissingheim.   Eine Bissingheimerin ärgert sich über ein Knöllchen. Sie hielt zwar im Halteverbot – aber nur, um Koffer und Katzen ins Haus zu tragen.

In der Fußgängerzone kurz mit dem Auto zu halten, ist vielerorts kein Problem, solange dort etwas ein- oder ausgeladen wird – Lieferverkehr frei. Die Bissingheimer Straße ist zwar auch nur mäßig stark befahren, dennoch gilt dort absolutes Halteverbot – zum Leidwesen der Anwohner. Denn die können nicht mit ihrem Auto vor dem Haus parken, um etwas ein- oder auszuladen. Veronika Reiners hat deswegen schon mehrfach Knöllchen von der Stadt kassiert. „Bisher habe ich die immer stillschweigend bezahlt, aber jetzt bin ich besonders verärgert“, sagt sie. Nachdem sie aus dem Urlaub zurückkam, hielt sie vor dem Haus an der Bissingheimer Straße 297, um ihre Koffer und ihre beiden Katzen nach oben zu bringen. Als sie zurückkam, erwartete sie ein Knöllchen.

Garage und Haus trennen 600 Meter – zu viel für schwere Einkäufe

„Das ist dreist, denn derjenige hat gesehen, dass ich meinen Wagen ausgeladen habe und deswegen dort stand“, erzählt Reiners. Auf dem angrenzenden Garagenhof kann sie ebenfalls nicht halten. „Da beschweren sich die Mieter.“ Ihre eigene Garage liege rund 600 Meter entfernt, dort parkt sie ihr Fahrzeug auch. „Das ist in Ordnung, wenn man nichts tragen muss. Mit schwerem Gepäck wäre es aber einfacher, kurz vor dem Haus parken zu dürfen.“

Vor rund zehn Jahren befand sich entlang dieses Streckenabschnitts noch ein unbefestigter Seitenstreifen. Ende 2011 ordnete die Stadt dann auch dort ein Halteverbot an. „Hintergrund war die Sicherung des Schulwegs für Kinder“, sagt Stadtsprecher Jörn Esser. „Die sind immer wieder auf die Fahrbahn ausgewichen.“ Im Frühjahr 2013 wurde zwischen der Wohnbebauung und dem Bissingheimer Graben ein Gehweg angelegt. Beschwerden über die Situation habe es laut Esser bisher nicht gegeben. „Die Stadt wird aber kurzfristig prüfen, ob das Halteverbot noch erforderlich ist, und es gegebenenfalls aufheben“, verspricht er.

Leserkommentare (8) Kommentar schreiben