Einzelhandel

Kunden schätzen persönlichen Kontakt im Schreibwarenladen

In dem Großenbaumer Geschäft können angehende i-Dötzchen ihren ersten Schulranzen erstehen – beziehungsweise deren Eltern und Großeltern. Eine umfassende Beratung gehört in jedem Fall dazu.

In dem Großenbaumer Geschäft können angehende i-Dötzchen ihren ersten Schulranzen erstehen – beziehungsweise deren Eltern und Großeltern. Eine umfassende Beratung gehört in jedem Fall dazu.

Foto: Lars Fröhlich

Süd.   Die Schreibwarengeschäfte im Duisburger Süden haben keine Sorge, durch das Internet verdrängt zu werden. Viele verkaufen aber auch Spielsachen.

Gezielt geht Kimberley Bodora zum Regal mit den Schreibheften und zieht eines mit dickeren Linien heraus. Die Hefte mit den Hilfslinien braucht die Neunjährige nicht mehr. „Hier die Schulsachen zu kaufen, ist am einfachsten“, sagt ihre Mutter Melanie. Kimberleys Grundschule liegt gleich neben dem Schreibwarengeschäft mitten in Buchholz.

Niemand kauft Stifte im Internet

So sehen es viele Kunden, die die Geschäfte im Süden nutzen. Vor dem Internetangebot fürchten sich die Inhaber nicht. „So Kleinkram wie Stifte und Hefte bestellt man eben nicht über das Internet“, sagt Aylin Korkmaz, die das Podi zusammen mit ihrem Mann betreibt. „Mit den Discountläden haben wir da schon eher Probleme. Die bieten besonders Billigmarken an“, sagt sie. Neben Schulmaterial verkauft der Laden auch Spielzeug, Glückwunschkarten, Schlüsselanhänger und Deko. „Das hatten wir von Anfang an im Sortiment. Die finanzielle Situation ist zwar nicht berauschend, aber es lohnt sich noch“, sagt Korkmaz.

Auch bei Familie Maurer in Großenbaum läuft der Laden, und zwar seit über 70 Jahren. „Übernommen haben wir das Geschäft 1988“, sagt Inhaberin Angelika Maurer. „Damals haben wir vor allem Bürobedarf verkauft, Formulare und Geschäftsbücher. Sowas braucht man heutzutage aber nicht mehr, das wird ja alles digital gemacht“, sagt sie. Stattdessen hat Maurer ihr Sortiment um Schulranzen und Zeichenbedarf erweitert. „Leider kommen einige Leute nur, um sich umfassend beraten zu lassen und kaufen am Ende dann doch im Internet. Dabei ist das meistens sogar teurer“, sagt sie. Auch Maurer kämpft mit den Angeboten der Discounter. „Das wird immer schlimmer, weil die zu Schulbeginn alles verschleudern. Wahrscheinlich unter Einkaufspreis. Dann haben die da ein Sonderangebot, der Rest kostet den regulären Preis. Bei uns bekommt man alles günstiger“, sagt sie und ergänzt: „Dass im Fachhandel alles teurer ist, stimmt nicht.“ Regelmäßig orientiere sie ihr Sortiment nach den Vorgaben der Schulen.

Auch Bücherbestellung möglich

„Wir haben alles da und bestellen auf Wunsch auch Bücher“, so Angelika Maurer. Einmal im Jahr gebe es einen Aktionstag rund um die Ranzen. Ein weiteres Steckenpferd ist die Poststelle, die zum Laden gehört. „Die wurde uns vor zehn Jahren eher aufgeschwatzt. Wir haben aber zu keinem Zeitpunkt bereut, die Poststelle eröffnet zu haben.“ Sie glaubt nicht, dass Schreibwarenläden eines Tages verschwinden. „Die Kunden suchen weiterhin die Nähe und den Kontakt. Oft stehen Eltern ratlos im Laden und wissen nicht weiter“, sagt Maurer.

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