Einzelhandel

Künftiges Neubaugebiet soll ein Einkaufsparadies werden

Auf den 60 Hektar Südfläche der 6-Seen-Wedau sollen in den nächsten Jahren 3000 neue Häuser und Wohnungen entstehen. Ein Einkaufszentrum soll helfen, die Grundversorgung der künftig gut 14000 Menschen in Wedau und Bissingheim

Auf den 60 Hektar Südfläche der 6-Seen-Wedau sollen in den nächsten Jahren 3000 neue Häuser und Wohnungen entstehen. Ein Einkaufszentrum soll helfen, die Grundversorgung der künftig gut 14000 Menschen in Wedau und Bissingheim

Foto: Stefan Klink / BEG NRW

Duisburg-Wedau/Bissingheim.   In 6-Seen-Wedau in Duisburg entsteht ein Nahversorgungszentrum. Ein Supermarkt und ein Discounter sind gesetzt, ein Biomarkt denkbar.

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Die Pläne für das neue Wohngebiet 6-Seen-Wedau werden jetzt konkreter: Das verantwortliche Team Wedau hat ein Einzelhandelsgutachten veröffentlicht, aus dem hervorgeht: Zwischen Wedau und Bissingheim soll ein neues Nahversorgungszentrum entstehen mit einer Verkaufsfläche von 4500 bis 5500 Quadratmetern. Verteilt wird die Fläche zum größten Teil auf einen Supermarkt und einen Discounter. Auch ein Biomarkt ist denkbar.

Besonders Bissingheim ist aktuell nahversorgungstechnisches Brachland: Laut Gutachten gibt es hier gerade einmal einen Bäcker, einen Metzger und ein Lebensmittelgeschäft. In Wedau ist die Lage besser, aber auch ausbaufähig. Auf 1200 m2 Verkaufsfläche – verteilt auf 20 Geschäfte – bringen es beide Stadtteile zusammen derzeit; das neue Einzelhandelszentrum soll an einem Fleck die fast fünffache Shopping-Fläche bieten.

Kein Wunder, dass das Gutachten ein enormes wirtschaftliches Potenzial errechnet: Bis zu 30 Millionen Euro Jahresumsatz könnten die neuen Geschäfte machen; bislang liegt der Gesamtumsatz in Wedau und Bissingheim bei zusammen 15 Millionen Euro. 5200 bis 5800 neue Einwohner sollen künftig im dann fertigen Gebiet 6-Seen-Wedau leben, zusätzlich zu den heute 8200 Einwohnern in Wedau und Bissingheim. Im Einzugsgebiet des geplanten Einzelhandelszentrums leben also nach Fertigstellung 13- bis 14 000 Menschen.

Drei mögliche Varianten vorgestellt

Um deren Grundversorgung zu decken, schlagen die Gutachter drei mögliche Varianten vor (siehe Tabelle). Sie alle sehen je einen Supermarkt und einen Discounter vor, außerdem Getränkemarkt, Bäckerei, Metzgerei, Blumengeschäft, Obst und Gemüse, Bekleidungsgeschäft sowie einen Laden für Schreibwaren und Tabak.



Die wesentlichen Unterschiede beziehen sich neben der Gesamtverkaufsfläche auf die Frage Bio- oder Drogeriemarkt und auf die Größe des Supermarkts. So sehen die Varianten A und B einen Biomarkt zwischen 500 und 600 m2 vor, C setzt stattdessen auf einen Drogeriemarkt. Je nach Variante fällt außerdem der Supermarkt – als Beispiel wird Rewe genannt – größer aus: Zwischen 1400 und 2500 m2 soll er messen. Das wäre größer als das Edeka-Center am Angerbogen mit seinen 2200 m2.

Gutachter empfehlen, weitere Betriebe anzusiedeln

Für jede Variante empfehlen die Gutachter, zusätzlich weitere Betriebe anzusiedeln: zum Beispiel Friseur, Reinigung, Arztpraxen, Fitnessstudio und Gastronomie.

Unabhängig von der Entscheidung für A, B oder C stellten alle drei Pläne „ein breites und tiefes Angebot dar, das wirtschaftlich tragfähig sein würde und die derzeitige defizitäre Versorgungssituation in den beiden Stadtteilen Wedau und Bissingheim wesentlich und nachhaltig verbessern würde“, heißt es im Gutachten.

Zunächst entstehen allerdings Wohnungen

Bis das bisherige Brachland zum Einkaufsparadies wird, müssen sich die Menschen aber noch gedulden: Erst soll die Wohnbebauung entstehen, dann das neue Einkaufszentrum.

>>> Analyse zeigt die potenzielle Kaufkraft

  • Die in dem Gutachten vorgestellten Varianten basieren auf der Zahl der Einwohner im Einzugsgebiet und deren Kaufkraft sowie auf einer Analyse des derzeit vorhandenen Einzelhandels in Wedau und Bissingheim. Das so ermittelte Potenzial haben die Gutachter in mögliche Verkaufsflächen umgerechnet.


  • Auffällig bei der Analyse des derzeitigen Einzelhandels ist: Laut Gutachten geben die Wedauer und Bissingheimer bislang nur 20 Prozent des zu erwartenden Geldes für Nahrungs- und Genussmittel vor Ort aus; bei Drogerie und Parfümerie sind es sogar nur neun Prozent.
  • Fast doppelt so viel Geld wie erwartet bekommen hingegen die Apotheken in den Stadtteilen: Hier sind es 182 Prozent.

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