Neubaugebiete

Kleingärten sollen Richtung Entenfang weichen

ie Kleingärten an der Masurenallee sollen womöglich im Zuge des Neubaugebiets auf dem Gelände des Rangierbahnhofs weichen. Foto:Jürgen Metzendorf

ie Kleingärten an der Masurenallee sollen womöglich im Zuge des Neubaugebiets auf dem Gelände des Rangierbahnhofs weichen. Foto:Jürgen Metzendorf

Foto: WAZ Jürgen Metzendorf

Wedau.   Umsiedlung im Zuge des Neubaugebiets auf dem Gelände des alten Rangierbahnhofs. Kleingärtner sind im intensiven Gespräch mit der Bahnflächen-Entwicklungs-Gesellschaft. BEG: Noch ist alles

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Es scheint konkreter zu werden – die Bebauung auf dem Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofs zwischen Wedau und Bissingheim. Jedenfalls trifft sich der Vorstand der Kleingartenanlage Wedau mit Mitarbeitern der Bahnflächen-Entwicklungs-Gesellschaft (BEG) jetzt alle paar Wochen zum Gespräch. Es geht um eine mögliche Umsiedlung der Kleingärten an der Masurenallee, die Parzellen der Anlage sollen Teil des künftigen Neubaugebiets werden.

Eine Bebauung und damit verbunden ein Umzug der Kleingärten sowie der Sportanlage des ETuS Wedau ist bereits seit 2009 Thema. Botho Hagedorn, der Vorsitzende der Kleingärtner, meint gegenüber der Süd-Redaktion: „Doch diesmal wird es ernst.“

Angedacht ist eine Umsiedlung der Kleingärten vom jetzigen Standort an der Masurenallee ein Stück weiter in Richtung Entenfang, so Hagedorn. Thomas Lennertz, Geschäftsführer der BEG, sagt dazu auf Nachfrage: „Es ist noch alles offen.“ Frühestens im Juni 2016 will die BEG, eine Landesgesellschaft der Bahn, eine Rahmenplanung vorlegen. Diese wird dann Diskussionsgrundlage für einen späteren Bebauungsplan sein.

Dass gebaut wird, steht wohl außer Frage. Der Plan taucht bereits im Konzept von Duisburg 2027 auf. Filet-Grundstücke in der Nähe der Seen sind rar, die Nachfrage wird groß sein. Im Prinzip ist man in Wedau für eine Bebauung, so Beate Lieske, Vorsitzende des hiesigen SPD-Ortsvereins. Die Anwohner hoffen nicht zuletzt auf den Supermarkt, der auf dem Gelände entstehen soll. Dennoch betont Lieske, dass die Sozialdemokraten auf Seite der Kleingärtner stehen und deren Interessen vertreten: „Die Kleingärten gehören zu Wedau.“ Bisher, so Lieske, seien die Gespräche mit der BEG fair verlaufen.

Die meisten der 282 Kleingärtner wollen den Status quo beibehalten. Viele von ihnen hegen und pflegen ihre grüne Parzelle an der Masurenallee seit Jahrzehnten. „Wir werden nicht so einfach Platz machen“, sagt denn auch Botho Hagedorn.

Der Wert jedes einzelnen Gartens soll jetzt ermittelt werden. Er wird je nach Bepflanzung mit 800 bis 6000 Euro eingestuft. „Aber dabei ist die viele Eigenarbeit und das Herzblut, das darin steckt, nicht berücksichtigt“, so Hagedorn.

Wenn es zu einer Umsiedlung kommt, wollen die Kleingärtner darauf bestehen, dass die neuen Grundstücke entsprechend vorbereitet werden. „Wir erwarten auf jeden Fall eine Plattform von 24 Quadratmetern, auf die wir unsere Lauben setzen können.“ Kritisch sieht der Vorsitzende der Kleingärtner die Altlasten des Rangierbahnhofs. „Im Bereich der Drehscheibe für die Dampfloks ist eine Menge Öl ins Erdreich geflossen. Das muss saniert werden.“

Nächstes Jahr steht erst einmal das 80. Vereinsjubiläum an. Das soll groß gefeiert werden – und zwar an alter Stelle an der Masurenallee.

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