Klinikkultur

Kabarettistin Luise Kinseher im Duisburger Süden

Von bayrischen Politikern bis zu betrunkenen Bühnenfiguren: Luise Kinseher sorgt auf der Bühne der Klinikkultur für Abwechslung.

Von bayrischen Politikern bis zu betrunkenen Bühnenfiguren: Luise Kinseher sorgt auf der Bühne der Klinikkultur für Abwechslung.

Foto: Jörg Schimmel

Duisburg-Buchholz.   Die Kabarettistin Luise Kinseher spielte auf der Bühne der Buchholzer Klinikultur. Sie brachte mit: die große Politik, Liebe und viel Humor.

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Dass Marys Promille-Pegel recht beachtlich scheint, wurde dem Publikum bei der ersten Klinikkultur-Veranstaltung im neuen Jahr ziemlich schnell klar: So sind die Besucher der Kleinkunstreihe am BG Klinikum doch noch nie begrüßt worden!

Keine Frage, das musste wohl an der schrill-schlampig daherkommenden Bühnenfigur Maria, Verzeihung, Mary, liegen, in die die bayrische Kabarettistin Luise Kinseher zu Beginn ihres erfrischend frechen Kabarett-Programms geschlüpft war.

„Ruhe bewahren“ heißt Kinsehers Soloprogramm

Dabei wagte sich Luise Kinseher mit ihrem Auftritt im Duisburger Süden auch gerne mal weit über die Grenzen ihres bayerischen Heimatlandes hinaus. „Ruhe bewahren“ heißt ihr mittlerweile achtes Soloprogramm.

Luise Kinseher ist ein besonderer Gast, denn nicht nur auf den Kleinkunstbühnen ist das bayrische Vollweib dauerpräsent: Die vielfach ausgezeichnete Kabarettistin ist auch als Schauspielerin gefragt. TV-Zuschauern dürfte die 48-Jährige unter anderem aus der Tatort-Folge „Schattenwelt“ und aus einigen Episoden der Reihe „Rosenheim-Cops“ nicht unbekannt sein.

Die bayrische Politik ist ein Thema in der Klininkultur

Kinseher, die Bayerin, hat es mit der Politik und den Menschen, die zwangsläufig dazu gehören. Was die Politikerriege des Freistaates so alles zu erwarten hat, wurde am Donnerstagabend in Ansätzen deutlich. Da wird auch für die Spitzenpolitiker um Horst Seehofer „Ruhe bewahren“ die Devise sein, wenn „die Kinseher“ ihnen vorwirft, „Emotionshemmer oder auch sonst was zu nehmen“.

Das macht sie dann gerne auch an Markus Söder fest, denn der sei offensichtlich „gänzlich schmerzfrei“. Zudem empfahl sie dem bayrischen Ministerpräsidenten, genau zu prüfen, wo er demnächst Platz nimmt, denn „egal auf welchen Stuhl der Seehofer sich setzt, es gibt keinen, den der Söder nicht schon angesägt hat.“

Kinseher wartet auf den Anruf des Traummannes.

Aber auch eine Luise Kinseher muss offensichtlich „Ruhe bewahren“. Hatte sie doch kurz zuvor im Aufzug ihren Prinzen – gut aussehend und ohne Ehering – kennen gelernt und ihm flugs ihre Handy-Nummer gegeben. Nun wartet sie zunehmend ungeduldig auf den ersehnten Anruf. In ihrer Fantasie stellt sie sich vor, das ihr Traummann „wahrscheinlich mit Kunst und Geld zu tun hat, bestimmt ist er ein Galerist“.

Da der Anruf aber zu Kinsehers Verdruss ein ganzes Bühnenprogramm lang auf sich warten lässt, verändert sich ihre zu Beginn rosarote Sichtweise merklich: „Vielleicht ist er auch ein rechtsradikaler Waffenhändler.“

Zum Abschluss gibt es einen original bayrischen Jodler

Zwischendurch entlastet nicht nur die angetrunkene Mary die ungeduldig Wartende. Mit der dominanten „Frau Frese“ lässt die bayrische Kabarettistin eine weitere Figur auf das Publikum los.

Mit ihrem Eheleben ist die spröde Helga Frese zufrieden, ihrem Ehemann hat sie von Anfang an ihre Vorstellungen vom ehelichen Liebesleben klar gemacht: „Leidenschaft ja, aber die Hose bleibt an.“ Als am Schluss der „Aufzugs-Heini“ dann doch noch anruft, ist die Welt für Luise Kinseher wieder in Ordnung. Genauso wie für das Publikum, das nicht nur den kräftigen, original bayrischen Jodler der Entertainerin am Ende bejubelte.

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