Kulturrucksack

Jugend-Projekt: Beim Rappen werden Reime plötzlich cool

„Tanzen geht immer, natürlich hauptsächlich bei den Mädels“, findet der stellvertretende Leiter des Jugendzentrums.

„Tanzen geht immer, natürlich hauptsächlich bei den Mädels“, findet der stellvertretende Leiter des Jugendzentrums.

Foto: Fabian Strauch

Duisburg-Hüttenheim.   Ein 12-Jähriger rappt über die Umwelt, und Mädchen haben Spaß an Tanz-Choreografien: Gelungene Premiere für Rap & Dance im Regionalzentrum Süd.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Orhan Fejzulovic und Erdem Dogan lassen nicht locker. „Geht noch mal auf Eure Positionen“, weisen sie ihre jungen Tänzer an. Dabei sieht das alles schon ganz gut aus, was die Kids des Ferienprojektes Rap & Dance zu bieten haben. Drei Tage lang haben sie mit den beiden Tanzprofis im Regionalzentrum Süd an ihrer Dance-Performance gearbeitet. Jetzt treten sie an zur Endabnahme.

Gleichzeitig übt der Bonner Rapper Maliq Möbius – Rapper-Name Tha-GhostDawg – mit dem zwölfjährigen Noah einen zum Hip-Hop-Sound passenden Songtext ein. „Hört mal eben zu, der Junge hat sich echt ‘nen Kopf gemacht“ unterbricht der Bonner Musik-Profi die Tanzaktivitäten. Noah präsentiert einen Zwölfzeiler im typischen Rap-Sprechgesang. Sein Thema: der Umgang mit der Umwelt. „Der blaue Planet ist unser Zuhause“, rappt er und kritisiert: „Und wir gönnen ihm überhaupt keine Pause.“ Profi-Rapper Möbius ist von seinem Schüler begeistert: „Das war alles seine Idee, die Texte stammen komplett von Noah.“ Nur, wenn’s ums Reimen geht, greift der Schüler der Karl-Lehr-Realschule schon mal auf die professionelle Hilfe von Tha-GhostDawg zurück. Selbst Noahs Eltern sind verblüfft, erzählt er stolz: „Die haben erst gar nicht geglaubt, dass der Text von mir ist.“

Kostenloses Angebot dank des Landesprogramms Kulturrucksack

Tanz und Rap, diese Kombination gibt’s dieses Jahr zum ersten Mal. Dabei kümmern sich mit den Choreografen Fejzulovic und Dogan echte Profis um die Jugendlichen. Das Ganze findet im Rahmen des Landesprogramms Kulturrucksack statt, das Kindern und Jugendlichen kostenlosen Zugang zu kulturellen Angeboten ermöglichen soll. Stephan Nitschke, der stellvertretende Leiter des Jugendzentrums, sieht sich die Abschlussaktivitäten der Tanztruppe sichtlich zufrieden an: „Tanzen geht immer, natürlich hauptsächlich bei den Mädels.“

Während Orhan Fejzulovic noch mal die Tanzsequenzen mit den Jugendlichen in Szene setzt, hält Erdem Dogan alles mit der Kamera fest: Das Ergebnis des dreitägigen Workshops wird in einem Videoclip präsentiert.

Ein Videoclip hält das Ergebnis des Workshops fest

Der 13-jährigen Nazlican hat das Ganze sehr viel Spaß gemacht, auch wenn es am Anfang „gar nicht so einfach“ war. Der Meinung ist auch die gleichaltrige Alina: „Die Schrittkombinationen waren anfangs schon schwierig, mit dem Training hat das aber dann gut geklappt.“

Verständlicherweise können Natalie, Amy, Alessia, Melis und der Rest der Tanzcrew es kaum erwarten, sich auf dem Video selbst zu bestaunen. „Wann ist das fertig?“ fragen sie ihre beiden Choreografen erwartungsvoll. Bis zum Ende der Ferien müssen sie sich allerdings noch gedulden. Aber dann werden sie den peppigen Rap- und Breakdance- Mix sicherlich stolz ihren Eltern und Freunden zeigen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben